Sonntag Zuhause - Okuli

Gottesdienst zum 7. März 2021

Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm: Psalm 34 - WW 914.2
KV: Oculi nostri ad dominum deum, oculi nostri ad dominum nostrum.
Unsere Augen sehn stets auf den Herren
Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten *
und seine Ohren auf ihr Schreien.
Das Antlitz des HERRN steht wider alle, die Böses tun, *
dass er ihren Namen ausrotte von der Erde.
Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR *
und errettet sie aus all ihrer Not.
Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, *
und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Der Gerechte muss viel leiden, *
aber aus alledem hilft ihm der HERR.
Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, *
dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird.
Den Frevler wird das Unglück töten, *
und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.
Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, *
und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.
Kehrvers: Oculi nostri ...
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Kehrvers: Oculi nostri ...
Gebet:
Hilflose suchen Helfer,
Schwache suchen eine Kraft,
Menschen suchen nach Dir, Gott,
und fühlen sich in ihrer Suche oft allein.
Verstehen nicht das Unrecht der Welt.
Verstehen nicht die Last, die sie zu tragen haben, werden müde.
Verlier uns nicht aus den Augen – erlösender Gott. Amen
Lied: Kreuz, auf das ich schaue – WW 170
1. Kreuz, auf das ich schaue, steht als Zeichen da;
der, dem ich vertraue, ist in dir mir nah.
2. Kreuz, zu dem ich fliehe aus der Dunkelheit;
statt der Angst und Mühe ist nun Hoffnungszeit.
3. Kreuz, von dem ich gehe in den neuen Tag,
bleib in meiner Nähe, dass ich nicht verzag.
Lesung des Predigttextes: Epheser 5, 1-4 (5-8) 9-11
So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört, auch nicht von schändlichem Tun und von närrischem oder losem Reden, was sich nicht ziemt, sondern vielmehr von Danksagung. …
Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
Mal angenommen, es wäre ganz leicht.
Mal angenommen, es wäre ganz leicht zu wissen, was „dem Herrn wohlgefällig ist“, was wir tun müssten, damit die „unfruchtbaren Werke“ dieser Welt keine Wurzeln schlagen können, damit aufgedeckt werden kann, was hier so alles schief läuft.
Mal angenommen, es wäre ganz leicht, sich nicht hineinziehen zu lassen, in die Machtspiele um uns herum, in eigene Abgründe, in Ängste und Widersprüche.
Mal angenommen, es wäre ganz leicht, hinzustehen, immer die Wahrheit zu sagen, gerecht zu handeln und voller Güte zu leben – dann bräuchten wir nicht hier zu sitzen. Dann wäre es nicht nötig, dass ich Gott mein Leid klage, dass ich ihm erzähle, was mal wieder schief gegangen ist, was mich bedrückt und mir das Leben schwer macht. Dann wäre es nicht nötig, immer wieder um Vergebung zu bitten und auf einen Neuanfang zu hoffen.
Es ist eben nicht leicht. Aber dass ich kommen darf, macht mir das Leben leichter. Dass ich kommen und hören darf: „Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ - Licht macht das Leben leichter.
Mit Hilfe des Lichtes kann ich sehen, was um mich ist. Ich kann die Menschen sehen, die mich in meinem Leben begleiten – sie wahrnehmen. Natürlich kommt im Licht auch das Dunkle besonders gut zum Vorschein und so sehe ich auch die Fehler besser. Ich kann aber auch besser sehen, was möglich ist und wo Augen vor Begeisterung leuchten.
Der Epheserbrief ruft uns zu: Licht macht das Leben leichter und wo Licht ist, da kann auch etwas wachsen. Und: Das Licht Gottes ist da – für uns – für Dich und mich. Wir sind geliebte Kinder Gottes. Gottes Augen leuchten, wenn er uns sieht. Und: Er traut uns zu, dass auch wir leuchten können – als be- und erleuchtete.
