Zum Nach- und Weiterdenken

 
Mitten im Leben
Im dichten Nebel trugen wir ein großes Kreuz auf Arthur’s Seat. Als es oben aufgestellt war, konnte man kaum bis zu seiner Spitze sehen. Wir beteten, sangen, hörten auf das Evangelium vom Tod Jesu – es war Karfreitag. Außer uns hatte sich kaum jemand auf den sonst so beliebten Hausberg Edinburghs gewagt – es war einfach zu kalt und trübe. Umso mehr Betrieb war unten in der Stadt.
 
MehrWeg
Wegweiser
Dieser Radwegweiser ist vor einiger Zeit in der Ettenheimer Innenstadt aufgestellt worden. Immer wieder komme ich an ihm vorbei und freue mich darüber. Radwegweiser sind eine gute Erfindung. Sie helfen mir, einen guten Weg aus den vielen Wegen auszusuchen, die es gibt. Gut finde ich Wege, bei denen ich einigermaßen direkt und sicher an mein Ziel komme, und am besten gefallen mir die, bei denen ich dann auch noch die schöne Landschaft genießen kann. 
Manchmal allerdings stellen mich solche Radwegweiser auch vor Fragen
 
verwegen
Komm, lass uns alles zusammenpacken und auswandern!
Was Sara wohl damals dachte, als Abraham mit diesem Plan zu ihr kam?
Ob sie genervt war: Oh, nicht schon wieder Abraham mit seinen Ideen und seinem Gott ... Ob sie sich gefreut hat: Endlich mal ein Abenteuer! Womöglich hatte sie ja schlicht Angst vor der Ungewissheit, in die sie da aufbrechen würden; oder sorgte sich darum, wie die Tiere diese Reise überstehen würden. Vielleicht war sie auch traurig, weil sie sich von geliebten Menschen verabschieden musste, oder froh, weil ihr alles schon längst auf den Keks ging.
 
Ausweg
„33 Minuten“ zeigt das Navi als Fahrtzeit an und sucht mir auch gleich die kürzeste Route aus. Das ist eine richtig praktische Funktion – meistens jedenfalls. Als Radfahrerin weiß ich, dass es immer gut ist, die vorgeschlagene Route dennoch genauer anzuschauen: Wie viele Steigungen liegen auf dem Weg? Wie ist die Wegbeschaffenheit? Führt die Route direkt an einer vielbefahrenen Straße entlang?
Der kürzeste Weg ist oft praktisch, aber nicht immer zielführend. Und manchmal braucht es ja auch Umwege, um den Ausweg zu finden und ein anderes Mal ist sogar der Weg das Ziel.
In einem Labyrinth ist das ganz sinnlich erfahrbar.
 
Königsweg
Der Esel gehört dazu. 
In jeder Krippe steht er und in vielen Weihnachtserzählungen sind Maria und Josef mit einem Esel von Nazareth nach Bethlehem unterwegs. Schließlich ist der Weg weit, Maria schwanger und Gepäck hatten sie sicher auch. In der biblischen Weihnachtserzählung nach Lukas 2 kommt kein Esel vor – und doch: der Esel gehört dazu. 
Auf einem Esel ist Jesus in Jerusalem eingezogen. Die alten Propheten hatten vom Friedenskönig erzählt und hoffnungsvolle Bilder einer gerechten und lebenswerten Welt gezeichnet. Jesus stellt sich in diese alte Tradition voller Hoffnung auf Frieden für unsere Welt.
 
Heimat-lichT
Im Laufe der Jahre war ich an ganz verschiedenen Orten Zuhause. Und wenn ich an einen dieser Orte zurückkomme, ist es immer etwas Besonderes. Erinnerungen kommen hoch und ich schaue neugierig, was gleich geblieben ist und was sich verändert hat.
Ich habe nicht die eine Heimat. Ich kann sagen, ich verbinde mit ganz verschiedenen Orte heimatliche Gefühle.
 
