Sonntag Zuhause - Laetare

Gottesdienst am 22. März 2020

Votum:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen
Psalm: Psalm 84 (WW 936)
Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth! *
Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN;
mein Leib und Seele freuen sich *
in dem lebendigen Gott.
Der Vogel hat ein Haus gefunden /
und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – *
deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.
Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; *
die loben dich immerdar.
Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten *
und von Herzen dir nachwandeln!
Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, /
wird es ihnen zum Quellgrund, *
und Frühregen hüllt es in Segen.
Sie gehen von einer Kraft zur andern *
und schauen den wahren Gott in Zion.
HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; *
vernimm es, Gott Jakobs!
Gott, unser Schild, schaue doch; *
sieh an das Antlitz deines Gesalbten!
Denn ein Tag in deinen Vorhöfen *
ist besser als sonst tausend.
Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause *
als wohnen in den Zelten der Frevler.
Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; /
der HERR gibt Gnade und Ehre. *
Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, *
der sich auf dich verlässt!
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Es ist gerade nicht sehr einfach,

sich auf Dich zu verlassen, Gott.
Es ist eher so, dass wir uns verlassen fühlen,
allein mit unseren Sorgen und Ängsten:
Kontakt nur auf Abstand, Ungewissheit, was kommt, ...
Sei Du in diesen Tagen unser Schild
und hilf uns durch diese Zeit hindurch.
Amen

Lied der Woche: Korn, das in die Erde – EG 98

1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt -
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
2. Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab,
wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab.
Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn?
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
3. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,
unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn -
hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Lesung des Predigttextes: Jesaja 66, 10-14

10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. 11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. 12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. 13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. 14 Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des HERRN an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.
Gedanken zur Bibellesung:
Der kleine Daniel rennt los, stolpert über seine eigenen Füße und fällt der Länge nach hin. Nach einer kurzen Pause ist ein ohrenbetäubendes Brüllen zu hören. Sofort eilt Daniels Mutter zu ihm und nimmt Daniel in ihre Arme. Sie wiegt ihn leicht hin und her und spricht beruhigend auf ihn ein. Das Brüllen wird zum Schluchzen und ebbt langsam ab.
Trost ist etwas wunderbar Wohltuendes – egal, ob es an einem Körperteil oder in der Seele weh tut.
Und: meist ist Trost etwas sehr Körperliches. So ist es bei dem kleinen Daniel und so ist es auch beim Propheten Jesaja. „Nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes“, heißt es da.
Nicht ohne Grund nennt man das Trinken an der Brust auch Stillen. Das Kind findet Trost an der Brust seiner Mutter, indem es das bekommt, was es zum Leben braucht. Nahrung für Leib und Seele.
Jetzt, wo man voneinander Abstand halten soll, merken wir besonders, wie selbstverständlich kleine Gesten für uns sind, ja einfach zu unserem Leben dazu gehören und oft schon reichen, um Kraft und Trost zu spenden: Eine kleine Berührung am Arm oder einfach das Reichen der Hand bei Begrüßung und Abschied. Das alles fehlt jetzt auch.
Meine Hoffnung ist: dieser Gott, von dessen Trost bei Jesaja die Rede ist, ist auch nicht greifbar und mit Händen berührbar und doch bringt er Freude zu allen, die traurig gewesen sind. Wieso also nicht auch zu uns?
Amen

Lied: Gott, mein Trost und mein Vertrauen – EG 639,1.2.5.(6)

1. Gott, mein Trost und mein Vertrauen, ewig meine Zuversicht,
deine Hilfe werd ich schauen, seh ich sonst auch nirgends Licht,
auch auf rauhen dunkeln Wegen find ich Freude, find ich Segen.
Deiner Führung folg ich still; wie du willst, nicht wie ich will.
2. Seit der Jugend ersten Jahren hast du treulich mich geführt.
O wie oft hab ich erfahren, wie dein Vaterherz gerührt
Hilfe mir und Rettung sandte, wenn mein Flehn zu dir sich wandte!
Deiner Führung folg ich still; wie du willst, nicht wie ich will.
5. Muß ich manchen Schmerz empfinden, fühl ich oft, wie schwer es sei, sich durch Leiden durchzuwinden, weiß ich doch: mein Gott ist treu. / Jede Last hilfst du mir tragen, und ich sollte trostlos zagen?
Deiner Führung folg ich still; wie du willst, nicht wie ich will.

Fürbitten und Vaterunser:

Du schenkst Trost, Gott, lässt uns nicht allein –
auch dann nicht, wenn wir uns allein und verlassen fühlen.
Vor Dir denken wir an die Menschen, die krank sind.
Halte sie.
Vor dir denken wir an all die Menschen, die in Kliniken und Arztpraxen tätig sind. Schenke ihnen Kraft.
Vor dir denken wir an die, die Entscheidungen treffen müssen. Schenke ihnen Weisheit.
Vor Dir denken wir an all die Menschen, die uns wichtig sind
Nennen Sie vor Gott die Namen dieser Menschen
Alles Menschen, die wir lieben, alles Leid, das uns bedrückt, bringen wir vor Dich, wenn wir beten:
Vater unser, …

Segenslied: Mögen sich die Wege – WW 71

1. Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen, mögest du den Wind im Rücken haben, und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn, möge Gott seine schützende Hand über dir halten.
2. Möge warm die Sonne auch dein Gesicht bescheinen, Regen sanft auf deine Felder fallen, und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn, möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

Segen:

Der Herr segne uns und behüte uns,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
der Herr hebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen

EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder

Zum Download:

Quelle: Ev. Kirchengemeinde Ettenheim