Votum:
Im Namen Gottes - des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm 37 - EG 720
Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen
und wird deine Gerechtigkeit heraufführen
wie das Licht
und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.
Bleibe fromm und halte dich recht;
denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.
Der Herr hilft den Gerechten,
er ist ihre Stärke in der Not. Halleluja!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gebet:
Herr, wir danken dir für den heutigen Sonntag.
Keine Aufgaben und kein Zeitdruck, die uns nun quälen.
Stattdessen: heilsame Unterbrechung, nur da sein, Zeit haben, hören, was du sagst, das Leben genießen.
Herr, wir danken dir für die Zeit, die du uns nun mit dir schenkst. Öffne unser Herz für dein Wort. Amen.
Lied: EG 168, 1-3 Du hast uns, Herr, gerufen
1. Du hast uns, Herr, gerufen, und darum sind wir hier :// Wir sind jetzt deine Gäste und danken dir ://
2. Du legst uns deine Worte und deine Taten vor :// Herr, öffne unsre Herzen und unser Ohr ://
3. Herr, sammle die Gedanken und schick uns deinen Geist :// der uns das Hören lehrt und dir folgen heißt ://
Lesung des Predigtwortes: Mk. 2, 23-28
23Und es begab sich, dass er am Sabbat durch ein Kornfeld ging, und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszu-raufen. 24Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist? 25Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er in Not war und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren: 26wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit Abjatars, des Hohenpriesters, und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren? 27Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. 28So ist der Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat.
Gedanken zum Predigtwort von Prädikantin Mirjam Gronbach
Liebe Gemeinde, "das ist doch alles Schikane!" Die ganze Autobahn ist frei, kein anderer Fahrer weit und breit und ich soll nur 100km/h fahren dürfen? Die Lehrerin stellt eine Frage, keiner will antworten und ich bekomme Ärger, weil ich die richtige Antwort laut hineinrufe, ohne mich zu melden? In unserem Ort gab es keinen großen Anstieg an Corona-Infektionen und ich soll mich trotzdem an zusätzliche Hygieneregeln halten? "Das ist doch alles Schikane" - geben wir es zu: Wer von uns hat das nicht schon einmal gedacht? Als Schikane erleben wir etwas, das uns das Gefühl vermittelt: Wir werden in unserer Freiheit eingeengt.
Und doch machen wir die Erfahrung: Ohne Regeln geht es auch nicht. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung soll Menschen vor Unfällen schützen. Gesprächsregeln im Klassenzimmer ermöglichen erst, dass jeder gehört wird. Hygieneregeln dienen dazu die weitere Ausbreitung des Virus zu verringern. Regeln schützen uns und schaffen Freiräume, in denen wir uns bewegen können. Wir benötigen sie, auch dann, wenn sie unbequem sind.
Wann eine Regel tatsächlich zur Schikane werden kann, hält uns das heutige Predigtwort vor Augen: Die Pharisäer ermahnen Jesus, dass seine Jünger das Gebot der Heilung des Sabbats brechen, weil sie auf dem Feld Ähren raufen, um sie anschließend gemahlen essen zu können. Die Pharisäer legen das 3. Gebot "Du sollst den Feiertag heiligen" sehr streng aus - für sie gilt beides als verboten: Die Arbeit des Erntens und auch das Zubereiten von Mahlzeiten.
Nach Jesus richtet sich diese strenge Auslegung gegen den Menschen: "Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen." Damit erinnert Jesus an den Sinn des 3. Gebotes: Nach sechs Tagen darf nicht nur, sondern soll ein Ruhetag eingelegt werden - und zwar für alle, ohne Unterschied. Alle sollen sich ausruhen dürfen. Der Sabbat soll der Tag der Ruhe sein und der Tag, der dem Lob Gottes vorbehalten ist (2. Mose 20,8-11; 5. Mose 5,12.15).
Damit hat der Ruhetag einen doppelten Sinn: Er ist der Tag des Ausruhens und der Tag des Gottesdienstes. Hinter beidem steht die Absicht der Freiheit und der Befreiung. Diese Absicht haben die Pharisäer für Jesus aus den Augen verloren. Ihre Auslegung schränkt die Freiheit der Jünger ein und verwehrt ihnen mit der Nahrung Wesentliches zum Leben. Es ist also gar nicht das 3. Gebot, das zur Schikane wird. Es ist dessen Auslegung durch die Pharisäer.