Heimat verbunden
Wasser ist ein faszinierendes Element. Einerseits bewegen sich seine Moleküle frei, andererseits sind sie durch Wasserstoffbrücken eng miteinander verbunden. So bildet die Wasseroberfläche fast so etwas wie eine „Haut“. Es entstehen Tropfen und manche Tiere können sich sogar auf der Wasseroberfläche bewegen. Beim Gefrieren sorgen diese besonderen Verbindungen dafür, dass die Moleküle sich quasi ordnen und so zwischen den einzelnen Molekülen mehr Platz ist als im flüssigen Zustand. Eis ist deshalb leichter als Wasser, und Seen gefrieren zunächst an der Oberfläche. Eine geniale Eigenschaft, denn unter dem Eis können Fische und andere Lebewesen überleben.
 
Heimat los
Mit seiner Heimat kann man echt das große Los gezogen haben.
Man kann in so einer begnadeten Landschaft leben wie wir hier. Dazu noch in bester Lage - schnell im Schwarzwald und den Vogesen, aber auch nicht weit von Freiburg, Straßburg und Basel entfernt. Es gibt Wein vor der Haustür und Arbeit auch. Eine Heimat, in der so einiges los ist.
Die daheim können es einem allerdings auch ganz schön schwer machen.
 
Heimatsuche
„Was? In der Bibel kommt der Wirt überhaupt nicht vor? - Aber das hat man uns doch immer so erzählt!“, beschweren sich Konfis jedes Jahr erneut, wenn wir gemeinsam die Weihnachtsgeschichten nach dem Lukas- und Matthäusevangelium lesen. Ich frage sie vorher, was sie so wissen und wir schauen dann, was davon wo in der Bibel steht – und was eben auch nicht. 
Im 2. Kapitel des Lukasevangeliums heißt es schlicht und einfach: „Sie legten das Kind in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge“.
 
Vorzeichen
„Cool, das U-Boot kann fliegen!“, hatte der Mathe-Lehrer hinter eine Aufgabe von Timos Arbeit geschrieben. Timo lief rot an. Wie doof von ihm! Sie hatten ausrechnen sollen, wie tief ein U-Boot liegt, das ein paar Meter gestiegen, gesunken, gestiegen … war - und am Ende hatte er doch tatsächlich vergessen, ein Minus vor das Ergebnis zu schreiben.
Natürlich: Das hätte ihm ja auch selbst auffallen können! Wenigstens hatte er jetzt etwas zu erzählen und die ganze 5a etwas zu lachen.
Vorzeichen sind nicht egal. Nicht in der Mathematik, nicht in der Musik, nicht im alltäglichen Leben.
 
FREI Zeichen
„Wenn das Rote Meer grüne Welle hat“, haben wir auf einer Jugend-Freizeit gesungen. Damals fanden wir wohl vor allem den Titel witzig. Wir wussten, dass unsere Eltern zufrieden waren, wenn sie eine grüne Welle im Straßenverkehr hatten und natürlich kannten wir die Geschichte von Mose und dem Schilfmeer. - „Let my people go!“ haben wir schließlich auch gesungen.
 
verzeichnet
„Sind Sie schon registriert?“, fragt ein freundlicher Mensch am Eingang und weist auf QR-Code, Papier und Stift hin.
Wie so oft in den vergangenen Monaten soll ich auch hier meine Kontaktdaten hinterlassen. „Mal wieder verzeichnet“, denke ich. Irgendwie ist es mir egal geworden, und doch frage ich mich: Sind all diese Verzeichnisse wirklich zu etwas gut? Oder soll mit ihnen eigentlich vielmehr ein Zeichen gesetzt werden? Vielleicht so eine Art Achtungszeichen: Pass auf! Es ist gut, dass Du Kontakte hast, aber nicht ganz egal wie viele. Die Botschaft ist sicher wichtig, nur: Ist das der richtige Weg? Kann man mit so einer Art, Zeichen zu setzen, nicht auch schnell mal das Gegenteil bewirken, sich ver-zeichnen?
 
 
gezeichnet
Wer in Colmar das Musée d’Unterlinden besucht, will meist den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald sehen. Mit Bildern aus der Bibel und von Heiligen erzählt er vom christlichen Glauben. Ganz zentral sind dabei die Geburt Jesu, seine Kreuzigung und Auferstehung. Beeindruckend ist nicht nur die Größe der Altarbilder. Es beeindruckt auch, mit wie vielen Details Matthias Grünewald die einzelnen Szenen gezeichnet hat. 
 
