„Sind Sie schon registriert?“, fragt ein freundlicher Mensch am Eingang und weist auf QR-Code, Papier und Stift hin.
Wie so oft in den vergangenen Monaten soll ich auch hier meine Kontaktdaten hinterlassen. „Mal wieder verzeichnet“, denke ich. Irgendwie ist es mir egal geworden, und doch frage ich mich: Sind all diese Verzeichnisse wirklich zu etwas gut? Oder soll mit ihnen eigentlich vielmehr ein Zeichen gesetzt werden? Vielleicht so eine Art Achtungszeichen: Pass auf! Es ist gut, dass Du Kontakte hast, aber nicht ganz egal wie viele. Die Botschaft ist sicher wichtig, nur: Ist das der richtige Weg? Kann man mit so einer Art, Zeichen zu setzen, nicht auch schnell mal das Gegenteil bewirken, sich ver-zeichnen?
Wie so oft in den vergangenen Monaten soll ich auch hier meine Kontaktdaten hinterlassen. „Mal wieder verzeichnet“, denke ich. Irgendwie ist es mir egal geworden, und doch frage ich mich: Sind all diese Verzeichnisse wirklich zu etwas gut? Oder soll mit ihnen eigentlich vielmehr ein Zeichen gesetzt werden? Vielleicht so eine Art Achtungszeichen: Pass auf! Es ist gut, dass Du Kontakte hast, aber nicht ganz egal wie viele. Die Botschaft ist sicher wichtig, nur: Ist das der richtige Weg? Kann man mit so einer Art, Zeichen zu setzen, nicht auch schnell mal das Gegenteil bewirken, sich ver-zeichnen?
Der Kaiser Augustus wollte ein Zeichen setzen. Schließlich war er Herrscher des römischen Weltreiches. Das sollten alle wissen. Und überhaupt wollte er nun endlich mal wissen, wie viele Menschen er da eigentlich unter sich hatte. Alle, die zu seinem Reich gehören, sollten in einem Verzeichnis erfasst werden.
„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.“ - erzählt der Evangelist Lukas (Lukas 2,1).
Ob es diese Volkszählung wirklich gab? Wohl eher nicht, und wenn, dann nicht so. Aber es gab diese römischen Kaiser, die sich für gottgleich hielten und meinten, mit einem Fingerschnipsen die ganze Welt in Bewegung setzen zu können – wir kennen auch heute solche Typen, im Großen wie im Kleinen.
Und eben von diesen Typen erzählt der Evangelist und davon, wie Gott seelenruhig seine eigenen Pläne in die des Kaisers hineinzeichnet.
Da demonstriert der selbstverliebte Kaiser seine Macht und Gott schenkt einem Kind das Leben. Bei Gott ist die Liebe wichtig, die andere im Blick hat, die für das Leben sorgt, etwas von sich gibt - hingebungsvoll.
Da wird erzählt, dass der Kaiser nur zu befehlen braucht und schon tun Menschen, was er will, und machen sich auf den Weg. Doch damit sorgt er ungewollt dafür, dass das Kind in Bethlehem geboren wird, in der Stadt, aus der der große König David kommt, in der Stadt, aus der der Messias, der Retter der Welt kommen soll.
Verzeichnisse können hilfreich und gut sein. Die Klassenliste, dank der ich weiß, dass alle Schü-lerinnen da sind, die Adressliste, die dafür sorgt, dass alle einen Gemeindebrief bekommen, oder das Wählerverzeichnis für die Bundestagswahl, damit alles mit rechten Dingen zugeht.
Was wohl eher nicht funktio-niert, ist, mit Verzeichnissen ein Zeichen zu setzen. Das kann harmlos sein, wie bei der Regi-strierung der Kontaktdaten, die vor allem Gleichgültigkeit erzeugt. Solche Verzeichnisse können aber auch - wie bei Augustus - zu Zeichen der Macht werden, wenn es darum geht, mit ihnen z.B. Beschränkungen zu legitimieren.
Dann hilft es vielleicht, sich daran zu erinnern, wie Gott seine Macht in dieser Welt ausübt: Mit Liebe zum Leben und für die Zukunft und mit einem großen Herzen für die, die keinen Raum haben in der Herberge und auf den Feldern frieren müssen.
Ihnen sagt er: Fürchtet Euch nicht! Euch ist heute der Retter geboren. Friede auf Erden den Menschen, denen Gott sich zuwendet.
Severine Plöse in Evangelisch in Ettenheim 2022/1
