Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
(Wochen-)Spruch zum Eingang:
Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren (Römer 5, 8)
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist
wie es war im Anfang jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gebet:
Gott, unser Vater, du hast ein großes geduldiges Herz für uns,
weil du uns so sehr liebst. Und doch fällt es uns oft schwer,
diese Liebe anzunehmen und weiterzugeben.
weil du uns so sehr liebst. Und doch fällt es uns oft schwer,
diese Liebe anzunehmen und weiterzugeben.
Vergib, wo wir uns deiner Liebe verschlossen haben und den Menschen,
die uns brauchten, deine Liebe schuldig geblieben sind.
Hilf uns, dass wir deine große Barmherzigkeit und Güte nicht vergessen,
und schenke uns die Kraft und den Mut, selbst barmherzig zu sein.
die uns brauchten, deine Liebe schuldig geblieben sind.
Hilf uns, dass wir deine große Barmherzigkeit und Güte nicht vergessen,
und schenke uns die Kraft und den Mut, selbst barmherzig zu sein.
Amen.
Lied: Da wohnt ein Sehnen tief in uns – WW 116, 1-4
Kehrvers:
Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.
1. Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir. In Sorge, in Schmerz, sei da, sei uns nahe, Gott.
4. Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir. Wir hoffen auf dich, sei da, sei uns nahe, Gott.
Predigtgedanken zu Jesaja 5, 1-7 von Dekan Rainer Becker
Aus dem Buch des Propheten Jesaja erreicht uns heute Gottes Wort: Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte, aber er brachte schlechte.
Der Prophet Jesaja singt ein Lied und erzählt eine Liebesgeschichte. Mein Freund hatte einen Weinberg. Poetische Worte. Zur Zeit Jesajas hatten viele beim Stichwort „Weinberg“ eine Liebesgeschichte vor Augen. Liebe ist wie ein Weinberg, also wie ein Garten, der angelegt wird. Du kannst seine Schönheit und Fülle genießen, die saftigen Trauben. Du musst aber auch Steine wegräumen, Wege anlegen, etwas aufzubauen. Ein schönes Bild für die Liebe.
Diese Geschichte geht allerdings nicht gut aus. Es gibt keine guten Trauben, der Weinberg bringt keine Frucht, obwohl der Winzer alles getan hat. So auch im Weinberglied.
Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?
Enttäuschte Liebe tut weh. Der Schmerz entlädt sich oft in Wut und Zorn. Was mir eben noch am Liebsten war, möchte ich kurz und klein schlagen. Der enttäuschte Liebhaber im Weinberg-Lied sagt: Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahlgefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.
Eine enttäuschte Liebe. Damit könnte die Geschichte zu Ende sein. Eine Geschichte, in der Menschen sich wiederfinden können mit ihren Verletzungen und Verwüstungen. Das passt zur beginnenden Passionszeit. Wir legen in dieser Zeit alles in Gottes Hand, was im Leben nicht wachsen konnte, was verkümmert ist, wo wir andere enttäuscht haben oder Enttäuschung mit uns tragen.
Doch das Lied geht weiter. Nimmt eine Wendung und weitet den Horizont. Hört es selbst:
Des HERRN Zebaoth Weinberg ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.
Es geht um die Liebe Gottes zu seinem Volk. Gott ist enttäuscht, verletzt und wird zornig. Das Gottesvolk, sein Weinberg, bringt keine gute Frucht, obwohl er sich unermüdlich einsetzt. Jesaja, der Prophet, hat es vor Augen: Die Eliten sind korrupt und bereichern sich auf Kosten der Armen. Statt Gut-Tat, gibt es Blut-Tat. Das Volk Israel als Weinberg Gottes hat versagt. Die Menschen sind böse, gewalttätig. Statt gute Früchte zu bringen, gibt es nur bittere Trauben. Eine Gesellschaft versinkt im Unrecht. Für Jesaja gibt es keine Liebe zu Gott ohne die Liebe zum Nächsten. Was auf dem Marktplatz passiert, hängt zusammen mit dem, was im Tempel gesagt wird. Bei ihm wird die Liebe groß gedacht, wird politisch und geht über das, was zwischen zwei Menschen passiert weit hinaus. Gott will Recht und Gerechtigkeit. Das ist die Ansage des Propheten Jesaja. Wo eine Gesellschaft nicht darauf achtet, dass es allen gut geht, verkümmert das Leben. Klare Ansagen im Weinberg Gottes im achten Jahrhundert vor Christus.
Gott hat einen Weinberg, immer noch. Obwohl er ihn doch enttäuscht aufgeben wollte. Aus dem Weltraum erreichen uns Bilder von der internationalen Raumstation ISS, die den Weingarten Gottes umrundet, den Planeten, den wir Erde nennen. Im Internet sind Bilder von atemberaubender Schönheit zu sehen. Vollkommenes Blau der Meere, die Wälder im satten Grün und majestätisch grau die Rücken der Berge. Gott hat sich wirklich Mühe gegeben mit diesem Weinberg. Es ist genug für alle da. Hier könnten sie wachsen die Trauben der Gerechtigkeit. Saftig und prall. Hier könnten sie wachsen die Trauben des Friedens. Sonnengetränkt.
