Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm: Psalm 23 – Übertragung von Huub Oosterhuis
Wärst Du mein Hirte, nichts würde mir fehlen.
Führ mich zu blühenden Weiden,
lass mich lagern an strömendem Wasser,
dass meine Seele zu Atem kommt,
dass ich die rechten Pfade wieder gehen kann, Dir nach.
lass mich lagern an strömendem Wasser,
dass meine Seele zu Atem kommt,
dass ich die rechten Pfade wieder gehen kann, Dir nach.
Du mein Hirte? Nichts würde mir fehlen.
Muss ich in den Abgrund, die Todesschlucht,
dann packt mich Angst - bist Du bei mir,
werde ich nicht sterben vor Angst.
Du hast den Tisch schon gedeckt,
meine Spötter wissen nicht, was sie sehen:
dass Du meine Füße wäschst, sie salbst mit Balsam,
mir einschenkst. Trink nur, sagst Du.
dann packt mich Angst - bist Du bei mir,
werde ich nicht sterben vor Angst.
Du hast den Tisch schon gedeckt,
meine Spötter wissen nicht, was sie sehen:
dass Du meine Füße wäschst, sie salbst mit Balsam,
mir einschenkst. Trink nur, sagst Du.
Nichts wird mir fehlen.
Lass es so bleiben, dieses Glück,
diese Gnade, all meine Lebenstage.
Dass ich bis ans Ende meiner Jahre
wohnen werde in Deinem Haus.
Du, mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
diese Gnade, all meine Lebenstage.
Dass ich bis ans Ende meiner Jahre
wohnen werde in Deinem Haus.
Du, mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Nichts fehlt und doch fehlt so viel.
Es fehlen Begegnungen mit Freunden und der Familie,
es fehlen Strukturen im Alltag, es fehlt Hoffnung und Freiheit.
Doch Du, Gott, bist nicht nur da, wo es schön ist.
Du bist mitten in allem, was fehlt.
Manchmal spüre ich das. Das tut gut.
Aber immer wieder fehlst auch Du mir und ich sehne mich nach Dir -
ich sehne mich nach Leben. Amen
Es fehlen Begegnungen mit Freunden und der Familie,
es fehlen Strukturen im Alltag, es fehlt Hoffnung und Freiheit.
Doch Du, Gott, bist nicht nur da, wo es schön ist.
Du bist mitten in allem, was fehlt.
Manchmal spüre ich das. Das tut gut.
Aber immer wieder fehlst auch Du mir und ich sehne mich nach Dir -
ich sehne mich nach Leben. Amen
Lied: Ich möcht, dass einer mit mir geht – EG 209, 1-3
1. Ich möcht', dass einer mit mir geht, der's Leben kennt, der mich versteht, der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Ich möcht', daß einer mit mir geht.
2. Ich wart', dass einer mit mir geht, der auch im Schweren zu mir steht,
der in den dunklen Stunden mir verbunden. Ich wart', daß einer mit mir geht.
3. Es heißt, dass einer mit mir geht, der's Leben kennt, der mich versteht,
der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Es heißt, dass einer mit mir geht.
Lesung des Predigttextes: Hesekiel 34,1-2.(3-9).10-16.31
Und des HERRN Wort geschah zu mir: Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?
So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an die Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen, dass sie sie nicht mehr fressen sollen. Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war. Ich will sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und wo immer sie wohnen im Lande. Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels. Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der HERR. Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist.
Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der HERR.
Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der HERR.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
Wenn Popularitätswerte der wichtigste Grund sind, jemanden zum Kanzlerkandidaten zu küren, dann sind die Worte des Propheten Hesekiel ganz besonders aktuell. Dann nämlich geht es nicht mehr um sinnvolle Vorgehensweisen und gute Lösungen, dann geht es nicht mehr darum, wie wir in all unserer Unterschiedlichkeit gut miteinander leben können, dann weiden Hirten nicht ihre Herde, sondern sich selbst.
Natürlich geht es nie nur um die Sache. Gerade bei solchen Entscheidungen geht es natürlich neben den Inhalten immer auch um Personen. Alles andere wäre ja auch geradezu unnatürlich. Schließlich sind wir ja leibliche Menschen. Und als Menschen aus Fleisch und Blut, als Menschen mit Ideen, Gedanken und Träumen ist es nicht egal, wer wir sind. Immer bringen wir in das, was wir voranbringen wollen unsere eigenen Vorstellungen vom Leben ein. Und natürlich können sich manche mit den einen Vorstellungen vom Leben besser identifizieren und andere mit anderen Vorstellungen.
