Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm 111 - WW 954
Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen
im Rate der Frommen und in der Gemeinde.
Groß sind die Werke des HERRN;
wer sie erforscht, der hat Freude daran.
Was er tut, das ist herrlich und prächtig,
und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,
der gnädige und barmherzige HERR.
Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;
er gedenkt auf ewig an seinen Bund.
Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk,
dass er ihnen gebe das Erbe der Völker.
Er sandte Erlösung seinem Volk
und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll.
Heilig und hehr ist sein Name.
Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang.
Wahrhaft klug sind alle, die danach tun.
Sein Lob bleibet ewiglich.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gebet:
An diesem Abend, Jesus,
hast du dir Zeit genommen für die, die du liebst.
Du hast sie beschenkt mit dem,
was Hoffnung macht und Kraft gibt.
Du hast ein Zeichen gesetzt gegen Tod und Vergessen.
Wir bitten dich: Schenk uns Vertrauen in deine Kraft,
die über Grenzen hinweg ins Leben führt.
Setz dich mit uns an den Tisch heute, egal, wo wir sind.
Und lass uns spüren: Du bist da. Wir sind nicht allein.
Amen.
Lied: Das Wort geht von dem Vater aus– EG 223, 1-3
1) Das Wort geht vom Vater aus, / und bleibt doch ewiglich zu Haus,
und geht zu der Welten Abendzeit /das Werk zu tun, das uns befreit.
und geht zu der Welten Abendzeit /das Werk zu tun, das uns befreit.
2) Da von dem eignen Jünger gar, /der Herr zum Tod verraten war,
gab er als neues Testament, / den Seinen sich im Sakrament.
gab er als neues Testament, / den Seinen sich im Sakrament.
3) gab zwiefach sich in Wein und Brot /sein Fleisch und Blut, getrennt im Tod, /
macht durch des Mahles doppelt Teil / den ganzen Menschen satt und heil.
macht durch des Mahles doppelt Teil / den ganzen Menschen satt und heil.
Lesung aus Mt 26
17 Aber am ersten Tag der Ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Passalamm zum Essen bereiten? 18 Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passamahl halten mit meinen Jüngern. 19 Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passalamm. 20 Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen. 21 Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. 22 Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln zu ihm zu sagen: Herr, bin ich's? 23 Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. 24 Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. 25 Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. 26 Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. 27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; 28 das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. 29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. 30 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrer Jörg Herbert:
Da liegt eine große Schwere über dieser Szene, so wie der Evangelist Matthäus vom letzten Abendmahl erzählt.
Keine gelöste Feiertagsstimmung. Dagegen bedrückend betrübte Gesichter. Das Essen ist überschattet von einer dunklen Ansage Jesu: „Einer hier am Tisch, einer, der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, wird mich verraten.“
Erstaunlich finde ich: Keiner wehrt ab. Keiner empört sich gegen diese unsägliche Prophezeiung. Stattdessen fragen sie nur einer nach dem anderen: „Herr, bin ich’s?“ Keiner von ihnen, keiner von Jesu engsten Vertrauten und Freunden scheint für sich selbst die Hand ins Feuer legen zu wollen. Und wie Recht sie damit haben, wird sich im Verlauf dieses Abends noch zeigen: Alle werden sie fliehen, Abstand nehmen, abstreiten, je mit Jesus zu tun gehabt zu haben.
In der Runde am Abendmahlstisch aber ist es am Ende Judas, dem Jesus den Verrat bestätigt. Ganz offen. Mitten ins Gesicht. Und teilt dennoch das Brot, den Wein, mit ihm und all denen, die an diesem Abend mit ihm am Tisch sitzen.
Eine alte Tradition feiert die Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag auch als „Nacht der verlöschenden Lichter“. Dietrich Bonhoeffer hat sie bei einem Aufenthalt in Rom kennengelernt und schreibt dazu in einem Brief im Februar 1944: „Wenn du Gelegenheit hast, in der Karwoche nach Rom zu kommen, so würde ich Dir raten, am Gründonnerstag den Abendgottesdienst mitzumachen! ... Am Gründonnerstag findet das Auslöschen der zwölf Kerzen am Altar als Symbol der Flucht der Jünger statt, bis in dem riesigen Raum nur noch die eine Kerze in der Mitte – Christus – brennt.“ Eindrücklich wird da vor Augen gemalt, wie Jesus an diesem Abend alle verliert die ihm lieb und teuer sind. Aus Angst oder Habgier, aus Enttäuschung, aus Ärger oder einfach als Mit-weg-läufer. Und für jeden wird eine brennende Kerze gelöscht. Jesus allein bleibt der, der die Hand ins Feuer legt für sie und uns alle. Er allein ist der, der Hand an sich legen lässt an diesem Abend und am Tag danach. Er ist die Kerze, die noch brennt, als Zeichen dafür, dass Gott sein Licht nicht zurücknimmt, auch wenn alle Welt ihm den Rücken kehrt.
Und wie gut, dass sein Licht auch für mich leuchtet. Amen.
Lied: Bevor die Sonne sinkt EG 491
Bevor die Sonne sinkt, will ich den Tag bedenken.
Die Zeit, sie eilt dahin, wir halten nichts in Händen.
Die Zeit, sie eilt dahin, wir halten nichts in Händen.
Bevor die Sonne sinkt, will ich das Sorgen lassen.
Mein Gott, bei dir bin ich zu keine Stund vergessen.
Mein Gott, bei dir bin ich zu keine Stund vergessen.
Bevor die Sonne sinkt, will ich dich herzlich bitten:
Nimm diesen Tag zurück in deine guten Hände.
Nimm diesen Tag zurück in deine guten Hände.
Fürbitten und Vaterunser:
Wir danken dir, Gott
Wir danken für die Gemeinschaft, die uns miteinander verbindet,
auch über Grenzen hinweg.
Wir bitten für alle, die das tägliche Brot nicht haben,
und für die, die es aus Abfalltonnen suchen müssen.
Wir bitten für alle, die sich einsam fühlen
und ohne den Schutz einer Gemeinschaft leben müssen.
Wir bitten für die, die in dieser Zeit bis zum Umfallen arbeiten müssen, um uns zu versorgen mit dem was nötig ist.
Und wir bitten für die, die gerne arbeiten würden, es aber nicht können und Sorgen um ihre Existenz haben.
Wir bitten für die, die nun Verantwortung übernehmen und wichtige Entscheidungen treffen müssen und oft ratlos sind.
Wir bitten für uns und unsere ganz persönlichen Sorgen.
Erinnere uns daran, dass du uns nahe bist, in dieser Nacht und in allen Nächten des Lebens, wenn wir meinen, dich aus dem Blick verloren zu haben.
Lass uns zueinander finden und weitergeben von dem, was wir von dir empfangen haben.
Alle unser Bitten legen wir in das Gebet Jesu: Vater unser…
Segensbitte: (nach M.L. King)
Wenn unsere Tage verdunkelt sind
Und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte,
so wollen wir stets daran denken,
dass es in der Welt eine große, segnende Kraft gibt, die Gott heißt.
Gott kann Wege aus der Aussichtslosigkeit weisen.
Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln.
Zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.
Gott bleibe bei uns, jetzt und immer.
So segne uns Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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Quelle: Jörg Herbert, Ev. Kirchengemeinde Ettenheim
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