Jesus hebt das 3. Gebot in seiner Rede nicht auf. Im Gegenteil: Er weist die Pharisäer auf König David hin, der am Sabbat in einer Hungersnot die Schaubrote aß und mit den Bedürftigen teilte. So verweist er auf die Heilige Schrift, ihre gemeinsame Grundlage. Er, der Sohn Gottes, sagt ihnen, wie jenes Gebot auszulegen ist: So, dass es nicht nur dem Wohle Einzelner, sonder Aller dient.
Während die Pharisäer das Gebot der Feiertagsheiligung zu ernst nahmen - haben wir uns mittlerweile eher zu weit davon entfernt. Für viele gilt dieser Tag kaum noch der Ruhe und der Ehre Gottes.
Als Christen feiern wir aber seit Ostern den Sonntag als Ruhetag. Wir feiern die Befreiung aus Schuld und Sinnlosigkeit, die uns durch Christus an Karfreitag und Ostern geschenkt wurde. An jedem Sonntag soll uns immer wieder neu in Erinnerung gerufen werden, dass wir durch die Auferstehung Christi Hoffnung auf ein neues Leben haben.
Nun mag es viele Berufsgruppen geben, die auch am Sonntag arbeiten müssen. Wichtig auch für all jene bleibt, dass sie einen siebten Tag finden, an dem sie zur Ruhe kommen können, genießen dürfen. Unser menschenfreundlicher Gott fordert kein Arbeiten bis zum Umfallen, ständige Erreichbarkeit, oder Perfektion. Er will, dass wir mit uns und unserem Leben sorgsam umgehen. Dabei hilft uns der sonntägliche Gottesdienst. Er ist gerade keine Schikane - wie vielleicht so mancher Konfirmand denken könnte... Eine Pflicht für den Gottesdienst gibt es nicht, aber er ermöglicht mir eine Pause von alltäglichen Sorgen, Zeit Gott für meine Freiheit in Christus zu danken, Orientierung durch sein Wort zu erhalten, Mensch zu sein und Mensch zu bleiben. Denn - der Sonntag ist für den Menschen gemacht. Amen.
Lied: WW 167 Keinen Tag soll es geben
1. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hände reicht.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mit mir Wege geht.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mit mir Wege geht.
Refrain: Und der Friede Gottes, der höher ist, als unsre Vernunft,
der halte unsern Verstand wach und unsre Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.
der halte unsern Verstand wach und unsre Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.
2. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt. Refrain
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt. Refrain
3. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mich mit Geist beseelt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir das Leben schenkt. Refrain.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir das Leben schenkt. Refrain.
Fürbitten und Vaterunser:
Barmherziger Gott, unsere Zeit steht in deinen Händen.
So bitten wir dich: Sei bei den Menschen, die durch die Anforderungen, die an sie gestellt werden, an ihre Grenzen kommen. Lass sie bei all der Arbeit und ihrem Stress Momente der Entspannung finden. Hilf ihnen, für sich und ihr Recht auf Ruhe einzustehen.
Sei bei den Menschen, die keine Zeit haben, weil sie sich für alles verantwortlich fühlen. Lass sie darauf vertrauen, dass andere auch ohne sie zurechtkommen. Zeige ihnen, dass es gut ist, dass sie da sind, auch wenn sie einmal nichts tun.
Sei bei den Menschen, die niemandem etwas von ihrer Zeit abgeben wollen, die nur an sich und ihren Spaß denken. Zeige ihnen, dass gerade sie mit dem, was sie können, für andere nötig sind - und dass es auch das eigenen Leben reicher macht, sich für etwas einzusetzen.
Sei bei den Menschen, denen ihre Zeit zu viel wird, weil sie das Gefühl haben, von niemandem mehr gebraucht zu werden. Lass sie neue Aufgaben finden, in die sie sich mit ihren Fähigkeiten einbringen, damit sie dann auch die Ruhezeiten genießen können.
Sei bei den Menschen, die ihre Zeit gerade nur wenig genießen können, weil sie an Corona erkrankt sind oder unter den Auswirkungen des Virus leiden. Schenke ihnen Kräfte des Lebens und Hoffnung für jeden neuen Tag. Amen.
Miteinander und füreinander beten wir: Vater unser, ...
Lied: EG 168, 4-6 Wenn wir jetzt weitergehen
4. Wenn wir jetzt weitergehen, dann sind wir nicht allein :// Der Herr hat uns versprochen, bei uns zu sein ://
5. Wir nehmen seine Worte und Taten mit nach Haus :// und richten unser Leben nach seinem aus ://
6. Er hat mit seinem Leben gezeigt, was Liebe ist. :// Bleib bei uns heut und morgen, Herr Jesu Christ. ://
Segen
Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch Frieden. Amen.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch Frieden. Amen.
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