Lied: Ach bleib mit deiner Gnade - EG 347,1-3
1. Ach bleib mit deiner Gnade/bei uns, Herr Jesu Christ/ dass uns
hinfort nicht schade/des bösen Feindes List.
2. Ach bleib mit deinem Worte/bei uns Erlöser wert/ dass uns sei hier und
dorte/dein Güt und Heil beschert.
3. Ach bleib mit deinem Glanze/bei uns, du wertes Licht/dein Wahrheit uns
umschanze/damit wir irren nicht.
hinfort nicht schade/des bösen Feindes List.
2. Ach bleib mit deinem Worte/bei uns Erlöser wert/ dass uns sei hier und
dorte/dein Güt und Heil beschert.
3. Ach bleib mit deinem Glanze/bei uns, du wertes Licht/dein Wahrheit uns
umschanze/damit wir irren nicht.
Votum:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes AmenPsalm: Psalm 91 - Übertragung von Arnold Stadler
Wer aber bei Gott zu Hause ist und im Schatten des Herrn schläft, sage zu ihm:Du bist die Rettung für mich! Ich vertraue Dir. Du bist mein Gott.
Ja, er ist es, der dich herausgezogen hat wie aus der Schlinge eines Jägers und
dich immer wieder gerettet hat.
Auf Flügeln trägt er dich. Unter seinen Flügeln bist du beschirmt. In seiner Hand
bist du sicher.
Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sich dich auf Händen tragen, damit dein
Fuß nicht an einen Stein stoße.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn wie es war im Anfang,
jetzt und immer dar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
Gebet:
Bleib mit deiner Gnade bei uns Gott, auch wenn wir sie nicht verdienen.Bleib mit deiner Liebe bei uns, auch wenn wir dich oft verraten.
Bleib mit deinem Erbarmen bei uns, auch wenn wir wenig davon weitergeben.
Bleib mit deiner Treue bei uns, auch wenn wir dich oft verleugnen.
Bleib mit deiner Gnade bei uns Gott, damit wir leben.
Amen
Lied: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht – WW 147
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht, es hat Hoffnung und Zukunftgebracht. Es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten, ist wie ein
Stern in der Dunkelheit.
Lesung des Predigttextes: Johannes 13, 21-30
Als Jesus das gesagt hatte, wurde er erregt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete. Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald! Niemand am Tisch aber wusste, wozu er ihm das sagte. Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte. Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.
Lied: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht – WW 147
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht, es hat Hoffnung und Zukunft gebracht.
Es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten,
ist wie ein Stern in der Dunkelheit.
Es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten,
ist wie ein Stern in der Dunkelheit.
Gedanken zur Bibellesung von Schuldekan Hans-Georg Dietrich:
Judas hat Glück. Er hat Glück, dass Jesus kein Mafiaboss ist. Mit Verrätern macht
die Mafia kurzen Prozess. Blutrache nennt man das. Da gibt es kein Gnade. Der
Verräter ist verloren. Es wäre besser, er hätte nie gelebt. Aber Judas hat Glück –
Jesus ist kein Mafiaboss, er ist stattdessen der Heiland. Er haut nicht auf den Tisch
und geht Judas an die Gurgel. Ich stelle mir vor, was meine Schüler dazu sagen
würden:“ An Jesu Stelle hätte ich mich gewehrt. Ich wäre abgehauen.“ Aber Jesus
tut das nicht. Er handelt nach einem anderen Gesetz – nach dem Ausnahmerecht
der Gnade. Jesu Nein zu seiner eigenen Rettung ist Jesu Ja zur Rettung der Seinen.
Eben noch hat Jesus den Seinen, den Jüngern und wir dürfen ruhig annehmen,
dass auch Jüngerinnen dabei gewesen sind, die Füße gewaschen. Damit macht er
deutlich, dass er gekommen ist, um den Menschen zu dienen, um ihnen Gutes zu
tun. Nun sitzen sie zusammen beim Essen. Die Jünger scheinen gut gelaunt zu
sein. Nur Jesus ist in seinem Innersten aufgewühlt. Er spürt die Konfrontation mit
den Mächten des Unheils. Er ahnt, was auf ihn zukommt: Verrat, Verhaftung,
Verhör, Verurteilung, Verlassenwerden von den Freuden, das Kreuz. Ein dunkles
Geschehen.
