Sonntag Zuhause - Estomihi

Gottesdienst zum 14. Februar 2021

Votum:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen
Psalm: Psalm 31 - WW 911.1
HERR, auf dich traue ich, /
lass mich nimmermehr zuschanden werden, *
errette mich durch deine Gerechtigkeit!
Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! *
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!
Denn du bist mein Fels und meine Burg, *
und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
Du wollest mich aus dem Netze ziehen, /
das sie mir heimlich stellten; * denn du bist meine Stärke.
In deine Hände befehle ich meinen Geist; *
du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.
Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, *
dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele
und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; *
du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Meine Zeit steht in deinen Händen. /
Errette mich von der Hand meiner Feinde *
und von denen, die mich verfolgen.
Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; *
hilf mir durch deine Güte!
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Zu dir können wir immer kommen, gütiger Gott,
mit all unseren Nöten und Sorgen.
Du nimmst uns die Last, stellst uns auf sicheren Boden,
zeigst uns heilende Wege und doch lässt du uns die Wahl.
Doch: Unsere Wahl ist nicht immer deine Wahl.
Wir trauen uns nicht - trauen uns nicht mehr zu.
Vater, stärke du unseren Glauben.
Amen
Lied: Meine Zeit steht in deinen Händen – EG 644, 1-3
Kehrvers:
Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
1. Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich: Was wird morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.
2. Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb,
nehmen mich gefangen, jagen mich.
Herr, ich rufe, komm und mach mich frei.
Führe du mich Schritt für Schritt.
3. Es gibt Tage, die bleiben ohne Sinn.
Hilflos seh ich, wie die Zeit verrinnt.
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
und ich frag, wo sie geblieben sind.
Lesung des Predigttextes: Markus 8, 27-38
Jesus ging fort mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer, sagen die Leute, dass ich sei? Sie aber sprachen zu ihm: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere sagen, du seiest Elia; wieder andere, du seiest einer der Propheten. Und er fragte sie: Ihr aber, wer, sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! Und er bedrohte sie, dass sie niemandem von ihm sagen sollten. Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh hinter mich, du Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.
Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben behalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's behalten. Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
„Wer ist Jesus eigentlich für Dich?“, wurde ich neulich mal wieder gefragt. „Also ist er für Dich so etwas wie ein Freund oder mehr ein Vorbild? Und: betest Du auch zu Jesus?“
„Ich bete selten zu Jesus“, beginne ich etwas zögernd meine Antwort, „schließlich kann ich ja Gott direkt ansprechen.“
Ich zögere, denn diese Frage hat es echt in sich. Sie ist wichtig. Schließlich sind wir als Christen eng mit Jesus Christus verbunden. Aber die Erzählungen von Jesus in der Bibel sind so vielschichtig und im Laufe der Zeit sind durch die vielen Diskussionen über diese Frage noch mehr Gedanken und Bilder dazu gekommen. „Die“ korrekte Antwort gibt es da nicht – es braucht meine Antwort - die ist ja auch gefragt. Aber sie verändert sich im Laufe des Lebens auch immer wieder, also taste ich mich mit meiner Antwort weiter.
Wenn ich in der Bibel lese, spüre ich: In Jesus begegnet den Menschen Gott. Und dann ist er für mich ganz nah bei Gott, so eine Art Erscheinungsform Gottes hier mitten auf der Erde. Man könnte auch sagen: In Jesus wird Gott für uns Menschen irgendwie fassbar.
Mir ist aber auch der Gedanke wichtig, dass in Jesus Gott als Mensch hier auf der Erde gelebt hat. Ich glaube: Wenn Gott weiß, wie es ist, als Mensch zu leben, dann versteht er mich und all das, was mich bewegt, einfach besser.