ZEIT LOS
Es sitzt sich richtig gut in den Sesseln, die unsere Freunde neuerdings in ihrem Wohnzimmer stehen haben. Dabei sind die Sessel gar nicht wirklich neu. Sie stammen aus den 50er Jahren und Philip hat sie von seinem Großvater geerbt. Klar, er hat sie neu polstern und beziehen lassen und bestimmt haben sie auch noch den ein oder anderen Tropfen Holzleim gebraucht, um wieder richtig stabil zu sein. Aber als sie neu waren, müssen sie auch schon sehr bequem gewesen sein und toll ist, dass sie auch richtig gut in ihr modernes Wohnzimmer passen. Es sind einfach zeitlose Möbelstücke.
Auch der christliche Glaube ist zeitlos.
 
zeitweise
„Zeitweise war es im vergangenen Jahr recht einsam“, erzählt eine ältere Dame. „Sie wissen ja, die Nachbarskinder sind immer zu mir gekommen, und es war für mich wirklich schwer, dass das nicht mehr ging. Aber jetzt, jetzt kann ich dieser Familie endlich auch etwas zurück geben.“
Immer mal wieder hatte sie mir davon erzählt, wie sie die Kinder vermisst, aber auch mit leisem Glück von den Bildern, die sie ihr gemalt haben. Sie war auch dankbar, dass „die junge Mutter“ für sie einkauft, überhaupt, dass diese Familie und auch andere für sie und ihre Generation auf so vieles verzichtete.
„Und jetzt“, sagte sie, „jetzt, wo ich geimpft bin, kümmere ich mich viel um die Kinder. Es ist eine gute Weise, meine Zeit zu verbringen.“
 
zeitgleich
Es wird Zeit, mal wieder eine Lanze für die Erzähler dieser Welt zu brechen. Für die Ottfried Preußlers, die J.K. Rowlings, die Rafik Schamis und auch für den Evangelisten Lukas.
Sie sind nicht wirklich zeitgemäß, diese Erzähler, denn sie stellen das, was sie zu sagen haben, nicht in Tabellen dar, zeichnen keine Kurven oder Diagramme. Auch würden die wenigsten Erzählungen einen Faktencheck bei „hart aber fair“ bestehen.
Doch auch wenn Tabellen und Kurven die Nachrichten der letzten Monate beherrschen: Wie es wirklich ist, wissen wir eigentlich immer noch nicht.
 
Zeitgemäß
Adventskranz und Advents- kalender – das sind die Maß- stäbe dieser Zeit. Jeden Tag ein Türchen, jeden Sonntag ein weiteres Licht – und wir sehen: das Weihnachtsfest kommt näher!
Was für ein Fest es in diesem Jahr werden wird, ist allerdings längst nicht ausgemacht. Wer wird mit wem wann feiern? Wie werden die Gottesdienste gestaltet sein?
Natürlich stellen sich solche Fragen in jedem Jahr. Und doch sind die Fragen in diesem Jahr anders.
 
Wagemut
Als im März eine Absage nach der anderen kam, die Kinder Zuhause bleiben mussten, viele Geschäfte schlossen und die Straßen immer leerer wurden, hatte ich einen kurzen Moment das Gefühl: Das Leben steht still.
Aber der Moment war nur kurz – das Leben nahm weiter seinen Lauf und vieles wurde deutlich aufwändiger als vorher.
 