Als das den Jüngern ankündigt, sind diese ratlos. „Wovon redet er? Wer ist der
Verräter?“ fragen sie. Selbst Petrus, der oft als eine Art Oberjünger gesehen wird,
weiß nicht weiter. Über den namenlosen Jünger, den Jesus liebt, fragt er nach.
Jesus deutet an, dass Judas Ischariot der Verräter ist – aber die anderen
verstehen das nicht. Vielleicht wollen sie es auch nicht wissen. Vielleicht fürchten
sie sich davor, dass auch in ihren Adern Verräterblut fließen könnte und
tatsächlich fließt. Petrus, der Jesus später verleugnen wird. Die anderen, die
abhauen, als es ernst wird. Dieses Verräterblut fließt auch in unseren Adern und
durch unsere Herzen. In einem französischen Chanson von Georges Moustaki
heißt es „Mais qui d’entre nous n’a jamais trahi quelqu’un“ – wer von uns hat
noch nie jemanden verraten? Das ist eine rhetorische Frage. Sie führt uns
unweigerlich zur Selbsterkenntnis – dass wir alle mit Judas in einem Boot sitzen.
Dass wir Freunden nicht immer treu geblieben sind. Dass wir sie verletzt und
enttäuscht haben. Dass wir Vertrauen missbraucht und ausgenutzt haben. Jesus
hat das alles einmal auf sich bezogen, wenn er sagt: Was ihr dem Geringsten
meiner Brüder an Bösem getan und an Gutem nicht getan habt, das habt ihr mir
getan. Ich war in Not – ihr habt mir nicht geholfen. Ich habe euch vertraut und
geliebt, ihr habt mich verraten.
Selbsterkenntnis ist immer auch die Einsicht in die eigene Fehlerhaftigkeit.
die Mafia kurzen Prozess. Blutrache nennt man das. Da gibt es kein Gnade. Der
Verräter ist verloren. Es wäre besser, er hätte nie gelebt. Aber Judas hat Glück –
Jesus ist kein Mafiaboss, er ist stattdessen der Heiland. Er haut nicht auf den Tisch
und geht Judas an die Gurgel. Ich stelle mir vor, was meine Schüler dazu sagen
würden:“ An Jesu Stelle hätte ich mich gewehrt. Ich wäre abgehauen.“ Aber Jesus
tut das nicht. Er handelt nach einem anderen Gesetz – nach dem Ausnahmerecht
der Gnade. Jesu Nein zu seiner eigenen Rettung ist Jesu Ja zur Rettung der Seinen.
Eben noch hat Jesus den Seinen, den Jüngern und wir dürfen ruhig annehmen,
dass auch Jüngerinnen dabei gewesen sind, die Füße gewaschen. Damit macht er
deutlich, dass er gekommen ist, um den Menschen zu dienen, um ihnen Gutes zu
tun. Nun sitzen sie zusammen beim Essen. Die Jünger scheinen gut gelaunt zu
sein. Nur Jesus ist in seinem Innersten aufgewühlt. Er spürt die Konfrontation mit
den Mächten des Unheils. Er ahnt, was auf ihn zukommt: Verrat, Verhaftung,
Verhör, Verurteilung, Verlassenwerden von den Freuden, das Kreuz. Ein dunkles
Geschehen.
Als das den Jüngern ankündigt, sind diese ratlos. „Wovon redet er? Wer ist der
Verräter?“ fragen sie. Selbst Petrus, der oft als eine Art Oberjünger gesehen wird,
weiß nicht weiter. Über den namenlosen Jünger, den Jesus liebt, fragt er nach.
