Sonntag Zuhause - Quasimodogeniti

Gottesdienst zum 11. April 2021

Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm: Psalm 116 - WW 957
Das ist mir lieb, *
dass der HERR meine Stimme und mein Flehen hört.
Denn er neigte sein Ohr zu mir; *
darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.
Stricke des Todes hatten mich umfangen, /
des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen; *
ich kam in Jammer und Not.
Aber ich rief an den Namen des HERRN: *
Ach, HERR, errette mich!
Der HERR ist gnädig und gerecht, *
und unser Gott ist barmherzig.
Der HERR behütet die Unmündigen; *
wenn ich schwach bin, so hilft er mir.
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; *
denn der HERR tut dir Gutes.
Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, *
mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
Ich werde wandeln vor dem HERRN *
im Lande der Lebendigen.
Ich will den Kelch des Heils erheben *
und des HERRN Namen anrufen.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Guter Gott, unser Mund ist stumm, wenn Du nicht redest.
Unsere Ohren sind taub, wenn Du sie nicht öffnest.
Unsere Hände sind Fäuste, wenn du uns nicht liebst.
Unsere Füße sind müde, wenn du uns nicht trägst. -
Segne Hören, Reden, Tun und lassen. Schaffe uns neu nach deinem Bild.
Spricht du ein Wort, dann wird Innen und Außen, Vergangenes und Zukünftiges gesund.
Amen
Lied: Der schöne Ostertag! – EG 117.
1. Der schöne Ostertag! Ihr Menschen, kommt ins Helle! /
Christ, der begraben lag, brach heut aus seiner Zelle. /
Wär vorm Gefängnis noch der schwere Stein vorhanden, so glaubten wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.
2. Was euch auch niederwirft, Schuld, Krankheit, Flut und Beben - /
er, den ihr lieben dürft, trug euer Kreuz ins Leben. /
Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden, so kämpften wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.
Lesung des Predigttextes: Johannes 21,1-14
Jesus offenbarte sich abermals den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sprechen zu ihm: Wir kommen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten's nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte: »Es ist der Herr«, da gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich in den See. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg herauf und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt's ihnen, desgleichen auch den Fisch. as ist nun das dritte Mal, dass sich Jesus den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
„Kneif mich mal!“, sagt Simon Petrus zu dem andern Jünger, als sie gemeinsam nach Hause laufen. „Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben. Wir sind wirklich Jesus begegnet!?“
„Ich hab‘s Dir doch gesagt: Es ist der Herr!“ - „Ja, ja, Du hast es gesagt, aber erst, als wir die vielen Fische gefangen hatten. Am Anfang haben wir ihn alle nicht erkannt.“
„Schon. Aber ich hatte gleich so ein Gefühl ...“ - „Du immer mit Deinem Gefühl! Deine Gefühle haben das ganze Desaster auch nicht verhindert!“, schnaubte Petrus. Doch der andere hält dagegen: „Du warst doch derjenige, der nicht zu Jesus gehalten hat, als es brenzlig wurde – dort am Feuer im Hof.“ Petrus blinzelte. Er versuchte die Tränen zurück zu halten. Schon die ganze Zeit musste Petrus an dieses Feuer denken. Ja, er hatte versagt. Dabei hatte er doch nur alles ganz genau wissen wollen; wo sie Jesus nach der Gefangennahme hinbringen und so. Er wollte ihm nahe sein. Doch dann war da dieses Feuer, wo er einfach gesagt hatte: Ich kenne Jesus nicht – drei Mal.
Heute hatte er ihn tatsächlich nicht erkannt – die anderen aber auch nicht. Sein „Lieblingsjünger“ war der erste gewesen, der es kapiert hatte – ausgerechnet dieser gefühlsduselige Typ!
