Die Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Matz&Luge

Die Orgel in der evang. Kirche Ettenheim ist ein Instrument mit Vergangenheit.
Sie hatt
e bis April 2016 ihren Dienst in der evang. Gemeinde Pfaffengrund / Heidelberg geleistet. Nach der Schließung des Stephanus- Gemeindesaals in Pfaffengrund, fand das Instrument eine neue Heimat in der Christuskirche Ettenheim.

Üblicherweise ist eine Kirchenorgel ein Unikat und wird musikalisch und gestalterisch auf den Raum, in dem sie stehen soll abgestimmt und ist daher nicht ohne weiteres übertragbar.
Die meisten Kirchen aller Epochen verfügen über keinen expliziten Standort für eine Kirchenorgel. Sind die Kirchen groß genug, ergeben sich reichlich Möglichkeiten eine Orgel zu platzieren. Von der üblichen Platzierung auf einer Empore bis hin zur „hängenden“ Schwalben Nest Orgel (Kölner Dom).
Da die Orgel das größte Musikinstrument mit erheblichem Platzbedarf ist, ergeben sich natürliche Raumprobleme, je kleiner der Kirchenbau ist. Die kleine Disposition (der Klangumfang) und die Silhouette der Orgel aber passten in beide Räume, so dass mit wenigen optischen Abänderungen an den oberen Häuptern der Gehäusefelder eine gute Übertragung möglich war.
Das Instrument hat 12 Register (3 Register sind eigentlich Bestandteil der Mixtur, aufgeteilt in vier einzelne Chöre). Diese zwölf Klangfarben verteilen sich auf 2 Manuale.
Das Pedal verfügt über keine eigenen Pfeifen. Es teilt sich vier Register mit dem Hauptwerk, nämlich Bordone 16', Principale 8', Flauto di Legno 8' sowie Ottava 4', da für ein eigenständiges Pedal nicht genügend Raumvolumen vorhanden war.
Die Klangvielfalt ist dennoch sehr ausgewogen. Die Basis ist der vollständige Principalchor, der sowohl als einzelne Stimme sowie im gemeinsamen Plenum den typischen Orgelton erklingen lässt. Außerdem gibt es noch die Flötenstimmen als Gegenpol zu den Principalen in der Tenor- und Sopranlage.

Als Besonderheit kann in der Orgel noch das Tromboncini 8' erklingen, eine Zungenstimme mit gedrechselten Holzbechern, das nochmals eine ganz eigene Klangfarbe zur Verfügung stellt.
Außerdem wurden einige Register in Bass- und Diskant geteilt, so dass diese Klangfarben hälftig als Solo- oder Begleitstimme fungieren können und dadurch die Variabilität der Klangfarben-Mischungen erweitert.
Darüber hinaus stellt die Spielmechanik neben den üblichen Normalkoppeln noch eine Oktavkoppel (Terza mano) zu Verfügung, um eine Stimme besonders hervorzuheben.

Die vollmechanische Traktur ermöglicht den Organisten/innen ein sensibles Spielgefühl und befördert das lebendige Orgelspiel.

Wir wünschen der Gemeinde viel Freude beim gemeinsamen Musizieren mit dem neuen Instrument oder in der stillen Teilhabe an der Orgelmusik,

Orgelbaumeister Alex Matz, Hans-Martin Luge
und Orgelbauer Raphael Vilgis