Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm: Psalm 118 – WW 958.2
Dies ist der Tag, den der HERR macht; *
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O HERR, hilf! *
O HERR, lass wohlgelingen!
O HERR, lass wohlgelingen!
Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! *
Wir segnen euch vom Haus des HERRN.
Wir segnen euch vom Haus des HERRN.
Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. *
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!
Du bist mein Gott, und ich danke dir; *
mein Gott, ich will dich preisen.
mein Gott, ich will dich preisen.
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, *
und seine Güte währet ewiglich.
und seine Güte währet ewiglich.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Heiliger Geist, lebendiger Atem!
Wehe hinein in die Kirche und breite dich aus in der Welt,
damit Getrennte zueinander finden,
Feinde sich versöhnen und Friede einkehrt auf Erden.
Wehe hinein in die Kirche und breite dich aus in der Welt,
damit Getrennte zueinander finden,
Feinde sich versöhnen und Friede einkehrt auf Erden.
Amen
Lied: Atme in uns, Heiliger Geist – WW 105
Kehrvers: Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns, Heiliger Geist,
wirke in uns, Heiliger Geist, Atem Gottes, komm!
wirke in uns, Heiliger Geist, Atem Gottes, komm!
1. Komm, du Geist, durchdringe uns. Komm, du Geist, kehr bei uns ein. Komm, du Geist, belebe uns, wir ersehnen dich!
2. Komm, du Geist der Heiligkeit, komm, du Geist der Wahrheit. Komm, du Geist der Liebe, wir ersehnen dich!
3. Komm, du Geist, mach du uns eins, komm, du Geist, erfülle uns. Komm, du Geist und schaff uns neu, wir ersehnen dich!
Lesung des Predigttextes: Johannes 1,1-13
Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden. Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag das zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist Israels Lehrer und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage? Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
Wie geht es weiter? - Das ist eine der großen Fragen des Pfingstfestes. Der Geist ist da, doch nach der ersten Begeisterung, dem ersten Freudentaumel stellt sich schnell Ernüchterung ein. Verändert hat sich ja mit diesem Tag objektiv nicht wirklich etwas. Die Welt steht nach wie vor Kopf. Vor vielen Problemen stehen wir so ratlos wie zuvor. Und doch …
Nikodemus gehört zu denen, die sehr nüchtern auf das Leben blicken. Nüchtern und doch ...
In der Nacht schleicht er sich zu Jesus und sucht das Gespräch mit ihm. Ihm ist seine Religion, sein Glaube wichtig. Was er von Jesus gehört hat, hat ihn angerührt. „Du bist von Gott gekommen“, sagt er. Und er ist sich sicher: Bei dem, was Jesus so tut, da muss Gott seine Finger im Spiel haben. - Er sieht in Jesus etwas Besonderes, aber gesehen werden will er mit ihm nicht.
Vielleicht hat er Sorge, was die anderen so denken. Er ist einer von „den Oberen“ - sagt der Evangelist Johannes. In seinen Kreisen hielten viele Jesus für einen Aufrührer. Ganz sicher hat Nikodemus etwas zu verlieren. Doch so ganz lassen kann er es nicht. – Was ihn wohl antreibt? Einfach nur Neugierde? Oder doch das Göttliche, das er in Jesus durchblitzen sieht? Womöglich verspricht er sich ja irgendwelche Vorteile von Jesus - will auf keinen Fall eine Chance verpassen …
Vielleicht hat er Sorge, was die anderen so denken. Er ist einer von „den Oberen“ - sagt der Evangelist Johannes. In seinen Kreisen hielten viele Jesus für einen Aufrührer. Ganz sicher hat Nikodemus etwas zu verlieren. Doch so ganz lassen kann er es nicht. – Was ihn wohl antreibt? Einfach nur Neugierde? Oder doch das Göttliche, das er in Jesus durchblitzen sieht? Womöglich verspricht er sich ja irgendwelche Vorteile von Jesus - will auf keinen Fall eine Chance verpassen …
Jesus konfrontiert Nikodemus mit seinen eigenen Sehnsüchten und Grenzen: Das Reich Gottes gibt es nur mit einer Neugeburt – und zwar einer Neugeburt von oben. (Das griechische Wort, das hier für „neu“ steht, meint beides – neu und oben.) Nikodemus weiß also ganz genau, was er hier tut, wenn er Jesu Rede von der Neugeburt ins Absurde zieht und sagt: Keiner kann in den Schoß seiner Mutter zurück kehren und ein zweites Mal geboren werden.
