ob Ihnen wohl zum Jubeln zumute ist? Das ist vielleicht ein verwegener Gedanke in einer Zeit, wo wir auf so vieles verzichten müssen, was uns Freiheit und Erfüllung schenkt. Und doch fordert uns dieser Sonntag heute dazu auf: Jubilate! Jubelt! „Jauchzet Gott alle Lande!... Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!“ (Ps 66). Heute eine Andacht mit Erinnerung und Einübung einer Lebenshaltung, die, zwischen Fallzahlen, Einschränkungen und Besuchsverboten vielleicht so manchem abhanden zu kommen droht.
Votum:
Psalm: Psalm 66 (WW 927)
Lobsinget zur Ehre seines Namens;
rühmet ihn herrlich!
Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!
Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.
Alles Land bete dich an und lobsinge dir,
lobsinge deinem Namen.
Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.
Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie gingen zu Fuß durch den Strom;
dort wollen wir uns seiner freuen.
Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
seine Augen schauen auf die Völker.
Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsre Seelen am Leben erhält
und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. /
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Lied: Lobe den Herrn, meine Seele – WW 68
Lobe, lobe den Herrn, loben den Herrn, meine Seele.
Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele
1. Der meine Sünden vergeben hat, / der mich von Krankheit gesund gemacht, / den will ich preisen / mit Psalmen und Weisen, /von Herzen ihm ewiglich singen: Kehrvers.
2. Der mich im Leiden getröstet hat,/ der meinen Mund wieder fröhlich macht,/ den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen: Kehrvers
3. Der mich vom Tode errettet hat,/der mich behütet bei Tag und Nacht,/ den will ich preisen / mit Psalmen und Weisen, / von Herzen ihm ewiglich singen: Kehrvers
4. Der Erd und Himmel zusammenhält, / unter sein göttliches Jawort stellt, den will ich preisen / mit Psalmen und Weisen, / von Herzen ihm ewiglich singen: Kehrvers
Bibelwort: Johannes 15, 6-8
Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
Gedanken zum Bibelwort von Pfarrer Jörg Herbert:
Liebe Gemeinde,
Die Weingärtner im Land der Bibel liebten die Trauben und lieben sie bis heute, weil sie so bescheidene Früchte sind. Sie brauchen nicht viel. Sie wachsen inzwischen selbst in der Wüste. Und sie bringen vielfältigste Frucht. Viel mehr als Saft und Wein.
Ergiebig sind sie: Die frischen grünen Blätter des Frühjahrs werden als Salat gegessen oder sie werden mit Köstlichkeiten gefüllt.
Aus den Früchten wird der Wein gekeltert, für Feste und heilige Mähler und als Medizin, um – wohldosiert - Kranke zu stärken.
Ein Teil des Weins kann zu Essig werden, der würzt und Wunden reinigen kann.
Zur Erntezeit werden aus den Früchten Süßspeisen bereitet, andere werden getrocknet, damit es auch noch im kargen Winter süße Beeren gibt.
Im Spätherbst werden auch noch die letzten Blätter gepflückt: Futter für die Tiere, wenn auf dem Weideland alles vertrocknet ist. Und selbst die gelben Blätter sind noch nützlich. Sie werden unter die Erde gepflügt, um als Humus den neuen Früchten Nahrung und Kraft zu geben.
Aus den dürren Zweigen werden Körbe geflochten oder sie werden verbrannt und wärmen Menschen in kalter Zeit.
Diese Vielfalt hat Jesus im Blick, wenn er dieses Bild ganz kühn auf sich selbst bezieht: „Ich bin der Weinstock, ihr seid dir Reben.“
Wenn ihr euch an mich haltet, seid ihr gleichsam mit mir verwachsen, in eurer ganzen Vielfalt. Ihr gehört zu mir, ihr, die ihr der Frische bringt oder die ihr für Wärme sorgt. Der gehört zu mir, der heilende und klärende Worte findet und besonders diejenigen, die auch in kargen Zeiten füreinander da sind. Und selbst die, die sich ganz schwach und unscheinbar fühlen: Durch mich strömt euch Kraft und Lebenssaft zu.
Und Gott, als der Weingärtner: er liebt seine Pflanzen, hegt und pflegt sie, kultiviert sie auf seine Weise. Nur er weiß, was wirklich tot ist. Wir müssen das nicht beurteilen. Gott sei Dank.
Mir tut es gut zu wissen: Ich bin Teil von einem, der mir seine Liebe, seine Kraft schenkt. Mehr als ich brauche. So viel, dass ich davon austeilen kann. Denen, die sie vermissen.
Und das ist doch – trotz allem Schweren – ein Grund zum Jubeln!
Lied: Bei dir Jesu will ich bleiben (EG 406, 1+2)
1. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, /stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben, / will auf deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben, / meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben / zuströmt Kraft und Lebenssaft.
2. Könnt ich's irgend besser haben / als bei dir, der allezeit
soviel tausend Gnadengaben / für mich Armen hat bereit?
Könnt ich je getroster werden / als bei dir, Herr Jesu Christ,
dem im Himmel und auf Erden / alle Macht gegeben ist?
Dank- und Fürbittgebet
Wir danken dir Gott! Was wäre unser Leben ohne die vielen Gaben, mit denen du uns beschenkst.
Mit allen Sinnen können wir sehen, schmecken, spüren,
wie sehr dir daran liegt, dass es uns gut gehen lassen willst.
Wir bitten dich für alle,
die gerade nichts von deiner Kraft und deinem Lebenssaft spüren, den du uns schenkst.
Für alle, auf denen schwere Sorgen lasten,
die Enttäuschungen verkraften müssen,
die von traurigen Gedanken gelähmt oder durch plagende Zweifel verunsichert sind.
Für alle, die den Boden unter den Füßen
und ihr Ziel aus den Augen verloren haben.
Für alle, die mit ihrem Leben jetzt nicht mehr zurechtkommen.
Hilf ihnen, deine Gaben des Lebens zu erkennen
und sich an ihnen freuen zu können
und durch sie wieder ins Leben – und zu dir – zurückfinden.
Höre auch meine/unsere ganz persönlichen Bitten: …
Und lass dich bewegen durch die Worte, die uns Jesus anvertraut hat: Vater Unser im Himmel…..
Segen(slied): Ob ich sitze oder gehe (WW 186, 1+2)
1. Ob ich sitze oder gehe, ob ich liege oder gehe,
bist du, Gott, bist du, Gott, bei mir.
Ob ich schlafe oder wache, ob ich weine oder lache,
bleibst du Gott, bleibst du Gott, bei mir. Kehrvers
2. Dass ich wachse, blühe, reife, dass ich lerne und begreife, bist du Gott, bist du Gott bei mir.
Dass ich finde, was ich suche, dass ich segne, nicht verfluche, bleibst du, Gott, bleibst du Gott bei mir. Kehrvers
Kehrvers:
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir, und hältst deine Hand über mir. Amen.
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
Zum Ausdrucken und Weitergeben:
Quelle: Jörg Herbert, Ev. Kirchengemeinde Ettenheim
