Votum:
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen unseres dreieinigen Gottes; im Namen des Vaters, der das Licht geschaffen hat; im Namen des Sohnes, der das Licht der Welt und unseres Lebens ist, und im Namen des Heiligen Geistes, der uns mit diesem Licht erleuchtet und uns zu Trägern dieses Lichtes macht. Amen.
Psalm: Psalm 107 in der Übertragung von P. Spangenberg
Bedankt euch bei Gott, dass er uns so nahe ist und seine Liebe zeigt, die alle Zeiten überdauert.
So sollen alle reden, die diese Erfahrung gemacht haben, gleich an welchem Punkt dieser Erde sie wohnen.
So sollen alle reden, die sich im Leben einmal verirrten, die keinen Ausweg mehr sahen und keine Bleibe fanden, weder innerlich noch äußerlich;
so sollen alle reden, die leer waren und ohne Kraft, wie sie sich dann an Gott wandten in ihrer Verzweiflung, und er nahm ihnen ihre Angst.
Er zeigte ihnen den Weg und gab ihnen Zukunft, und sie wussten wieder wohin sie gehörten.
Sie alle sollen sich bei Gott bedanken, dass er sie so liebevoll umgab, und danken sollen sie ihm für seine Wunder, für das unaussprechliche Gute, das sie erlebt haben;
wie Gott aus Dunkel Hell macht,
aus Unglück Glück,
aus Verzweiflung Hoffnung,
aus verschlossenen Türen offene Wege,
aus Angst Geborgenheit
aus Taumel und Trunkenheit festen Boden,
aus Wüste fruchtbares Land,
aus Armut Segen
aus Unruhe Stille.
Deshalb sollen alle reden, die diese Erfahrungen gemacht haben:
Gott tut herrliche Wunder an seinen Menschenkindern.
Lied: WW 172 1. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.
Gib uns den Mut, voll Glauben, Herr, heute und morgen zu handeln.
2. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.
Gib uns den Mut, voll Liebe, Herr, heute die Wahrheit zu leben.
3. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.
Gib uns den Mut, voll Hoffnung, Herr, heute von vorn zu beginnen.
4. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.
Gib uns den Mut, voll Glauben, Herr, mit dir zu Menschen zu werden.
2. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.
Gib uns den Mut, voll Liebe, Herr, heute die Wahrheit zu leben.
3. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.
Gib uns den Mut, voll Hoffnung, Herr, heute von vorn zu beginnen.
4. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.
Gib uns den Mut, voll Glauben, Herr, mit dir zu Menschen zu werden.
Eingangsgebet
Gott, immer wieder lädst du uns ein Gast bei dir zu sein. Wir dürfen in dein Haus kommen, ohne Vorleistungen. Selbst mit unseren Verfehlungen lässt du uns zu dir. Und du hälst das bereit, was wir brauchen: deine Liebe und Fürsorge, deine Geduld und Barmherzigkeit. Du bist ein Gastgeber, wie es sonst keiner sein kann. Hab Dank für diese wunderbare Einladung. Amen.
Predigt zu Hebräer 13,2 von Dorothee Moldenhauer
wann haben Sie zum letzten Mal Gastfreundschaft erlebt? Gab es schon mal eine Situation, in der Sie Gastfreundschaft gebraucht hätten, und nicht bekommen haben? Gastfreundschaft: Der heutige Sprachgebrauch des Wortes Gastfreundschaft meint die vorübergehende Aufnahme, Bewirtung oder Beherbergung Fremder oder Angehöriger. Es kann sein, dass Gastfreundschaft auf Gegenseitigkeit beruht oder ohne Gegenleistung geleistet wird. Gastfreundschaft kann eine Pflicht sein – wie etwa bei den Beduinen in der Wüste, wo es ums Überleben geht – oder freiwillig geschehen. Gastfreundschaft kann zeitlich begrenzt oder unbegrenzt sein. In vielen Kulturen werden Gäste für einen bestimmten Zeitraum aufgenommen, häufig sind es drei Tage, oder aber Gäste können so lange bleiben wie sie wollen oder müssen, zum Beispiel wenn sie geschützt werden müssen und Asyl suchen. In unserem Predigtext heißt es: „Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.” (Hebräer 13,2) Warum musste man sich damals gegenseitig ermahnen, gastfreundlich zu sein? Gerade im Orient war doch die Gastfreundschaft legendär. Bis heute wissen Menschen von der großen Gastfreundschaft in bestimmten Ländern zu berichten. Sicherlich war es auch Überlebensstrategie: Was macht ein Wanderer in einem unwirtlichen Gebiet in den Wüstenregionen Israels, wenn ihn keiner aufnimmt, ihm Wasser und etwas zu Essen gibt? Der hat ja keine Chance. Gastfreundschaft war und ist eine wichtige Tradition, die man gerne anbietet und über die man heilfroh ist, wenn man sie einmal selbst benötigt und angeboten bekommt. „Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.” Das wäre doch etwas, wenn du da jemanden bei dir aufnimmst. Für einen Abend, für ein paar Tage. Du kennst ihn kaum, und es passiert auch nichts Spektakuläres. Gute Gespräche, vielleicht ein paar Irritationen, weil der Andere eben anders tickt … ja und dann, wenn er wieder weg ist, dann merkst du: Irgendwie war das schon eine besondere Begegnung. Manche Gesprächsfetzen gehen dir noch im Kopf rum. Dein Horizont wurde