Nikodemus steht nicht nur für die Menschen, die etwas zu verlieren haben, er steht auch für diejenigen, die gerne Sätze sagen wie: „Die Gegebenheiten sind eben so!“, „Das ist einfach alternativlos!“, oder: „Es ist nun halt notwendig!“. Er steht für diejenigen, die Gottes Kraft spüren, die zwar sehen, dass Veränderung nötig wäre, aber lieber bei dem bleiben, was sie schon gewohnt sind.
Es kann nur weiter gehen, wenn wir auch bereit sind, auf das ein oder andere Liebgewordene und Gewohnte, den ein oder anderen Komfort zu verzichten.
An den Gegebenheiten um uns herum verändert sich auch an diesem Pfingstfest nichts – und schon gar nicht auf Knopfdruck.
Aber Veränderung ist möglich – allerdings für uns nicht so richtig greifbar und kontrollierbar (Der Wind/Geist weht, wo er will). In Jesus ist ganz greifbar geworden, dass Vernunft und Phantasie, dass Himmel und Erde, dass Fleisch und Geist keine getrennten Welten sein müssen. In ihm war Gott mitten in dieser Welt. Jetzt ist Jesus nicht mehr da, aber sein Geist bleibt. Auch uns will Gott begeistern, will uns helfen, beides zusammen zu bringen, das Alte los zu lassen und neu aufzubrechen – aber wir dürfen ihm nicht im Weg stehen.
Es kann nur weiter gehen, wenn wir bereit sind, uns im Inneren verändern zu lassen. Auch das geht nicht auf Knopfdruck – dazu hängen wir viel zu sehr im Alten drin, aber Gott macht‘s möglich und will mit uns weiter gehen. Amen
Lied: Du bist da
1) Du bist da, du bist da, bist am Anfang der Zeit, am Grund aller Fragen bist du. Bist am lichten Tag, im Dunkel der Nacht hast du für mich schon gewacht. / Nähme ich Flügel der Morgenröte, bliebe am äußersten Meer, schliefe ich ein im Reich der Toten, würde statt Nacht Licht um mich sein.
2) Du bist da, du bist da, bist am Anfang der Zeit, im Arm einer Mutter bist du. Bist am lichten Tag, im Dunkel der Nacht hast du für mich schon gewacht. / Sitze ich da oder leg mich nieder, mache mich auf und steh. Meine Gedanken kennst du von Ferne, weißt ganz genau, wohin ich geh'.
3) Du bist da, du bist da, bist am Anfang der Zeit, das Rätsel des Lebens bist du. Bist am lichten Tag, im Dunkel der Nacht hast du für mich schon gewacht. / Stehe ich staunend am Strand und träume, zähle die Körner im Sand. Lote ich aus die Meerestiefe, sehe hinaus ins Sternenhaus.
4) Du bist da, du bist da, bist am Anfang der Zeit, auch jenseits der Sterne bist du. Bist am lichten Tag, im Dunkel der Nacht hast du für mich schon gewacht.
Fürbitten und Vaterunser:
Du, Gott, gehst mit uns auf unseren Wegen. Das verändert.
In der Ratlosigkeit unseres Lebens bitten wir dich: Inspiriere uns.
In den Finsternisse bitten wir dich: erhelle uns.
In allem Festhalten am Alten bitten wir dich: Befreie uns.
Alles, was uns in dieser Welt Sorge bereitet, bringen wir vor Dich
und bitten: tröste Du.
Für unsere Gemeinden und Kirchen bitten wir: belebe Du.
Vor Dich bringen wir die Menschen dieser Welt,
die unter unserem Handeln leiden und bitten dich: verändere Du.
In der Ratlosigkeit unseres Lebens bitten wir dich: Inspiriere uns.
In den Finsternisse bitten wir dich: erhelle uns.
In allem Festhalten am Alten bitten wir dich: Befreie uns.
Alles, was uns in dieser Welt Sorge bereitet, bringen wir vor Dich
und bitten: tröste Du.
Für unsere Gemeinden und Kirchen bitten wir: belebe Du.
Vor Dich bringen wir die Menschen dieser Welt,
die unter unserem Handeln leiden und bitten dich: verändere Du.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: Verleih uns Frieden gnädiglich – WW 202
Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsren Zeiten.
Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten,
denn du, unser Gott, alleine, denn du, unser Gott, alleine.
Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten,
denn du, unser Gott, alleine, denn du, unser Gott, alleine.
Halleluja, Kyrie eleison: Herr Gott, erbarme dich!
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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Quelle: Severine Plöse, Ev. Kirchengemeinde Ettenheim
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