Sonntag Zuhause - 3. Advent

Gottesdienst zum 13. Dezember 2020

Votum:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen
Psalm: Psalm 85 - WW 937.1
HERR, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande *
und hast erlöst die Gefangenen Jakobs;
der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk *
und all ihre Sünde bedeckt hast;
der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen *
und dich abgewandt von der Glut deines Zorns:
Hilf uns, Gott, unser Heiland, *
und lass ab von deiner Ungnade über uns!
Willst du denn ewiglich über uns zürnen *
und deinen Zorn walten lassen für und für?
Willst du uns denn nicht wieder erquicken, *
dass dein Volk sich über dich freuen kann?
HERR, zeige uns deine Gnade *
und gib uns dein Heil!
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Vormals, sagen sie Alten,
vormals seist Du gnädig gewesen, Gott.
Vormals.
Auch ich habe Deine Gnade schon oft erfahren.
Ich habe meine Aufgaben erledigt, so gut es eben ging.
Ich bin von einer Krankheit wieder gesund geworden.
Ein Weg hat sich aufgetan in der Ausweglosigkeit.
Du bist gnädig gewesen, Gott, nicht nur vormals.
Du bist gnädig gewesen in dieser Woche.
Du bist mir gnädig gewesen.
Wecke Dankbarkeit, die meinen Stolz überwindet.
Wecke Einsicht, die mich nicht erniedrigt. Amen
Lied: Die Nacht ist vorgedrungen – EG 16, 1.4.5
1. Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern! So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.
4. Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.
5. Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt. Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht. Wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht.
Lesung des Predigttextes: Lukas 21, 25-33
Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.
Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass der Sommer schon nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
Im Advent geht es um die Zukunft.
Doch die Zukunft sieht nicht immer so aus, wie wir sie erwarten – zum Glück allerdings auch nicht immer so, wie wir es befürchten!
Im Advent geht es um die Zukunft.
In den letzten Jahren ist das ein wenig in Vergessenheit geraten, ist Advent ein wenig in Vergessenheit geraten. Oft wird schon gar nicht mehr von Advent sondern eher von Vorweihnachtszeit gesprochen. Eine Zeit, in der eine Weihnachtsfeier die andere jagt und wir die Geschenke.
In diesem Jahr hat die Adventszeit – ich denke unbeabsichtigt - wieder ein Stück von ihrer traditionellen Funktion als Fastenzeit zurück erhalten. Schon im November sollten wir ja auf Kontakte verzichten, damit wir Weihnachten feiern können – so wurde uns der Teillockdown jedenfalls von manchen Politikern verkauft.
Nun stellt sich heraus: Wir haben wohl nicht genug gefastet, um feiern zu dürfen. Nun sind Erwartungen enttäuscht, Hoffnungen zerstört und die Angst vor Einsamkeit oder Aufbegehren geht um.
Da werden plötzlich die Worte des Evangelisten Lukas, die sonst zum Glühwein immer etwas deplatziert wirken, ganz aktuell:
„Die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde.“ heißt es hier.
Das klingt nicht sehr zuversichtlich, aber vielleicht ist es einfach nur so, dass der Evangelist – im Gegensatz zu manchen Politikern - keine falschen Erwartungen wecken will. Es wird einfach nur beschrieben, was man kommen sieht, oder zumindest befürchtet: „Die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.“
Im Advent geht es um die Zukunft.
Und ich denke, wenn wir über die Zukunft sprechen, dann gehört es dazu, dass wir sie uns nicht schön reden, dass wir keinen rosaroten Filter über das legen, was uns erwartet, dass wir keine falschen Erwartungen wecken. Wer sich etwas schön redet, den trifft es um so härter, wenn er feststellt, dass es nur schön geredet war.
Vielmehr braucht es etwas, das uns hilft, durch das Dunkel dieser Zeit hindurch zu kommen.
„Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“, lese ich ein paar Verse weiter. Das könnte es sein: Kopf hoch! Sich nicht von der Dunkelheit nach unten drücken lassen. Wer aufrecht geht, sieht weiter als diejenige, die den Kopf gesenkt hat. Nur, wer den Kopf hebt, kann den Streifen am Horizont entdecken.
Das wissen wir alles, aber manchmal ist es leichter gesagt als getan. Was mich aber zuversichtlich stimmt, ist der Hinweis auf Gottes Wort im letzten Vers des Bibelabschnittes: „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.“, sagt Jesus hier.
Gott spricht uns Menschen immer wieder an – irgendwie. Durch Engel, durch andere Menschen, in Träumen, … Und wenn ich angesprochen werde, dann hebe ich den Kopf – vielleicht nicht sofort, aber doch irgendwann. Und das ist es, was wir über die Zukunft sicher sagen können: Gott spricht uns an. Darauf können wir uns verlassen, denn seine Worte werden nicht vergehen. Amen
Lied: Durch das Dunkel hindurch – WW 30, 1-3
1. Durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell. Durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell. So hell soll auch die Erde sein, steht auf, steht auf, steht auf, so hell soll auch die Erde sein, steht auf!
2. Durch das Dunkel hindurch dringt ein neues Wort. Durch das Dunkel hindurch dringt ein neues Wort. Das Wort wird uns zur Zuversicht, steht auf, steht auf, steht auf, das Wort wird uns zur Zuversicht, steht auf!
3. Durch das Dunkel hindurch führt ein neuer Weg. Durch das Dunkel hindurch führt ein neuer Weg. Der Weg wird unsre Zukunft sein, steht auf, steht auf, steht auf, der Weg wird unsre Zukunft sein, steht auf!
Fürbitten und Vaterunser:
Hilf uns aufstehen, gnädiger Gott.
Aufstehen und unseren Weg gehen.
Nicht unsere Not, sondern Deine Zukunft im Blick.
Nicht unsere Unzulänglichkeiten, sondern Deine Wege vor Augen.
Nicht unsere Angst, sondern Dein Wort im Herzen.
Wir legen Dir die Menschen ans Herz,
die in den Krankenhäusern und Pflegeheimen arbeiten.
Hilf ihnen, immer wieder aufzusehen.
Auch die Menschen, die krank sind oder im Sterben liegen,
befehlen wir dir an.
Lass das Dunkel über sie keine Macht haben.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: O Heiland, reiß die Himmel auf – EG 7, 1.3.4.7
1. O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf,
reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für.
3. O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd, daß Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, herfür dies Blümlein bring, o Heiland, aus der Erden spring.
4. Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal.
7. Da wollen wir all danken dir, unserm Erlöser, für und für;
da wollen wir all loben dich zu aller Zeit und ewiglich.
Segen:
Der Herr, segne dich und behüte dich,
Der Herr, lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,
Der Herr, hebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden. Amen
Zum Ausdrucken und Weitergeben:
3Advent_13Dezember2020.pdf
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