Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm: Psalm 126 - WW 962
Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, *
so werden wir sein wie die Träumenden.
so werden wir sein wie die Träumenden.
Dann wird unser Mund voll Lachens *
und unsre Zunge voll Rühmens sein.
und unsre Zunge voll Rühmens sein.
Da wird man sagen unter den Völkern: *
Der HERR hat Großes an ihnen getan!
Der HERR hat Großes an ihnen getan!
Der HERR hat Großes an uns getan; *
des sind wir fröhlich.
des sind wir fröhlich.
HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, *
wie du die Bäche wiederbringst im Südland.
wie du die Bäche wiederbringst im Südland.
Die mit Tränen säen, *
werden mit Freuden ernten.
werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen *
und tragen guten Samen
und tragen guten Samen
und kommen mit Freuden *
und bringen ihre Garben.
und bringen ihre Garben.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Du Gott des Lebens und des Todes,
viele Tränen weinen wir,
um den Tod eines lieben Menschen,
um das, was uns das Leben schwer macht,
um das, wo wir uns selbst im Weg stehen.
Vor dich Gott bringen wir alles -
unsere ganze Hilflosigkeit, unsere Wut, unsere Trauer.
Wir brauchen dich und deine Hoffnung -
jetzt um so mehr, jeden Tag neu.
Enttäusche uns nicht! Amen
Lied: Wachet auf, ruft uns die Stimme – EG 147, 1.3
1. „Wachet auf,“ ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, „wach auf du Stadt Jerusalem.“ Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: „Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kommt, steht auf, die Lampen nehmt. Halleluja. Macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegengehn.
3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat mehr gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für.
Lesung des Predigttextes: Jesaja 65, 17-19.23-25
Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. … Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
An Tagen wie diesen schauen wir meist zurück. Wir erinnern uns. Damals ... Der Schmerz kommt wieder einmal hoch. Wir spüren deutlich, was wir vermissen – wen wir vermissen. An Tagen wie diesen wollen manche allein sein, brauchen andere Menschen um sich herum, darf für manche nicht zu viel gesprochen werden, wollen andere viel erzählen, braucht es für manche Trost und für andere Worte, die helfen, weiter zu gehen.
Der Prophet Jesaja malt mit seinen Worten das Bild einer wunderbaren Welt. Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Man soll [unter den Menschen] nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse.
Der Prophet will Menschen Mut machen, die vor Trümmern stehen. Ihre Vorfahren waren aus der Heimat vertrieben worden. Sie konnten nun endlich zurück kehren in das Land, von dem die Alten immer so schwärmend erzählt hatten. Hoffnungsvoll machten sie sich mit Bildern von blühenden Landschaften im Kopf auf den Weg. Doch dort war nichts mehr, wie es war. Städte und Dörfer waren zerstört, Weinberge und Felder lagen brach. An Tagen wie diesen, will man alles hinschmeißen und einfach aufgeben.
Denn siehe ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen – sagt Gott – dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.
Alles macht Gott neu, ruft da der Prophet den Menschen zu. Was kommen wird, ist mit dem, was ist, nicht zu vergleichen und mit dem, was wir kennen, nur schwer zu beschreiben: Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. … Niemand soll umsonst arbeiten und keiner Kinder für einen frühen Tod zeugen. … Und es soll geschehen, sagt Gott: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören.
Damals haben sie gelernt, auch in der Tiefe am Leben festzuhalten. Sie haben daran festgehalten, weil Gott am Leben festhält, weil er an uns Menschen festhält. Und diese Gedanken haben ihnen geholfen, weiter zu gehen. Diese Gedanken haben sie weitergetragen.
Sie haben sich an Gott festgehalten und haben seine Botschaft weitergetragen – bis heute: Gott schafft immer wieder neu Leben in Fülle und will, dass wir in seiner unmittelbaren Nähe leben – jetzt nur stückweise, aber irgendwann ganz.
Es gibt Tage, da wird mir bei solchen Bildern ganz warm ums Herz, dann bin ich getrost. Getrost zu wissen, dass Gott neu macht, was zerstört ist. Getrost zu wissen, dass die Menschen, die ich hier vermisse, bei ihm nun ein großes Fest der Freude feiern.
Es gibt auch Tage, da wirken die Bilder leer auf mich und ich weiß nicht so recht. Dann versuche ich, daran festzuhalten, dass er das Leben will, versuche an ihm festzuhalten und hoffe dass mir einer sagt: Gott hält an dir fest. Er will, dass Du lebst – hier, heute und jetzt.
Amen
Amen
Lied: Dir, Gott, will ich vertrauen – WW 22, 1-4
1. Dir, Gott, will ich vertrauen in schwerer Zeit. Ich will auf Hoffnung bauen – trotz Traurigkeit; will weinend doch klar spüren, wie du Kraft gibst. Du wirst durch Dunkles führen, weil du uns liebst.
2. Dir, Gott, will ich Dank sagen für schöne Zeit, für Glück in guten Tagen, für Leichtigkeit. Ich möchte nie vergessen, was uns gelang: so reiche Interessen, so viel Gesang,
3. Dir, Gott, will ich auch klagen vertane Zeit, die ungestellten Fragen und manchen Streit. Nimm auf in dein Erbarmen versäumtes Tun.
4. Dir, Gott, in Tod und Leben gehört die Zeit. Gib Kraft, nun herzugeben, schenk Ewigkeit. Du Zuflucht im Erschrecken, du Trost allein. Du wirst uns wieder wecken zu neuem Sein.
Fürbitten und Vaterunser:
Dir, Gott, legen wir die Menschen ans Herz,
die uns nahe stehen und die wir hier vermissen.
- Namen nennen -
- Namen nennen -
Lass sie und uns Deine Liebe spüren, die das Leben verändern kann.
Unsere Welt legen wir Dir ans Herz, Gott:
Die Kriesenherde und die Kriegstreiber.
Die Hungernden und die Übervollen.
Die Furchtsamen und die Übermütigen.
Wir bitten Dich: Bringe Du zurecht, was schief ist in unserer Welt.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: Herr, du bist die Hoffnung
1) Herr, du bist die Hoffnung, wo Leben verdorrt, auf steinigem Grund wachse in mir, sei keimender Same, sei sicherer Ort, treib Knospen und blühe in mir. Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde an in einem neuen Tag, blühe in mir.
2) Herr, du bist die Güte, wo Liebe zerbricht, in kalter Zeit, atme in mir sei zündender Funke, sei wärmendes Licht, sei Flamme und brenne in mir. Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde an in einem neuen Tag, brenne in mir.
3) Herr, du bist die Freude, wo Lachen erstickt, in dunkler Welt, lebe in mir, sei froher Gedanke, sei tröstender Blick, sei Stimme und singe in mir. Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde an in einem neuen Tag, singe in mir.
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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