Sonntag Zuhause - Himmelfahrt

Gottesdienst am 21. Mai 2020

„Jesus führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.“ (Lukas 24,50ff) – Er fuhr auf gen Himmel – so heißt es. In's All, in's Weltall. Seither ist er überall. Grund genug, es den Jüngern gleich zu tun und in den Tempel zu gehen, um zu beten. Und seither ist der Tempel Gottes überall, auch gerade da, wo Sie jetzt sind. Öffnen wir uns für Seine Gegenwart.
Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. - Amen
Psalm: Psalm 47 – EG 727
Beten wir den Psalm des Himmelfahrttages
Schlagt froh in die Hände, alle Völker,
und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!
Denn der HERR, der Allerhöchste, ist zu fürchten,
ein großer König über die ganze Erde.
Er zwingt die Völker unter uns
und Völkerschaften unter unsere Füße.
Er erwählt uns unser Erbteil,
die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt.
Gott fährt auf unter Jauchzen,
der HERR beim Schall der Posaune.
Lobsinget, lobsinget Gott,
lobsinget, lobsinget unserm Könige!
Denn Gott ist König über die ganze Erde;
lobsinget ihm mit Psalmen!
Gott ist König über die Völker,
Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.
Die Fürsten der Völker sind versammelt
als Volk des Gottes Abrahams;
denn Gott gehören die Schilde auf Erden;
er ist hoch erhaben.
Gebet:
Lasst uns weiter beten:
Herr Jesus Christus, Du bist aufgefahren in den Himmel
und so bitten wir Dich:
Zieh uns aus der Nichtigkeit und Leere hinein in Deine Fülle,
aus der Traurigkeit in die Freude,
aus dem Dunkel der Angst und Verzweiflung in Dein Licht,
aus Streit, Schuld und Verfehlung in Deinen Frieden.
Amen

Lied: Jesus Christus herrscht als König – EG 123
1) Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß. Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß.
2) Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, /
geben ihm die Herrlichkeit; alle Herrschaft dort im Himmel, /
hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit.
3) Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner, /
nur der Sohn, der ist ihm gleich; dessen Stuhl ist unumstößlich, /
dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich.
 
Predigt – Johannes 17,20 – 26 – von Pfarrerin Henriette Gilbert
An Himmelfahrt ist geschehen, was Jesus in den Abschiedsreden seinen Jüngern verheißen hat: „Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.“
„… Du, Vater, bist in mir… so sollen auch sie in uns sein…“ Seit Himmelfahrt ist das Tatsache. Wir Menschen haben Raum in Gott gefunden – sie in uns – und das auf immer und ewig. Christus hat uns diesen Raum eröffnet, denn in seiner Person sind Mensch und Gott trennungslos verbunden. Und somit hat Christus an Himmelfahrt unser Menschsein mit in den Himmel genommen. Ein Wunder, was kaum in Worte zu fassen ist, selbst nicht für Jesus. Er versucht es in den Abschiedsreden immer neu zu fassen. Und somit ist spätestens seit Himmelfahrt der Himmel kein Raum mehr, erst recht nicht das Weltall. Es ist eine Person. Es ist Christus. Mit ihm, ja in ihm und durch ihn kam an Weihnachten der Himmel auf Erden und dann ist er es, der die Erde in den Himmel mitnimmt, in sich Himmel und Erde verbindet. Seither gilt, dass wir dort, wo wir Christus begegnen, dem Himmel begegnen – und das kann und ist mitten auf der Erde – ist überall.
„Auf dem Ölberg ist ein Stein, von dem aus unser Herr in den Himmel aufstieg, und man sieht noch jetzt die eingedrückten Fußspuren.“ So heißt es in einem Reisebericht des Heiligen Ignatius aus dem 16.JHd. „… und er hatte nicht genug geschaut, in welcher Richtung der rechte oder in welcher Richtung der linke war, und er kehrte dorthin zurück, um sie auszumessen“, sie zu meditieren. Vielleicht lächeln wir im ersten Moment drüber oder schütteln den Kopf. Doch dieses Zurückkehren zeigt, Ignatius hat begriffen: Jesus Christus ist die Spur Gottes auf dieser Erde, die Spur, die uns Menschen zum Himmel führt. Und eben diese wollte er genau meditieren – um in dieser Spur zu leben mit Wort und Tat, ganz auf der Erde und zugleich unter einem offenen Himmel. So sah für ihn Nachfolge aus – „damit die Welt erkenne, dass du Gott mich (Christus) gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.“. Messen wir immer wieder neu diese Fußspur Christi aus.

Amen

Glaubensbekenntnis (wer mag)
Lied: Wir haben Gottes Spuren festgestellt - EG 665
1. Wir haben Gottes Spuren festgestellt auf unsern Menschen-
straßen, Liebe und Wärme in der kalten Welt, Hoffnung, die wir fast vergaßen.
Kehrvers:
Zeichen und Wunder sahen wir geschehn
in längst vergangnen Tagen,
Gott wird auch unsre Wege gehn, uns durch das Leben tragen.
2. Blühnende Bäume haben wir gesehn, wo niemand sie vermutet, /
Sklaven, die durch das Wasser gehn, das die Herren überflutet.
3. Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz, hörten wie Stumme sprachen, /
durch tote Fensterhöhlen kam ein Glanz, Strahlen die die Nacht durchbrachen.
Dank- und Fürbittgebet
Herr unser Gott, hab Dank dass Du überall bist – auch jetzt bei mir/uns
Und so bitten wir Dich: Sei denen nahe, die krank sind, die Angst haben, die im Sterben liegen oder um einen ihnen lieben Menschen trauen.
Sei denen nahe, die Furcht haben vor den wirtschaftlichen Folgen, aber auch denen, die auch in dieser Stunde auf der Flucht sind, die Hunger ausgesetzt sind, Krieg und Gewalt, auch häuslicher Gewalt.
Stärke Du alle, die Entscheidungen zu treffen haben –
Stehe Du ihnen bei und schenke ihnen Weisheit und Kraft – ja Deinen Segen.
Segne Du diesen Tag und lass uns immer wieder neu Deine Fußspuren erkennen – ja selbst eine solche für andere werden.
Vater Unser im Himmel…..
Lied: Wenn wir jetzt weitergehen - EG 168, 4-6
4. Wenn wir jetzt weitergehen, dann sind wir nicht allein.
Der Herr hat uns versprochen, bei uns zu sein.
5. Wir nehmen seine Worte und Taten mit nach Haus.
und richten unser Leben nach seinem aus
6. Er hat mit seinem Leben gezeigt, was Liebe ist.
Bleib bei uns heut und morgen, Herr Jesu Christ.
Segen:
Der Herr segne Euch und behütet Euch,
der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Euch und sei Euch gnädig,
der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und schenke uns Frieden.
Amen
 
Zum Ausdrucken und Weitergeben:

Quelle: Henriette Gilbert, Ev. Kirchengemeinde Ettenheim