Mal angenommen, ich bin so ein geliebtes Kind Gottes und könnte nachahmen, was er so tut – so wie Kinder das bei Eltern eben tun.
Mal angenommen, ich könnte mich selbst annehmen; meine Stärken, aber auch meine Fehler und Schwächen wahrnehmen; dann nicht in Größenwahn zu geraten und bei meinen Fehler auf Vergebung und Neuanfang vertrauen.
Mal angenommen, ich könnte die anderen annehmen, sie mit leuchtenden Augen anschauen; ihre Fähigkeiten sehen, Verletzungen spüren, Grenzen ziehen und doch auch immer wieder bereit sein, neu auf die andere zuzugehen, Grenzen zu erweitern.
Mal angenommen, es wäre so, dann könnten Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit entstehen. Das „Entstehen“ finde ich dabei wichtig.
Es sind keine Ziele, die ich erreichen soll, kein: „Tue jeden Tag eine gute Tat, sage immer die Wahrheit, sei mutig und stark.“ An solchen Zielen scheitern wir oft – manche zerbrechen sogar daran.
Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit sind Früchte. Sie sind Früchte der Liebe Gottes und wachsen durch sein Licht.
Gerechtigkeit – da geht es nicht einfach darum, dass ich Gesetze einhalte. Es meint, dass ich mich an dem orientieren kann, wofür die Gesetze da sind: Schauen, was ist für uns als Gemeinschaft richtig, was ist für unser Miteinander wichtig, damit es gut wird. Güte kann mir darin Orientierung sein. Sie kommt aus dem Herzen, in ihr wirkt Gottes Geist. Es ist das, was mich bewegt. So kann das, was ich tue auch wahrhaftig werden. Wahrheit, das meint hier nicht die Unterscheidung zwischen richtig und falsch. Es geht darum, dass man sich auf das verlassen kann, was ich sage und tue, dass man sich auf mich verlassen kann.
Mal angenommen, ich bin von Gott angenommen –
dann ist es ganz leicht. - Amen
Lied: Himmel, Erde, Luft und Meer – EG 504, 1-3.6
1. Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr;
meine Seele, singe du, bring auch jetzt dein Lob herzu.
2. Seht das große Sonnenlicht, wie es durch die Wolken bricht;
auch der Mond, der Sterne Pracht jauchzen Gott bei stiller Nacht.
3. Seht, wie Gott der Erde Ball hat gezieret überall.
Wälder, Felder, jedes Tier zeigen Gottes Finger hier.
6. Ach mein Gott, wie wunderbar stellst du dich der Seele dar!
Drücke stets in meinen Sinn, was du bist und was ich bin.
Fürbitten und Vaterunser:
Dreieiniger Gott,
lass dein Licht unter uns leuchten,
damit wir sehen können, was ist und wie es weiter gehen könnte.
Lass Deine Güte unter uns leuchten,
dass wir Begeisterung für‘s Leben spüren können
und weiter tragen können.
Lass Deine Gerechtigkeit unter uns leuchten,
dass wir lernen, zugewandt und einfühlsam zu sein,
und einander zu achten.
Lass Deine Wahrheit unter uns leuchten
dass wir unserer Arbeit verantwortungsvoll nachgehen,
dass wir mit unserer Kraft dem Frieden dienen
und für Gerechtigkeit eintreten.
Lass deine Liebe unter uns leuchten
dass wir uns nicht blenden lassen
durch Macht, Geld und Besitz.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: Du siehst mich – WW 130
1. Du siehst mich, wo ich steh, wo ich geh, wo auch immer ich bin,
auch wenn mein Blick nur suchen kann, bist du, bist du, bist du mein Gott.
2. Denn du hörst mich, wo ich steh, wo ich geh, wo auch immer ich bin,
auch wenn mein Mund nur stammeln kann, bist du, bist du, bist du mein Gott.
3. Denn du liebst mich, wo ich steh, wo ich geh, wo auch immer ich bin,
auch wenn mein Herz nur zweifeln kann, bist du, bist du, bist du mein Gott.
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.
Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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