Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm: Psalm 73 – EG 739
Dennoch bleibe ich stets an dir;
denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
du leitest mich nach deinem Rat
und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe,
so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Wenn mir gleich Leib und Seele
verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit
meines Herzens Trost und mein Teil.
Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte
und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN,
dass ich verkündige all dein Tun.
und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN,
dass ich verkündige all dein Tun.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
Gebet:
Gott, wir danken dir für deinen Zuspruch. Er reißt uns heraus aus vielem, was uns belastet und festhält. Er eröffnet uns eine Zukunft, der wir ohne Angst entgegen sehen können. Doch nur selten gelingt es uns, deinem Wort zu trauen. Das, was wir erleben, lassen wir stärker sein als das, was du in Aussicht stellst. An diesem Widerspruch leiden wir. Wir bitten dich: hilf uns zu glauben, lass uns erkennen, auf welche Weise du deine Verheißungen erfüllst. Amen
Lied: Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken – EG 91, 1-2.4
1. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken,
die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen.
2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden,
an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen:
4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und lässt die Welt erlösen.
Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken.
die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen.
2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden,
an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen:
4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und lässt die Welt erlösen.
Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken.
Lesung des Predigttextes: Hiob 19,19-27
Alle meine Getreuen verabscheuen mich, und die ich lieb hatte, haben sich gegen mich gewandt. Mein Gebein hängt nur noch an Haut und Fleisch, und nur das nackte Leben brachte ich davon. Erbarmt euch über mich, erbarmt euch, ihr meine Freunde; denn die Hand Gottes hat mich getroffen! Warum verfolgt ihr mich wie Gott und könnt nicht satt werden von meinem Fleisch? Ach dass meine Reden aufgeschrieben würden! Ach dass sie aufgezeichnet würden als Inschrift, mit einem eisernen Griffel und mit Blei für immer in einen Felsen gehauen! Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben. Nachdem meine Haut noch so zerschlagen ist, werde ich doch ohne mein Fleisch Gott sehen. Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Annette Stepputat:
Zuerst hatten die Freunde geschwiegen. Sie schenkten Hiob ihre Nähe, harrten bei dem Kranken sieben Tage und sieben Nächte stumm aus. Für den, der leidet, kann Schweigen aufrichtiger und tröstlicher sein als jedes Zureden. Als Hiob aber seine Klage gegen
Gott richtete, konnten die Freunde nicht länger schweigen. Sie mussten Gott verteidigen und sie wollten ihren eigenen Seelenfrieden bewahren. Ihr Gottesbild durfte keinen Schaden leiden. So machten sie eine einfache Gleichung auf. Wenn es Hiob schlecht ergeht, dann hat er böse gehandelt. Gott aber bleibt weiter gerecht. Nach ihrer Logik brauchte Hiob nur Reue zu zeigen und um Verzeihung zu bitten.
Wie geht es uns, wenn wir bei einem lieben Menschen Krankheit und Not sehen und, ohne selbst etwas tun zu können, zum Auszuhalten verdammt sind? Hätten wir nicht auch gerne schnelle Lösungen, die das Leid beenden und unseren Glauben nicht in Zweifel bringen. Die Bezichtigung der Freunde war für Hiob qualvoll und stieß ihn weiter in den Abgrund. Wie konnte er um Verzeihung bitten, wenn er nichts getan hatte, für das er sich schämen müsste? Wie sollte er auf Gnade hoffen, wenn ihm Unrecht widerfahren war?
Es kann keine endgültige Antwort auf das Leid geben, nicht für den Leidenden. Hiob verstand Gottes Handeln nicht, aber seine Gottesgewissheit bereitete ihm noch mehr Schmerzen. Was er erlebte, ist das Ende eines nützlichen Gottes. Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nicht auf. Gott ist nicht verfügbar durch ein bestimmtes Handeln. Aber das hielt Hiob nicht davon ab, zu fragen, zu klagen und zu widersprechen. Unablässig setzte er sich mit Gott auseinander und konnte sogar noch im Streit mit ihm diesen selbst um Hilfe bitten. Seine Zwiesprache mit Gott vollzog sich in der Sprache des Gebets. Ursprünglich gab es im Judentum kein Wort für beten. Beten kann heißen: rufen, frohlocken, lachen, weinen, schimpfen, flehen. Auch, wenn Hiob Gott nicht verstand, auch, wenn er keinen Tun-Ergehens-Zusammenhang in seinem Leben entdecken konnte, auch, wenn er Gott zurief: “Schau weg“, blieb ihm am Ende die Bitte und die Hoffnung auf Erlösung. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ – hinter diesem bekannten Satz steckt die Gewissheit, dass Gott ihn befreien wird.
Mit Hiob erkennen wir, dass wir nicht in jeder Lebenslage voll Gottvertrauen sind. Es gibt Zeiten, da wollen auch wir Gott wegschicken. Am Ende des Buches ist Hiob einer, der nach langem Leiden wieder leben kann. Es hätte nichts geholfen, ihm während der Zeit des Leidens zu sagen, dass es so kommen würde. Was Hiob geholfen hat, ist, dass er Gott nicht entlassen hat aus seiner eigenen Notlage. Mögen wir selbst in leidvollen Situationen nicht aufgeben zu fragen, zu bitten und zu hoffen. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“.
Amen.
Amen.
Lied: Was Gott, das ist wohl getan – EG 372, 1.4
1. Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt gerecht sein Wille;
wie er fängt seine Sachen an, will ich ihm halten stille.
Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten;
drum lass ich ihn nur walten.
wie er fängt seine Sachen an, will ich ihm halten stille.
Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten;
drum lass ich ihn nur walten.
4. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er ist mein Licht und Leben,
der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben
in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet,
wie treulich er es meinet.
der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben
in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet,
wie treulich er es meinet.
Fürbitten und Vaterunser:
Herr, unser Gott, du Anfang unserer Geschichte, du Ziel unserer Wege,
wir bitten dich, nimm an, was wir vor dich bringen.
wir bitten dich, nimm an, was wir vor dich bringen.
Lass die Kirchen in der Welt lebendige Gemeinschaften sein,
in denen du selbst zu Wort kommst.
Wo sie leiden, hilf ihnen, bei der Wahrheit zu bleiben.
Lass uns selbst den Platz finden, an dem du uns in deiner Gemeinde brauchst.
in denen du selbst zu Wort kommst.
Wo sie leiden, hilf ihnen, bei der Wahrheit zu bleiben.
Lass uns selbst den Platz finden, an dem du uns in deiner Gemeinde brauchst.
Wir bitten dich um Frieden, um das Ende sinnloser Gewalt.
Fall denen in die Arme, die Gewalt üben.
Entmachte die, die durch Völkerverachtung groß geworden sind.
Fall denen in die Arme, die Gewalt üben.
Entmachte die, die durch Völkerverachtung groß geworden sind.
Gib Frauen und Männern, Mädchen und Jungen gehörigen Mut, für das Recht einzutreten,
und selbst Verantwortung zu übernehmen.
In der Stille bitten wir zu dir - Stille -
und selbst Verantwortung zu übernehmen.
In der Stille bitten wir zu dir - Stille -
In der Verbundenheit mit der Christenheit auf Erden beten wir: Vater unser, …
Lied: Holz auf Jesu Schulter – EG 97, 1.2.4
1. Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
2. Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt. Kyrie eleison,...
4. Wollen wir Gott loben, leben aus dem Licht. Streng ist seine Güte, gnädig sein Gericht. Kyrie eleison, ...
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.
Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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