Aber wer genau hinsieht, von oben, aufs Ganze gesehen, erkennt die Spuren der Verwüstung. Die Antarktis ist auf dem Rückzug. Das schimmernde Weiß verschwindet mehr und mehr. Aus dem satten Grün der Wälder werden immer mehr aschegraue Felder. Rauchschwaden so groß, dass sie selbst aus dem All zu sehen sind. Im klaren Blau der Meere treiben ganze Kontinente aus Plastik.
Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.
Manchmal fürchte ich mich und denke, dass es zu spät ist für unseren Weinberg und dass Gott, der gute Weinbergbesitzer sich aus dem Staub gemacht hat. Vielleicht konnte er es nicht mehr mitansehen, all dieses Blut, das zum Himmel schreit, all diese Zerstörung von Leben. Vielleicht hat er enttäuscht einen neuen Garten angelegt, eine neue Liebe gefunden, irgendwo in einer fernen Galaxy, was weiß ich denn schon von seiner Unendlichkeit.
Aber dann sehe ich seinen Gärtner kommen, fröhlich pfeifend, die Gießkanne in der Hand. Behutsam richtet er die geknickten Reben auf, schlägt Pflöcke ein, die die Pflanzen halten. Prüfend pflückt er eine Traube, steckt sie sich in den Mund und muss lächeln. Kommt her zu mir, sagt er, ich bin der Weinstock und ihr die Reben. Solange ihr mit mir verbunden seid, bekommt ihr neue Kraft. Er nimmt seine Gießkanne und es strömen Recht und Gerechtigkeit wie Wasser.
Mein Freund hat einen Weinberg, ich will das die Geschichte diesmal gut ausgeht und hole schon mal die Harke aus dem Schuppen. Nimmst du die Gießkanne. Dann sind wir schon zwei. Und wo zwei oder drei – na, ihr wisst schon…
Amen.
Lied: Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn – WW 173
Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen, dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
1. Dein Reich in Klarheit und Frieden, Leben in Wahrheit und Recht. Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
2. Dein Reich des Lichts und der Liebe lebt und geschieht unter uns. Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
4. Sehn wir in uns einen Anfang, endlos vollende dein Reich! Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
Fürbitten
Gott in Ewigkeit, in unser Gedächtnis präge ein,
dass du anspruchsvoll bist und Gerechtigkeit willst,
dass es keine Liebe zu dir ohne Liebe zum Nächsten gibt.
Gott in Ewigkeit, in unser Gedächtnis präge ein,
dass du uns Raum und Zeit gibst, das Leben zu lieben.
Wo wir dabei sind, Lebensräume zu zerstören und Zeiten zu vertun, da halte uns zurück mit Strenge und Liebe.
Gott in Ewigkeit, in unser Gedächtnis präge ein,
dass du uns mit deinem Wort belehrst und auch lockst.
Wo wir dabei sind, dein Wort zu überhören oder zu löschen, da biete uns die Stirn durch Boten und durch Menschen des Glaubens.
Gott in Ewigkeit, in unser Gedächtnis präge ein, dass du in uns Glauben erweckst und Hoffnung und Liebe.
In der Stille, vertrauen wir dir die an, was uns bewegt: ……
Voll Vertrauen beten wir mit Jesu Worten weiter:
Vater unser
Lied: Es kommt die Zeit – WW 37
1. Es kommt die Zeit, in der die Träume sich erfüllen,
wenn Friede und Freude und Gerechtigkeit / die Kreatur erlöst,
wenn Friede und Freude und Gerechtigkeit / die Kreatur erlöst,
dann gehen Gott und die Menschen Hand in Hand,
dann gehen Gott und die Menschen Hand in Hand.
dann gehen Gott und die Menschen Hand in Hand.
2. Es kommt die Zeit, in der die Völker sich versöhnen,
wenn alle befreit sind und zusammenstehn / im einen Haus der Welt. /
Dann gehen Gott und die Menschen Hand in Hand, dann gehen…
wenn alle befreit sind und zusammenstehn / im einen Haus der Welt. /
Dann gehen Gott und die Menschen Hand in Hand, dann gehen…
3. Es kommt die Zeit, da wird der Erdkreis neu ergrünen
mit Wasser, Luft, Feuer, wenn der Menschen Geist / des Schöpfers Plan bewahrt.
Dann gehen Gott und die Menschen Hand in Hand, …
mit Wasser, Luft, Feuer, wenn der Menschen Geist / des Schöpfers Plan bewahrt.
Dann gehen Gott und die Menschen Hand in Hand, …
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.
Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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