Er war dankbar für das, was er hatte – auch wenn er dafür viel und hart arbeiten musste. Seine Güte und Bodenhaftung behielt er auch trotz seiner Parkinsonerkrankung, die ihn in seinen letzten Lebensjahren so manches mal aus dem Tritt brachte.
Ich glaube, seine Ruhe, seine Dankbarkeit und die Zuversicht, die er ausstrahlte, schöpfte er aus einem tiefen Grund.
Mein Großvater war in einem kleinen Dorf auf der Baar aufgewachsen, in einer gut katholischen Familie. Auch wenn seine Kirche ihn sehr verletzt hatte (die evangelische Heirat hatte zur damaligen Zeit zur Exkommunikation geführt), blieb er ihr sein Leben lang treu. Er feierte zwar gemeinsam mit seiner Frau und der Familie viele Gottesdienste in der Evangelische Kirche. Dort fühlte er sich aufgenommen und gestärkt für seinen Alltag. Aber seine Kirche verband ihn mit dem Grund, der in ihm als Kind gelegt worden war und aus dem er sein Leben lang schöpfte und dankbar war.
Mir scheint, auch Paulus hatte einen solchen Grund, der ihn für sein Leben stärkte und zuversichtlich machte. An seine Gemeinde in Korinth schreibt er (1. Kor 3,11): „Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Christus Jesus.“
Der Grund ist gelegt.
Wir müssen das nicht selbst tun. Gott hat ihn gelegt in dem Menschen Jesus; in dem Menschen, der Gott so nahe stand, dass Menschen bis heute sagen: „Er ist der Christus, der Messias, der gesalbte Gottes, der Retter. In diesem Jesus begegnet uns Gott. In ihm sind Gottes Welt und Menschenwelt miteinander verbunden. Durch ihn sind wir mit Gottes Welt verbunden.“
Der Grund ist gelegt.
Es ist Gott selbst, der da drin steckt, und der lässt sich durch nichts erschüttern. Nicht durch meine Zweifel, nicht durch Klimaveränderungen, nicht durch Fehler, die ich mache, nicht durch Leid, das mir geschieht, nicht einmal durch den Tod.
Der Grund ist gelegt.
Wir dürfen auf diesem Grund unser Leben leben.
Dazu gehört wohl: die Vergangenheit zwar mit kritischem Blick aber auch mit viel Gelassenheit zu betrachten; die schönen Augenblicke der Gegenwart zu genießen, bei den anderen den Mut nicht verlieren; und die Zukunft durchaus mit Sorge, aber mit einer ordentlichen Portion Zuversicht zu betrachten.
Möge Ihnen viel davon gelingen!
Severine Plöse (Evangelisch in Ettenheim 19/4)
