Woher kommen unsere Abendmahlskelche?

 

Über hundert Jahre alt ist unsere Ettenheimer Kirche. Noch älter aber sind zwei unserer Abendmahlskelche. Auch wenn die wenigen evangelischen Christen in Ettenheim damals noch keinen eigenen Pfarrer hatten, erreichten sie doch bereits 1883 eine gewisse Selbständigkeit. Sie bekamen den Status einer „Diasporagenossenschaft“ verliehen. Im November stellte ihnen Gemeinderat (Bürgermeister) Machleid einen Raum im Realgymnasium für Gottesdienste zur Verfügung.

Für diese Gottesdienste stiftete der Gustav-Adolf-Frauenverein Pforzheim der kleinen, finanzschwachen Diasporagemeinde den ersten Abendmahlskelch. Er trägt die Gravur:

„Gewidmet vom Gustav-Adolf-Frauenverein Pforzheim 10. November 1883“.

Gustav-Adolf-Vereine gab es und gibt es überall in Deutschland seit 1842. Sie nannten sich nach dem schwedischen König Gustav-Adolf, der im 30-jährigen Krieg den Evangelischen zu Hilfe gekommen war. Der Verein unterstützt kleine evangelische Gemeinden in überwiegend katholischer Umgebung.

3 Jahre nach dem ersten Ettenheimer Abendmahlskelch stiftete eine private Spenderin den zweiten silbernen Kelch. Er hat die gleiche Gestalt wie der erste. Eingraviert liest man:

„Gewidmet von Frau Johanna Kaibel zum Andenken an die Confirmation ihrer beiden ältesten Enkel 1886“.

Noch heute sind beide Kelche bei unseren Abendmahlsfeiern in Gebrauch.

2020 ist das Trinken aus einem Kelch aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Abendmahl gefeiert werden soll trotzdem. Die Kirchengemeinde lässt von der Töpferei Treiber in Ettenheimmünster 2 Gießkelche und 50 passende Becher herstellen. Auf diese Weise kann aus einem Kelch getrunken werden, ohne dass jemand Sorge haben muss, eine/n anderen zu gefährden.