Im Laufe der Jahre war ich an ganz verschiedenen Orten Zuhause. Und wenn ich an einen dieser Orte zurückkomme, ist es immer etwas Besonderes. Erinnerungen kommen hoch und ich schaue neugierig, was gleich geblieben ist und was sich verändert hat.
Ich habe nicht die eine Heimat. Ich kann sagen, ich verbinde mit ganz verschiedenen Orte heimatliche Gefühle. Immer gab oder gibt es Menschen aus einer Zeit, die mir wertvoll sind, immer habe ich besondere Erfahrungen gemacht. Jeder Ort hat sich auf irgendeine Weise in mein Leben eingeprägt.
Ich habe nicht die eine Heimat. Ich kann sagen, ich verbinde mit ganz verschiedenen Orte heimatliche Gefühle. Immer gab oder gibt es Menschen aus einer Zeit, die mir wertvoll sind, immer habe ich besondere Erfahrungen gemacht. Jeder Ort hat sich auf irgendeine Weise in mein Leben eingeprägt.
In diesem Sommer waren wir mal wieder am Bodensee, dem Ort meiner Schulzeit. Ein paar Tage direkt am See - morgens mit Blick auf den See frühstücken, abends den Sonnenuntergang am See betrachten, baden, paddeln, ...
Was mich in diesem Jahr am meisten fasziniert hat, war das Licht. Die wechselnden Farben des Sonnenuntergangs von goldgelb nach orange und rot, die Farbe des Wassers - mal dunkelblau, mal hellblau, dann wieder fast türkis -, das Mondlicht, das einen weißen Streifen auf’s Wasser zeichnete und zum Abschluss die Nacht der Gewitter: Ein Wetterleuchten jagte das andere, um uns herum zuckten Blitze über den Himmel, Donner grollte - ein beeindruckendes Schauspiel!
Lange Jahre war ich kaum am Bodensee. Die Erinnerungen an diese Zeit sind nicht nur schön. Mit diesem wunderbaren Ort sind auch viele Verletzungen verbunden. Wie unser Urlaub ist diese Zeit von ganz unterschiedlichen Farben und auch heftigen Gewitterstürmen geprägt.
Als wir jetzt am See waren, konnte ich zu meiner alten Heimat auf der anderen Seeseite hinübersehen. Vieles sah von hier ganz anders aus. Nicht alles habe ich aus dieser ungewöhnlichen Perspektive sofort erkannt. Vieles erschien in ganz anderem Licht.
Heimat verändert sich – egal, ob wir an andere Orte ziehen oder ob wir da bleiben, wo wir geboren und aufgewachsen sind. Der Schreiber des Hebräerbriefs hat schon recht: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräer 13,14).
Dass sich alles verändert, ist ja in der Tat nicht immer leicht zu ertragen – vor allem, wenn es so schnell geht wie heutzutage; vor allem dann, wenn man viel Gutes mit dem verbindet, was war. Da muss man sich dann schon sehr bewusst daran erinnern:
Veränderung kann auch eine Chance sein – für die ein oder andere sogar ein Segen.
„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
Wunderbar finde ich daran: Bei Gott gibt es eine Zukunft – in seiner ewigen Heimat und auch hier in dieser Welt. Gott hat als Mensch hier gelebt. Das sind wir ihm wert. Er hat gezeigt: er setzt alles dran, dass wir Menschen, dass diese Welt eine Zukunft hat.
Suchen müssen wir halt schon …
Severine Plöse in Evangelisch in Ettenheim 2023/4
