Sonntag Zuhause - 2. Sonntag nach Trinitatis

Gottesdienst am 21. Juni 2020

Dieser Sonntag hat die Überschrift: Die große Einladung Gottes. Er ist es, der uns auch diesen Sonntag einlädt, zu ihm zu kommen.

Und so feiern wir den Gottesdienst in Gottes Namen, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geites. Amen

Lied: Tut mir auf die schöne Pforta - EG 166

1) Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein;
ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein!
Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht.
2) Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir.
Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier.
Zieh in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein.

Psalm 36

HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe.
HERR, du hilfst Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott,
dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,
und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Gebet:

Herr unser Gott, der Du die Quelle des Lebens bist,
du rufst uns hinein in Deine Gegenwart, in Dein Licht.
Erfrische auch uns durch den Segensstrom Deiner Kraft, deines Erbarmens und Deiner Liebe.
Lass unsere unruhige Seele bei Dir Ruhe finden.
Lass uns in dir ruhen, um dann mit Dir zusammen hinaus zu gehen zu dem, der auf Deine Güte wartet. Amen

Lesung: Matthäus 11,25-30

Der Predigttext für den heutigen Sonntag ist ein Lied. Jesus singt es selbst, jedoch bleibt es offen, ob er es auch selbst geschrieben hat. Die 3. Strophe dieses Liedes werden viele kennen. Es ist die große Einladung Gottes – oder auch der Heilandsruf genannt. Da heißt es im Matthäusevangelium im 11. Kapitel, die Verse 25 - 30:
Zu der Zeit rief Jesus aus, (und gemeint ist eine Zeit, in der sich viele über Jesu Lebensweise geärgert haben. Er hat Gemeinschaft gehabt mit den Zöllnern und Sündern und hat Freude am Leben gehabt , auch am Essen und Trinken): Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen.
Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Gedanken zum Bibeltext von Pfarrerin Henriette Gilbert:

Liebe Gemeinde, das sind kompakte Worte mit komprimierten Inhalt – so wie es eben meistens bei Liedern ist. Da verarbeitet Jesus in der ersten Strophe die Erfahrung, dass die Klugen sich in Bezug auf den Glauben oft selbst im Wege stehen. Entweder wollen sie nichts von Gott wissen oder sie wollen Beweise. Die Unmündigen und Kinder hingegen staunen. Sie öffnen einfach ihre Hände und lassen sich beschenken. Sie vertrauen und Vertrauen ist der Anfang des Glaubens.
In der zweiten Strophe besingt Jesus seine Nähe zu Gott. Er sagt sogar: Gott ist in mir zum Greifen nahe. Ihr erkennt in mir Gott. Und dann und eben erst dann öffnet Jesus in der 3. Strophe seine Arme und ruft den Menschen zu: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Was für ein Gott, der seine Arme für alle öffnet und der uns in seinen Armen Ruhe verheißt. „Ich werde euch Ruhe geben“ – so die wörtliche Übersetzung von dem, was wir Erquickung nennen. Das kindliche Vertrauen in der ersten Strophe findet sein Ziel in der Ruhe – in dem Ruhen der Seele – dem Seelenfrieden. Wie sehr sehnen wir uns nach diesem, erst recht in unruhigen Zeiten.
Doch es geht weiter. Es folgt ein Nachklapp, Worte, die man vielleicht gar nicht so gerne hören will. Da heißt es: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir …. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Jesus bleibt realistisch und verheißt uns kein Leben ohne Sorgen und Lasten, ohne ein Joch – aber er verspricht uns, uns zu helfen, die Lasten zu tragen. Die Klugen jedoch denken, sie schaffen es, ohne ein Joch zu leben. Manches Mal denkt man, es gelingt ihnen auch. Und dann heißt es von einem dieser Klugen in einer Geschichte. Ihm ist es zu schwer, das Kreuz zu tragen. Daher kommt er auf den Gedanken, es einfach zu kürzen. Er sägt ein Stück ab. Es ist wahrlich leichter geworden und einfacher zu tragen. Aber dann kommt er an eine Schlucht, durch die ein Fluss fließt. Es gibt keine Brücke, um rüber zu kommen. Seine Weggefährten legen ihr Kreuz über die Schlucht. Es passt ganz genau. Sie können das Hindernis überqueren. Beim Klugen jedoch fehlt genau das Stück an seinem Kreuz, das er abgesägt hat. Und nun?
Der Kluge erinnert sich an die dritte Strophe des Liedes – so wenigstens erlaube ich mir diese Geschichte weiter zu schreiben – und er erlebt: Die Arme Jesu bleiben offen, selbst für ihn. Der Kluge ist bereit, sich helfen zu lassen. Für den Klugen wahrlich ein Joch, sich einzugestehen, ich brauche einen Gott, der mir hilft – oder anders gesagt, wahrlich ein Kreuz. Doch er spürt die Worte Jesu: „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ Jesus vermag es, meiner Seele Ruhe zu schenken.
„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Wie gut, dass Jesus bis heute dieses Lied singt – und das gerade wenn wir vor unüberwindbaren Schluchten stehen. Amen

Als Glaubensbekenntnis: Jesu, geh voran auf der Lebensbahn - EG 391

1) Jesu, geh voran auf der Lebensbahn! Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland.
2) Soll's uns hart ergehn, lass uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir.
3) Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin.
4) Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege,
gib uns auch die nöt'ge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf.

Fürbitten

Herr unser Gott, hab Dank, dass Deine Arme bis heute für uns geöffnet sind.
Und so bringen wir Dir all die Menschen für die es uns aufgetragen ist für sie zu beten –
Wir bringen Dir die Mächtigen dieser Welt – und auch den, der übersehen wird.
Wir bringen Dir die klugen und weisen Menschen – und auch die, die so vieles nicht verstehen
Wir bringen Dir die altgewordenen Menschen – und auch die Kinder und Jugendlichen.
Wir bringen Dir die sterbenden Menschen – und die, die zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt haben
Wir bringen Dir die, die selbstsicher durch das Leben gehen – und die, die von Angst erfüllt sind, die zweifeln und verzweifeln.
……
Lass sie und uns spüren: Du bist uns nahe – näher als wir denken.
Vater Unser

Lied: Führe mich, o Herr, und leite - EG 445, 5-7

5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret sein.
6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr, mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum.
7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu.

Segen

Der Herr segne Euch und behütet Euch, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Euch und sei Euch gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und schenke uns Frieden. Amen

Zum Ausdrucken und Weitergeben:

Quelle: Henriette Gilbert, Ev. Kirchengemeinde Ettenheim

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