Ich glaube, hilf meinem Unglauben
Jahreslosung 2020 - Markus 9,24
„Diese Krankheit ist eine Zumutung!“, findet der Vater. „Sie muss weg.“ Und er sucht sich Menschen, von denen er denkt: „Die müssten das doch können!“ Die Jünger dieses Jesus, findet er, die müssten seinen Sohn doch heilen können – und wenn sie nicht stark genug sind, dann doch wohl Jesus selbst ...
 
UnMUT
Unmut macht sich gerade an vielen Stellen breit.
Den einen gehen die Öffnungen nicht schnell genug, weil sie endlich wieder in ihr altes Leben zurückkehren möchten. Den anderen gehen sie viel zu schnell – sie haben Angst um ihr Leben und das Leben ihrer Lieben. Da ist es schwer, einen guten, für alle tragbaren Weg zu finden. Was richtig ist, wissen wir einfach nicht. Wir können nur ausprobieren, mal ein paar Schritte in eine Richtung wagen, schauen, ob es so geht und sonst halt andere Wege ausprobieren.
Aber wussten wir denn sonst immer so genau, was richtig ist?
 
Lebensmut
Darf man Jesus wie auf diesem Bild darstellen?
Das Kreuz mit dem tanzenden Jesus ist ungewohnt. Normalerweise hängt er am Kreuz. Doch könnte dieser tanzende Jesus die Lebensbilanz, den Sinn darstellen, den Jesus selbst im Rückblick auf sein Leben entdeckt: er hat ein Werk geschaffen, dass sich sehen lassen kann. Er hat geliebt und die Menschen in ihrer Einmaligkeit angenommen. Er hat in der Grenzsituation des Kreuzes den Rest seines Lebens nicht widerrufen, sondern an der Sinnhaftigkeit festgehalten. Jesus ist lebensmutig.
 
LangMUT
Langmut ist ein altes Wort. Es gehört nicht zu den Worten, die ich üblicherweise gebrauche und ich muss zugeben: Langmut gehört auch nicht gerade zu meinen Stärken.
Ich kann geduldig sein. Geduldig etwas erklären, wieder und wieder; geduldig warten, wenn etwas noch nicht an der Zeit ist, …
Aber Langmut ist mehr als Geduld.
 
Bangemachen gilt nicht
„Dieser Herbst wird ein besonderer Herbst!“, höre ich in diesen Tagen immer wieder Menschen sagen. Und so wie es aussieht haben sie recht: wie immer wird es Herbst und doch ist alles ganz anders.
Wie immer werden die Tage kürzer werden, aber dass wir in der kommenden Zeit nicht mehr so häufig draußen sein können, spielt in diesem Jahr eine besondere Rolle.
Wie immer rücken in diesen Zeiten des Jahres ganz besonders die Menschen in unsere Gedanken, die im vergangenen Jahr gestorben sind. Menschen, mit denen wir das Leben geteilt haben, die uns wichtig waren, die wir schmerzlich vermissen. Menschen, die wir womöglich nicht so verabschieden konnten, wie wir uns das gewünscht hätten.
In diesem Jahr werden aber auch noch andere Verluste stärker in den Blick kommen.
 
Ganz verändert
Kein Mensch hätte daran gedacht, dass sich unser Leben in so kurzer Zeit so sehr verändern wird, als wir „verändert“ als Jahresthema für unseren Gemeindebrief "Evangelisch in Ettenheim" auswählten.
Nun stehen wir völlig unerwartet vor der Aufgabe, ganz große Veränderungen zu bewältigen.
Mit drei Sonderausgabe haben wir darüber informiert, wie wir in der Leitung der Kirchengemeinde mit dieser veränderten Situation umgehen. Vor allem aber möchten wir Ihnen ein bisschen was „für die Seele“ mitgeben, denn auch die sollte in dieser Zeit ja gesund bleiben! Und dazu begleitet uns – wie in den anderen Ausgaben dieses Jahres auch schon – eine Form von Mut. In den Sonderausgaben beschäftigten uns die Themen LangMUT,  UnMUT und WageMUT.
Nun haben wir wieder eine reguläre Ausgabe gewagt, in dem wir uns mit dem Thema LebensMUT beschäftigen.
 