erweitert, mehr als du dir das gedacht hättest. Der Gast hat nichts zurückgelassen, aber doch ist da etwas geblieben. Ein Gefühl der Verbundenheit, der Eindruck durch diese Begegnung beschenkt worden zu sein. Ist das damit gemeint? Mit dem Besuch der Engel? Durchaus vorstellbar für mich.In der Bibel finden wir weitere besondere Situationen der Gastfreundschaft. Abraham und Sara zum Beispiel. Drei Männer besuchen dieses Paar, das seit Jahren vergeblich verzweifelt auf Nachwuchs wartet. Und es wird erzählt wie diese drei von Abraham großzügig bewirtet werden. Den beiden wird die Geburt des langersehnten Sohns ankündigt. Und wenig später wurde diese Ankündigung wahr. Gespräche, die mehr sind, als das, was sie auf den ersten Blick waren. Weil sich in dieser Begegnung mit dem Fremden neue Horizonte eröffnet haben. Neue Lebensperspektiven kamen hinzu – man fasste Mut zu Veränderungen… Wer weiß, was gewesen wäre, wenn Abraham die drei Männer abgewiesen hätte? Hätte es eine zweite Chance gegeben? Wir wissen es nicht. Gott und Engel zu Besuch? Im Neue Testament sagt Jesus die uns bekannten Worte: (Mt 25) “Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen” – und die Angesprochenen können sich nicht erinnern, ihn je zu Gast gehabt zu haben – und er antwortet: “Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.” Gastfreundschaft ist mehr als eine freundliche, mitmenschliche Geste oder eine soziale Verpflichtung. Es hat auch damit zu tun, wie wir unseren Glauben deuten. Wenn jeder Mensch ein Ebenbild Gottes ist, ein von ihm geliebtes Geschöpf, dann gehört die Offenheit ihm gegenüber zum Glauben dazu. Dann ist Gastfreundschaft, wie die Nächsten- und Feindesliebe, eine grundlegende Aufgabe für uns Christen. Eigentlich! Doch so einfach ist das nicht. Damals und heute nicht. Mal haben wir keine Zeit, mal ist die Angst vor dem Fremden zu groß. Gastfreundschaft hat es nicht leicht. Manchmal muss man sich einen Ruck geben offen zu sein- für die Fremden, wie auch für die nicht ganz so Fremden. Oder wie Martin Buber schreibt: Wenn einer zu mir kommt und von mir Hilfe fordert, dann ist es nicht an mir, ihm mit frommen Mund zu empfehlen: „Hab Vertrauen und wirf deine Not auf Gott“, sondern zu handeln, als wäre da kein Gott, sondern auf der ganzen Welt nur einer, der diesem Menschen helfen kann, du allein. „Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.” Ja, das wäre wirklich schade, wenn wir die Gastfreundschaft vergessen würden. Amen
Lied: Wir wollen aufstehen - WW 220,3+4
Ref.: Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen, miteinander umzugehn. Aufstehn, aufeinander zugehn und uns nicht entfernen, wenn wir etwas nicht verstehn.
3) Diese Welt ist uns gegeben, wir sind alle Gäste hier. Wenn wir nicht zusammenleben, kann die Menschheit nur verliern.
4) Dass aus Fremden Nachbarn werden, das geschieht nicht von allein. Dass aus Nachbarn Freunde werden, dafür setzten wir uns ein.
Fürbitten
Gott, immer wieder lädst du uns ein, Gast bei dir zu sein. Du zeigst uns, was Gastfreundschaft heißt: Lass uns stets unsere Türen offen halten: Die Tür zu unseren Gedanken, zu unseren Gefühlen und auch die reellen Türen, damit wir einander Gastgeber und Engel sein können. Wir bitten dich, schenke uns den Mut uns für die Fremden zu öffnen, die in unser Land kommen und Hilfe benötigen. Schenke uns ein offenes Ohr für die Ängste und Sorgen unserer Mitmenschen. Öffne unsere Hände, sodass wir von dem Überfluss in dem wir leben, getrost abgeben können. Schenke uns den Blick für alles notwendige, was vielleicht nicht so offensichtlich ist. In der Stille bringen wir all die Menschen vor dich, die uns am Herzen liegen…-Stille- Gastfreundlicher Gott, bei dir wissen wir uns geborgen und aufgehoben.
Vater unser im Himmel….
Lied: WW 146 Gottes Segen behüte dich nun
Gottes Segen behüte dich nun, Gottes Frieden in all deinem Tun. Geh gesegnet, getröstet, gestärkt und geliebt in der Freude, die Gott dir heut gibt.
Segen
Herr, segne meine Hände, dass sie behutsam seien, dass sie geben können ohne Berechnung, dass ihnen innewohnt die Kraft, zu trösten und zu segnen.
Herr, segne meine Augen, dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen, dass andere sich wohlfühlen können unter meinem Blick. Herr, segne meine Ohren, dass sie deine Stimme zu hören vermögen. Dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not, dass sie das Unbequeme nicht überhören. Herr, segne meinen Mund, dass er dich bezeuge, dass er heilende Worte spreche, dass er Anvertrautes bewahre.
Herr, segne mein Herz, das es Wohnstatt sei deinem Geist, dass es Wärme schenken und bergen kann, dass es reich sei an Verzeihung, dass es Leid und Freude teilen kann.
So segne uns der dreieinige Gott. Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.
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