Aber wenn das wichtigste Kriterium ist, wer aktuell gerade die besseren persönlichen Umfragewerte hat, wer also – um es überspitzt zu sagen - von mehr Menschen gemocht wird, dann muss sich ja jede und jeder um sich selbst kümmern, dann muss – um das Bild des Hesekiel wieder aufzunehmen - jeder Hirte sich selbst weiden.
Doch dann hat die Herde in seinem Handeln keinen Platz mehr.
Doch dann hat die Herde in seinem Handeln keinen Platz mehr.
Das aber kann fatal sein. Schließlich haben dann andere Raum, sich in diese Lücke zu begeben. Dann „kümmern“ sich andere. Dann können diejenigen den Raum für sich einnehmen, die von vornherein nur eigene Interessen oder zerstörerische Absichten hatten.
In Israel waren das die Großmächte drumherum. Sie haben das Land erobert und einen großen Teil der Bevölkerung ins Exil gebracht.
Der Prophet Hesekiel erzählt nun: Gott sieht. Er sieht, dass wir Menschen da schnell überfordert sind und springt selbst ein.
Hesekiel erzählt: Gott ist der Hirte, der den selbstbezogenen Hirten eine Grenze setzt, der sich um seine Herde kümmert, sie aus der Gefahr rettet, sich auf die Suche nach denen macht, die verloren sind, Verwundete verbindet und Verstreute zusammenbringt.
Ich höre: Gott selbst übernimmt dieses Hirtenamt und damit quasi die Gesamtverantwortung. Das macht uns frei, uns zu sehr um uns selbst kümmern zu müssen.
Gott entlastet uns. Wir müssen es nicht allen Recht machen. Er zeigt uns auf, wie es gut sein könnte und gibt uns damit eine gute Grundlage. Er nimmt uns unter seine Obhut. Damit stärkt er uns, unsere Verantwortung wahrzunehmen – jede und jeder an seinem und ihren Platz.
Gott hält uns zusammen. Es ist gut zu wissen: Ich bin nicht alleine. Andere sind mit mir unterwegs, wir können uns gemeinsam an Gottes Liebe freuen und uns gegenseitig im Vertrauen darauf stärken, dass ein gutes Miteinander möglich ist. Amen
Lied: Schenke mir Gott, ein hörendes Herz – WW 190
1. Schenke mir, Gott, ein hörendes Herz, das seinen Ohren traut in dieser Welt. Schenke mir, Gott, ein hörendes Herz, das seinen Ohren traut in dieser Welt.
Kehrvers: Schenke mir, Gott, ein Herz, das lebt und schlägt, das für das Leben schlägt. Schenke mir, Gott, ein Herz, das lebt und schlägt, das für das Leben schlägt.
2. Schenke mir, Gott, ein sehendes Herz, das mir die Augen öffnet für die Welt. Schenke mir, Gott, ein sehendes Herz, das mir die Augen öffnet für die Welt.
3. Schenke mir, Gott, ein fühlendes Herz, das für den andern aufgeht jeden Tag. Schenke mir, Gott, ein fühlendes Herz, das für den andern aufgeht jeden Tag.
Fürbitten und Vaterunser:
Gott, unser Hirte,
wir bitten dich für alle, die Verantwortung übernehmen.
Hilf ihnen, sich nicht von Widerständen oder Kritik entmutigen zu lassen.
Lass sie es mit Freude tun und schenke ihnen ein Herz für die Menschen, die ihnen anvertraut sind.
Immer wieder werden Menschen in unserer Gesellschaft ausgegrenzt.
Lass uns die Augen davor nicht verschließen
und für Gerechtigkeit eintreten.
Hilf ihnen, sich nicht von Widerständen oder Kritik entmutigen zu lassen.
Lass sie es mit Freude tun und schenke ihnen ein Herz für die Menschen, die ihnen anvertraut sind.
Immer wieder werden Menschen in unserer Gesellschaft ausgegrenzt.
Lass uns die Augen davor nicht verschließen
und für Gerechtigkeit eintreten.
Wir denken vor Dir an alle Menschen,
die im letzten Jahr noch mehr zu tragen hatten als sonst.
die im letzten Jahr noch mehr zu tragen hatten als sonst.
Lass sie spüren: Du bist ihr Hirte.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: Auf, auf, mein Herz mit Freuden – EG 112, 1,(3),6
1. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht;
wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.
wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.
6. Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied;
wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit.
Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not,
er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.
wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit.
Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not,
er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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