„Entschuldige Petrus“, sagte da der andere, „das war nicht fair. Schließlich habe ich mich damals einfach im Haus verkrochen. Wir hatten alle Angst. Du warst der einzige, der wenigstens den Mut hatte dort hinzugehen.“ Petrus nickte. Leise sagte er: „Ich wollte es doch einfach nur wissen...“ - „Vielleicht ist das ja genau Dein Problem, Petrus, Du willst es ganz genau wissen. Aber manches kann man eben nicht verstehen. Ich verstehe auch nicht, was da passiert ist nach dem Tod von Jesus. Ich weiß nur, dass er wieder da ist, dass er lebt. Irgendwie anders halt. Er lässt sich nicht festhalten. - Schau, es hat ihn doch keiner von uns gefragt, ob er Jesus ist.“ - „Wir hatten halt Sorge, dass er dann sofort wieder weg ist.“ - „Genau. Jesus, wie er jetzt ist, lässt sich eben nicht greifen und schon gar nicht festhalten. Aber er kommt eben immer wieder. Und heute ganz überraschend in unser Alltagsleben. Das ist doch irre!“ - „Schon, aber wie sollen wir das denn machen: ‚Menschenfischer sein. Anderen von ihm erzählen‘. Wie sollen sie uns denn glauben, wenn wir nichts wissen?“ - „Sie sollen es spüren! In ihren Herzen. Glauben eben.“ - „Na ja. Vielleicht kann man ja wirklich was spüren, wenn man das Brot bricht und teilt.“ - „Und wir haben doch eine ganze Menge, die man wissen kann. Denk an all das, was wir mit Jesus erlebt haben, was er uns beigebracht hat, was er uns erzählt hat.“ „Vielleicht braucht es ja beides ...“, murmelt Petrus vor sich hin, „Dein Gefühl und mein Wissen.“ - „Ich hätte ja jetzt gesagt: Es braucht Deinen Mut und mein Vertrauen! Aber vielleicht, vielleicht ist das ja das Gleiche.
Amen
Lied: Manchmal feiern wir mitten im Tag
1. Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung.
Stunden werden eingeschmolzen und ein Glück ist da.
2. Manchmal feiern wir mitten im Wort ein Fest der Auferstehung.
Sätzen werden aufgebrochen und ein Lied ist da.
3. Manchmal feiern wir mitten in Streit ein Fest der Auferstehung.
Waffen werden umgeschmiedet und ein Friede ist da.
4. Manchmal feiern wir mitten im Tun ein Fest der Auferstehung.
Sperren werden übersprungen und ein Geist ist da.
Fürbitten und Vaterunser:
Immer wieder neu begegnest Du uns, Gott.
An der Grenze von der Nacht zum Tag, an unseren Grenzen.
Hilf uns, nicht an diesen Grenzen zu verzweifeln,
sondern Deinen Morgen zu sehen.
Immer wieder neu begegnest Du uns, Gott.
Mitten am Tag. Mitten in unserem Alltagsgeschäft.
Hilf uns, Dich wahrzunehmen, mutig von Dir zu sprechen,
mutig in Deiner Liebe zu handeln –
für diese Welt, im Vertrauen auf Deine Gegenwart..
Immer wieder neu begegnest Du uns, Gott.
Am Abend des Tages, wenn wir ausruhen und zurück blicken.
Hilf uns offen, aber auch gnädig auf das zu schauen, was war,
damit wir frei sind für den nächsten Tag und das, was er bringt.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: Vorbei sind die Tränen – WW 207
1. Vorbei sind die Tränen, das Weinen, der Schmerz,
vorbei sind das Elend, der Hass und der Streit,
das Neue wird sein, gibt uns neue Kraft,
es ist da im Hier und im Jetzt.
Kehrvers:
Himmel und Erde werden neu, nichts bleibt wie es ist.
Himmel und Erde, Himmel und Erde bekommen ein neues Gesicht.
2. Vorbei ist die Herrschsucht, die fressende Macht,
die drohenden Fäuste sind nicht mehr geballt, das Neue ist da,
gibt uns neue Kraft, es ist da im Hier und im Jetzt.
3. Gott wohnt bei den Menschen, die Zeit ist erfüllt,
Gott wischt ab die Tränen, er. tröstet, er lacht,
Gott macht alles neu, gibt uns neue Kraft,
ist bei uns im Hier und im Jetzt.
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
 
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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