Sonntag Zuhause - Rogate

Gottesdienst am 17. Mai 2020

Votum:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen
Psalm: Psalm 95 - WW 944
Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken *
und jauchzen dem Hort unsres Heils!
Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen *
und mit Psalmen ihm jauchzen!
Denn der HERR ist ein großer Gott *
und ein großer König über alle Götter.
Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, *
und die Höhen der Berge sind auch sein.
Denn sein ist das Meer, und er hat‘s gemacht, *
und seine Hände haben das Trockene bereitet.
Kommt, lasst uns anbeten und knien *
und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.
Denn er ist unser Gott *
und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Wir sind dankbar, Gott.
Dankbar, dass wir am Leben sind.
Dankbar, dass der Alltag wieder weniger eingeschränkt ist.
Aber zum Frohlocken und Jauchzen ist die Zeit nicht wirklich.
Wir wissen nicht, ob wir das Richtige tun.
Die einen haben Sorge, dass alles zu schnell geht,
andere, dass durch Beschränkungen mehr Leben zerstört wird.
Dir vertrauen wir Gott und legen all unsere Sorgen und Ängste, aber auch all unsere Hoffnungen in Deine Hand.
Wir bitte dich: stärke uns
und lass uns die Kraft deiner Auferstehung spüren. Amen
Lied: Der schöne Ostertag – EG 117
1. Der schöne Ostertag! Ihr Menschen, kommt ins Helle! / Christ, der begraben lag, / brach heut aus seiner Zelle. / Wär vorm Gefängnis noch der schwere Stein vorhanden, / so glaubten wir umsonst. / Doch nun ist er erstanden, / erstanden, erstanden, erstanden.

2. Was euch auch niederwirft, / Schuld, Krankheit, Flut und Beben - er, den ihr lieben dürft, / trug euer Kreuz ins Leben. / Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden, / so kämpften wir umsonst. / Doch nun ist er erstanden, / erstanden, erstanden, erstanden.
3. Muss ich von hier nach dort - er hat den Weg erlitten. / Der Fluss reißt mich nicht fort, / seit Jesus ihn durchschritten. / Wär er geblieben, wo des Todes Wellen branden, / so hofften wir umsonst. / Doch nun ist er erstanden, / erstanden, erstanden, erstanden.

Lesung des Predigttextes: Matthäus 6, 5-15

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.] Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:

Ein gläubiger Mensch rettet sich während einer riesigen Überschwemmung auf das Dach seines Hauses. Die Fluten steigen und steigen. Eine Rettungsmannschaft kommt in einem Boot vorbei und bietet an, ihn mitzunehmen. „Nein, danke“, sagt er, „Gott wird mich retten.“ Die Nacht bricht an, und das Wasser steigt weiter. Der Mann klettert auf den Schornstein. Wieder kommt ein Boot vorbei, und die Helfer rufen: „Steig ein!“ – „Nein, danke“, erwidert der Mann nur. „Gott wird mich retten.“ Schließlich kommt ein Hubschrauber. Die Besatzung sieht ihn im Scheinwerferlicht auf dem Schornstein sitzen, das Wasser bis zum Kinn. „Nehmen Sie die Strickleiter“, ruft einer der Männer. „Nein, danke“, antwortet der Mann, „Gott wird mich retten.“
Das Wasser steigt weiter, und der Mann ertrinkt. Als er in den Himmel kommt, beschwert er sich bei Gott: „Mein Leben lang habe ich treu an Dich geglaubt. Warum hast Du mich nicht gerettet?“ Gott sieht ihn erstaunt an: „Ich habe dir zwei Boote und einen Hubschrauber geschickt. Worauf hast Du gewartet?“
Manchmal wissen wir nicht, wie wir aus einer schwierigen Situation heil wieder heraus kommen sollen. Dann ist es gut, dass wir uns an Gott wenden können, zu ihm beten können, all unsere Ängste und Sorgen vor ihn bringen und ihn um Hilfe bitten können. Gott weiß, was wir brauchen – sagt Jesus – schon bevor wir ihn bitten.
Aber Gott nimmt uns die Verantwortung für unser Leben nicht ab – leben müssen wir schon selbst.
So ist das Gebet auch nichts, was ich für Gott tue. Wenn ich bete, dann hilft das mir. Es hilft mir, mein Leben zu ordnen und einen klaren Blick zu bekommen – für das, was ich sage und tue und für das, was mich dabei bewegt – sogar dann, wenn mir womöglich selbst noch verborgen ist, was das ist.
Im Gebet geht es also sowohl um mich persönlich als auch um meine Haltung zu Gott und der Welt. Ich denke, deswegen soll das Gebet einerseits im Kämmerlein stattfinden, hat aber gleichzeitig auch unser Miteinander im Blick - „so sollt ihr beten“, sagt Jesus.
Im Vaterunser kommt all das ganz dicht zusammen.
Wenn wir diese Worte beten, erkennen wir an, dass Gott, unser Vater, es gut mit uns meint und uns jeden Tag schenkt, was wir zum Leben brauchen (unser tägliches Brot gibt uns heute) – wir müssen uns nicht sorgen. Das Gebet erinnert uns daran, dass Gott die Macht hat im Himmel und auf Erden – niemand sonst. Schon gar nicht diejenigen, die mir den Himmel auf Erden versprechen.
Das Vaterunser erinnert uns daran, dass Vergebung uns frei macht.
So kann Vertrauen in Gott und Beten zum Leben helfen.
Amen