DeMUT
Im christlichen Glauben steckt eine ungeheuerliche Kraft der Veränderung. Ganz besonders können wir sie an Ostern spüren, wenn wir die Auferstehung Jesu feiern: vom Dunkel ins Licht, von der Trauer zur Freude, von der Resignation zur Zuversicht.
Aber auch in den Geschichten, die Jesus erzählt, ja in seiner Lebensgeschichte überhaupt, kommt diese Kraft zur Veränderung immer wieder durch.
Jesus nimmt nicht einfach alles so hin, wie es ist. Er schaut, wo Veränderung möglich ist; ...
 
ZuMUTung
Lina und Tom streiten sich mal wieder darum, wem die Schnipsel auf dem Boden gehören. Die Zweitklässler haben Bilder ausgeschnitten und aufgeklebt und bevor sie nun etwas anderes machen dürfen, müssen sie erst ihren Arbeitsplatz aufräumen: Auf dem Tisch und unter dem Tisch!
Manchmal schaffen sie es, sich zu einigen, oft aber muss ich vermitteln. „Immer muss ich aufräumen! Tom macht nie etwas!“, sagt Lina dann. Tom sagt nur: „Das sind nicht meine Schnipsel. Die liegen auf deiner Seite.“
Aufräumen ist für sie eine Zumutung. Sich zu einigen auch. Beim einen werden sofort Grenzen gezogen, beim anderen Grenzen ausgetestet.
 
Anderer Wind
Meine Großmutter sagte immer: „Jetzt weht wieder ein anderer Wind!“, wenn die Ferien vorüber waren und das neue Schuljahr begann. Wir wussten sofort, was sie meinte: Nichts mehr mit in den Tag hinein leben, langen Tagen im Garten oder auf der Straße.
Nun hieß es wieder morgens schauen, dass man loskommt, alles dabei hat, was man braucht, Hausaufgaben machen, und was auch immer so auf dem Programm stand.
Seit dieser Woche weht dieser andere Wind wieder – wenn auch für manche der Unterschied nicht ganz so groß ist, weil sie einen Teil der Sommerferien in der Betreuung verbracht haben, die die Schule dankenswerterweise anbietet.
Der Wind ist ein anderer, wenn die Schule beginnt - aber auch der, der grundsätzlich durch unsere Familien weht.
 
Weihnachten ist für mich ...
Weihnachten ist für mich seit ich mich erinnern kann Musik.
Irgendwann am Heiligen Abend meiner Kindheit - nachdem alle satt und die Geschenke ausgepackt waren - fand meine Großmutter, man könnte nun noch gemeinsam Weihnachtslieder singen.
Sie stimmte Lieder wie „Kling Glöckchen“, „O Tannenbaum“ und „Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen“ an und alle fielen in den Gesang ein.
Besonders schön klang es vermutlich schon damals nicht, aber das war allen egal.
 
Mal angenommen
Mal angenommen, es wäre ganz leicht.
Mal angenommen, es wäre ganz leicht zu wissen, was „dem Herrn wohlgefällig ist“, was wir tun müssten, damit die „unfruchtbaren Werke“ dieser Welt keine Wurzeln schlagen können, damit aufgedeckt werden kann, was hier so alles schief läuft.
Mal angenommen, es wäre ganz leicht, sich nicht hineinziehen zu lassen, in die Machtspiele um uns herum, in eigene Abgründe, in Ängste und Widersprüche.
Mal angenommen, es wäre ganz leicht, hinzustehen, immer die Wahrheit zu sagen, gerecht zu handeln und voller Güte zu leben – dann bräuchten wir nicht hier zu sitzen. Dann wäre es nicht nötig, dass ich Gott mein Leid klage, dass ich ihm erzähle, was mal wieder schief gegangen ist, was mich bedrückt und mir das Leben schwer macht. Dann wäre es nicht nötig, immer wieder um Vergebung zu bitten und auf einen Neuanfang zu hoffen.
Es ist eben nicht leicht.