Jesus deutet an, dass Judas Ischariot der Verräter ist – aber die anderen
verstehen das nicht. Vielleicht wollen sie es auch nicht wissen. Vielleicht fürchten
sie sich davor, dass auch in ihren Adern Verräterblut fließen könnte und
tatsächlich fließt. Petrus, der Jesus später verleugnen wird. Die anderen, die
abhauen, als es ernst wird. Dieses Verräterblut fließt auch in unseren Adern und
durch unsere Herzen. In einem französischen Chanson von Georges Moustaki
heißt es „Mais qui d’entre nous n’a jamais trahi quelqu’un“ – wer von uns hat
noch nie jemanden verraten? Das ist eine rhetorische Frage. Sie führt uns
unweigerlich zur Selbsterkenntnis – dass wir alle mit Judas in einem Boot sitzen.
Dass wir Freunden nicht immer treu geblieben sind. Dass wir sie verletzt und
enttäuscht haben. Dass wir Vertrauen missbraucht und ausgenutzt haben. Jesus
hat das alles einmal auf sich bezogen, wenn er sagt: Was ihr dem Geringsten
meiner Brüder an Bösem getan und an Gutem nicht getan habt, das habt ihr mir
getan. Ich war in Not – ihr habt mir nicht geholfen. Ich habe euch vertraut und
geliebt, ihr habt mich verraten.
Selbsterkenntnis ist immer auch die Einsicht in die eigene Fehlerhaftigkeit.
Verrat ist immer ein dunkles Geschehen. Er macht die Welt zu einem
unheimlichen Ort. Deshalb gehört er zu den teuflischen Mächten. Weil er die gute
Ordnung durcheinanderbringt und das Vertrauen in Frage stellt. So verstehe ich
den Satz, dass der Teufel in Judas fuhr. Eine böse Macht beherrscht Judas – und
doch ist Judas der Täter. In der christlichen Tradition gibt es die sehr anschauliche
Vorstellung, dass der Mensch ein Reittier ist, um das sich Gott und der Teufel als
Reiter streiten. Unser Ausdruck: „einen hat der Teufel geritten“ - kommt daher.
Unser Evangelium erzählt davon, dass Judas vom Teufel geritten wird und dass
Jesus das weiß. Jesus weiß das und überschaut das, er überblickt das Geschehen,
dessen Opfer er wird. Dieses Geschehen hat aber nicht nur Opfer, sondern auch
Gewinner. Diese Gewinner sind Judas und Petrus, die beiden Verräter. Diese
Gewinner sind wir, in deren Adern auch Judasblut fließt. Das bekennt unser
Wochenspruch: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des
Teufels zerstöre“ (1.Joh 3,8b). Er überwindet die Werke des Teufels durch seine
Liebe. Diese Liebe verurteilt die Tat aber nicht den Täter oder die Täterin. Judas
darf hoffen, dass er als Mensch Gnade findet.
unheimlichen Ort. Deshalb gehört er zu den teuflischen Mächten. Weil er die gute
Ordnung durcheinanderbringt und das Vertrauen in Frage stellt. So verstehe ich
den Satz, dass der Teufel in Judas fuhr. Eine böse Macht beherrscht Judas – und
doch ist Judas der Täter. In der christlichen Tradition gibt es die sehr anschauliche
Vorstellung, dass der Mensch ein Reittier ist, um das sich Gott und der Teufel als
Reiter streiten. Unser Ausdruck: „einen hat der Teufel geritten“ - kommt daher.
Unser Evangelium erzählt davon, dass Judas vom Teufel geritten wird und dass
Jesus das weiß. Jesus weiß das und überschaut das, er überblickt das Geschehen,
dessen Opfer er wird. Dieses Geschehen hat aber nicht nur Opfer, sondern auch
Gewinner. Diese Gewinner sind Judas und Petrus, die beiden Verräter. Diese
Gewinner sind wir, in deren Adern auch Judasblut fließt. Das bekennt unser
Wochenspruch: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des
Teufels zerstöre“ (1.Joh 3,8b). Er überwindet die Werke des Teufels durch seine
Liebe. Diese Liebe verurteilt die Tat aber nicht den Täter oder die Täterin. Judas
darf hoffen, dass er als Mensch Gnade findet.

In der Basilika von Vezelay in Frankreich hat ein unbekannter Bildhauer vor rund
1000 Jahren diesen Gedanken auf einer Säule in Stein gehauen: Man sieht links
Judas Ischkariot, der sich erhängt hat und rechts sieht man Jesus als den guten
Hirten, der aber kein Schaf, sondern einen Menschen auf der Schulter trägt.
