Das Gebet verändert

Meine engen Grenzen

Demut kann auch heißen, die eigenen Grenzen zu kennen, sich darüber im Klaren zu sein: Ich habe nicht alles in der Hand. Mache ich mir das immer wieder bewusst, muss ich mich nicht ständig an Dingen abarbeiten, die ich nicht ändern kann und habe mehr Kraft für das, was ich tun kann.
Grenzen sind aber immer auch erweiterbar – vielleicht manchmal nur ein ganz kleines Stück, aber auch das kann ja schon verändern.
Im Lied „Meine engen Grenzen“ wird um solche Grenzerweiterungen gebeten. Das Lied ermutigt, das, was mich im Leben begrenzt, vor Gott zu legen und ihn um Veränderung zu bitten.
Das Lied „Meine engen Grenzen“ ist gar nicht so neu. Es stammt von 1981. Der hessische Sozialarbeiter und Pfarrer Eugen Eckert (*1954) hat es geschrieben. Aber im Gegensatz zu „Bewahre uns Gott, behüte uns Gott“, das vom gleichen Autor stammt, ist es nicht ins Evangelische Gesangbuch aufgenommen worden. Das „blaue“ Liederbuch enthält nun einige Lieder von Eugen Eckert: Neben „Meine engen Grenzen“ (WW 178) findet sich dort z.B. „Da wohnt ein Sehnen“, für das Eugen Eckert den deutschen Text geschrieben hat, „Dir, Gott, will ich vertrauen“ (WW 22) und „Mit dir, Maria, singen wir“ (WW 182).
Die Melodie von „Meine engen Grenzen“ stammt von Winfried Heurich (*1940). Er war lange Jahre als Chorleiter und Organist an der Liebfrauenkirche in Frankfurt am Main tätig und lehrte an der dortigen Musikhochschule.
 
 Severine Plöse (Evangelisch in Ettenheim 20/2)
 
 
Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Weite, Herr, erbarme dich.

 

Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt,
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Stärke, Herr, erbarme dich.

Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Wärme, Herr, erbarme dich.

Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Heimat, Herr, erbarme dich.

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