Und ja: Jesus ist durchaus auch so etwas wie ein Vorbild für mich. Mir gefällt gut, wie er mit anderen Menschen umgeht, wie er sie ernst nimmt, ihnen auf Augenhöhe begegnet, sie aber auch aufrüttelt, ihre gewohnten Gedankengänge durchbricht, ihren Blick für‘s Leben und für andere schärft.
Aber eigentlich ist Vorbild auch nicht wirklich richtig, denn so einfach nachmachen lässt sich das ja nicht, was er so sagt und tut. Es ist mehr so, dass ich versuche, ihm und seiner Haltung gegenüber anderen Menschen nachzuspüren und mir etwas abzuschauen. So eine Art Spurensuche vielleicht. Mir gefällt, dass für ihn alle Menschen geliebte Kinder Gottes sind und er sie das auch spüren lässt. Mir gefällt, dass er Menschen ermutigt zum Leben. Das heißt nicht, dass er immer nett ist. Er kann andere auch schon mal anfahren und sie in ihre Schranken weisen – wie z.B. Petrus.
Petrus war oftmals übermütig und hat sich gerne mal verrannt. Er ist begeistert und sieht in Jesus ganz richtig den Christus, den Messias, den Retter. Aber er hat ein ganz bestimmtes Bild von ihm. Und als Jesus von seinem bevorstehenden Leiden und Tod spricht, denkt Petrus wohl, Jesus sei von allen guten Geistern verlassen. Jedenfalls versucht er, die bösen Geister aus ihm auszutreiben - das bedeutet es, wenn es im Text heißt: „Petrus fing an, Jesus zu wehren.“
Aber da liegt er falsch. Jesus muss das von sich weisen und Petrus auf seinen Platz hinter ihn – auf seinen Platz als Spurensucher.
Auch in meinem Leben hat Jesus Spuren hinterlassen. Es tut gut, immer mal wieder nach diesen Spuren zu suchen. Die Frage, wer Jesus denn für mich ist, ist da gar nicht schlecht. Für die Suche muss ich mich allerdings hinten anstellen. Doch, wenn mir das gelingt, spüre ich es auch, das Göttliche, das in mein Leben hineinstrahlt. Dann fällt es mir auch leichter, seine Spuren in dieser Welt zu sehen und ihm nachzufolgen. Ihm, der sieht und weiß, was menschlich ist, aber eben auch Gott kennt und seine Liebe weiter gibt. Amen
Lied: Liebe, die du mich zum Bilde – EG 401, 1.2.4
1. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht,
Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht:
Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.
2. Liebe, die du mich erkoren, eh ich noch geschaffen war,
Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar:
Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.
4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort,
Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort:
Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.
Fürbitten und Vaterunser:
Dreieiniger Gott,
hab Dank für all die Spuren, die Du in meinem Leben hinterlässt.
Hilf mir, wahrzunehmen, wo Du mich lenkst,
zu sehen, wo Du Grenzen setzt
und die Möglichkeiten zu erkennen, die Du mir eröffnest.
Ich will Dir nachfolgen, deine Spuren suchen in dieser Welt.
Anderen auf Augenhöhe begegnen,
schauen, wie ich ihnen Räume eröffnen kann,
ich bitte dich: Gib mir Kraft und Mut dazu.
Ich bitte dich für diese Welt.
Für unser Miteinander im Kleinen –
in den Familien, Nachbarschaften, Gemeinden, Dörfern und Städten
Für unser Miteinander im Großen –
in unserem Land, in Europa, in dieser Welt.
Auch wenn es menschlich ist: Hilf uns, immer wieder von uns abzusehen, uns mal hinten anzustellen und zu sehen, was Du willst.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: Wenn Glaube bei uns einzieht – WW 213
1. Wenn Glaube bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.
Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.
2. Wenn Liebe bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.
Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.
3. Wenn Hoffnung bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.
Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.
Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
Zum Ausdrucken und Weitergeben:

Quelle: Severine Plöse, Ev. Kirchengemeinde Ettenheim

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