Lied: Erinnere uns an den Anfang – WW 134, 1-3

1. Erinnere uns an den Anfang. Am Anfang, als Leben begann, sprachst du zu uns: Ihr seid willkommen, hast du an die Hand uns genommen. Erinnere uns an den Anfang, an Ursprung und Werden, Vergehen, damit wir das Leben verstehen, damit wir klug, damit wir klug, damit wir klug werden.
2. Erinnere uns an das Staunen. Mit staunendem, offenen Blick hast du uns als Kinder gesegnet, sind wir allem Neuen begegnet. Erinnere uns an das Staunen, an Ursprung und Werden, Vergehen,...
3. Erinnere uns an Erfahrung. Erfahrung, die uns heute prägt, hat uns auch durch Trauer geleitet, hat unseren Glauben geweitet. Erinnere uns an Erfahrung, an Ursprung und Werden, Vergehen, …

Fürbitten und Vaterunser:

Du schenkst uns das Leben, Gott, und alles, was wir brauchen.
Du schenkst es uns einfach so. Dafür müssen wir nichts tun.
So ermunterst Du uns und machst uns frei,
unsere Welt in Deinem Geiste zu gestalten. Das ist gut.
Wir bitten Dich:
Lass uns einander aufmerksam zuhören.
Es ist nicht einfach, in dieser besonderen Zeit den richtigen Weg zu finden. Wir brauchen gute Auseinandersetzungen.
Hilf uns dabei, unsere persönlichen Sorgen, Interessen und Beweggründe wahrzunehmen und offen einzubringen.
Lass uns dabei auch die Menschen im Blick haben, die
In der Stille bringen wir vor Dich, was uns persönlich bewegt
Stille
Miteinander und füreinander beten wir: Vater unser, …

Lied: Bewahre uns Gott – EG 171

1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, / sei mit uns auf unsern Wegen.
|: Sei Quelle und Brot in Wüstennot, / sei um uns mit deinem Segen, :|
2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, / sei mit uns in allem Leiden.
|: Voll Wärme und Licht im Angesicht, / sei nahe in schweren Zeiten, :|
3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, / sei mit uns vor allem Bösen.
|: Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen. :|
4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, / sei mit uns durch deinen Segen.
Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, / sei um uns auf unsern Wegen,
dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, / sei um uns auf unsern Wegen.

Segensbitte:

Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen

EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder

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