Vermutlich wollte der Steinmetz seinen Glauben bezeugen, dass der gute Hirte
auch Judas nach Hause tragen wird. Welch ein Glück! Doch nicht nur Judas hat
Glück, dass Jesus kein Mafiaboss ist. Wir alle haben Glück, dass Gott der
Menschenboss und kein Bluträcher ist. sondern ein Heiland und guter Hirte.
Unsere Erzählung endet mit den Worten: „Es war aber Nacht.“ Und in der Tat, ist
der Verrat im Großen, wie im Kleinen ein abgründiges und dunkles Geschehen,
das diese Welt verfinstert. Es war aber Nacht, sagt Johannes. Aber unser Glaube
hält dagegen und singt: Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht
nicht endlos sein. Darum hat Judas Glück und wir – wir haben auch Glück.
Amen
traurig sein.
1. Der immer schon uns nahe war, stellt sich als Mensch den Menschen dar.
2. Bist du der eignen Rätsel müd? Es kommt, der alles kennt und sieht.
3. Schreckt dich der Menschen Widerstand, bleib ihnen dennoch zugewandt.
Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nicht endlos sein.
viel Geduld. Gib uns dazu die nötige Kraft und Ausdauer. Stärke unsere Kranken.
Erfreue die Herzen aller, die unter Einsamkeit und Isolation leiden. Bewahre uns
vor der Gefahr des Verrates und tröste alle, die verraten und betrogen wurden.
Lass Vertrauen sich bewähren überall dort, wo Misstrauen herrscht. Lass Frieden
wachsen auf den Feldern des Krieges und Versöhnung aufgehen aus der Asche
des Streits. Bleibe bei uns mit deiner Gnade, damit die Mächte des Bösen und
nicht überwinden. Segne unsere Stadt, unser Land und deine ganz Erde. ...
Vaterunser
bist das Leben, du bist das Leben Gott.
Du bist der Blick, der uns ganz durchdringt/du bist das Licht, das uns Hoffnung
bring/Ref.
Du bist die Hand, die uns schützend nimmt/du bist das Korn, das dem Tod
entspringt/Ref.
Du bist das Wort, das uns Antwort gibt/du bist der Gott, der uns Menschen
liebt/Ref.
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.
Amen
Lied: Weil Gott in tiefster Nacht erschienen - EG 56
Ref.: Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nichttraurig sein.
1. Der immer schon uns nahe war, stellt sich als Mensch den Menschen dar.
2. Bist du der eignen Rätsel müd? Es kommt, der alles kennt und sieht.
3. Schreckt dich der Menschen Widerstand, bleib ihnen dennoch zugewandt.
Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nicht endlos sein.
Fürbitten und Vaterunser:
Guter Gott, in diesen Wochen brauchen wir einen langen Atem undviel Geduld. Gib uns dazu die nötige Kraft und Ausdauer. Stärke unsere Kranken.
Erfreue die Herzen aller, die unter Einsamkeit und Isolation leiden. Bewahre uns
vor der Gefahr des Verrates und tröste alle, die verraten und betrogen wurden.
Lass Vertrauen sich bewähren überall dort, wo Misstrauen herrscht. Lass Frieden
wachsen auf den Feldern des Krieges und Versöhnung aufgehen aus der Asche
des Streits. Bleibe bei uns mit deiner Gnade, damit die Mächte des Bösen und
nicht überwinden. Segne unsere Stadt, unser Land und deine ganz Erde. ...
Vaterunser
Lied: Du bist der Atem der Ewigkeit – WW 23
Du bist der Atem der Ewigkeit/du bist der Weg in die neue Zeit/Ref: Dubist das Leben, du bist das Leben Gott.
Du bist der Blick, der uns ganz durchdringt/du bist das Licht, das uns Hoffnung
bring/Ref.
Du bist die Hand, die uns schützend nimmt/du bist das Korn, das dem Tod
entspringt/Ref.
Du bist das Wort, das uns Antwort gibt/du bist der Gott, der uns Menschen
liebt/Ref.
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.
Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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