Sonntag Zuhause - 2. Sonntag nach Epiphanias

Gottesdienst zum 17. Januar 2021

Votum:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen
Psalm: Psalm 105 - WW 952
Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; *
verkündigt sein Tun unter den Völkern!
Singet ihm und spielet ihm, *
redet von allen seinen Wundern!
Rühmet seinen heiligen Namen; *
es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen!
Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht, *
suchet sein Antlitz allezeit!
Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, *
seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes,
du Geschlecht Abrahams, seines Knechts, *
ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten!
Er ist der HERR, unser Gott, *
er richtet in aller Welt.
Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, *
an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Die Klage geht mir schnell über die Lippen, Gott,
der Dank hinkt oft hinterher.
Dabei gibt es doch so vieles, wofür ich dankbar bin.
Ich weiß, dass du vieles in meinem Leben durch deine gute Hand geleitest und bewahrst.
Da sind die Unfälle, die nicht schlimmer ausgingen, Fehler, die ohne Folgen blieben, Schuld, die mir nicht nachgetragen wird. - Ich bin dankbar.
Da sind die Menschen, die ich lieben darf, der Morgen heute, der mir geschenkt ist, die Freunde, die ich gefunden habe, wo immer ich lebte. - Ich bin dankbar.
Ich bitte Dich: Bewahre mir diese Dankbarkeit. Amen
Lied: Der Morgenstern ist aufgedrungen – EG 69, 1-4
1. Der Morgenstern ist aufgedrungen, / er leucht' daher zu dieser Stunde /
hoch über Berg und tiefe Tal, / vor Freud singt uns der lieben Engel Schar.
2. »Wacht auf«, singt uns der Wächter Stimme / vor Freuden auf der hohen Zinne: /
»Wacht auf zu dieser Freudenzeit! / Der Bräut'gam kommt, nun machet euch bereit!«
3. Christus im Himmel wohl bedachte, / wie er uns reich und selig machte /
und wieder brächt ins Paradies, / darum er Gottes Himmel gar verließ.
4. O heilger Morgenstern, wir preisen / dich heute hoch mit frohen Weisen; /
du leuchtest vielen nah und fern, / so leucht auch uns, Herr Christ, du Morgenstern!
Lesung des Predigttextes: Johannes 2, 1-11
Am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Danach zog er hinab nach Kapernaum, er, seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben nur wenige Tage dort.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
„Leider müssen wir nun doch unsere im Juli in Ettenheim geplante Hochzeit absagen. Wir werden nur im kleinen Kreis feiern. Uns ist die aktuelle Lage einfach zu unsicher und zu ungewiss. Vielen Dank für Ihre Bereitschaft, uns zu trauen.“ Diese Email eines Brautpaares erreichte mich in der vergangenen Woche. Das Paar wohnt in Stuttgart, wollte aber in Ettenheim groß feiern und so sollte die kirchliche Hochzeit auch hier stattfinden.
Nun haben sie entschieden: Es ist nicht die Zeit für ein großes Fest, sie feiern lieber im Kleinen.
„Meine Stunde ist noch nicht gekommen,“ sagt Jesus bei der Hochzeit zu Kana. Ohne Wein wäre das Fest schnell zu Ende gewesen. Für Braut und Bräutigam ein trauriger Start in ihr Leben miteinander. Wie es zu so einem Desaster kommen konnte, bleibt in der Erzählung offen, aber es ist ja so: Vieles im Leben können wir planen und vorbereiten, aber ob es gut wird, haben wir letztlich nicht in der Hand.
Mich beeindruckt die Gelassenheit und die Hartnäckigkeit mit der Maria auf die schroffe Zurückweisung ihres Sohnes reagiert. „Was er Euch sagt, das tut.“, trägt sie den Dienern auf.
An Gott festhalten und die Dinge letztlich gelassen in Gottes Hand geben. Freude erfüllt mich, wenn mir das gelingt und ich fühle mich neu gestärkt.
„Meine Stunde ist noch nicht gekommen“, sagt Jesus und doch verhilft er dem Brautpaar dazu, dass ihr Fest ein Fest bleiben kann.
Das Brautpaar aus Stuttgart hat einen neuen Weg gefunden. Einen Weg, der für sie besser in diese Zeit passt, so dass der Anfang ihres gemeinsamen Lebens ein guter sein kann.
Auch die Hochzeit zu Kana steht am Anfang – am Anfang des Johannesevangeliums, am Anfang dessen, was der Evangelist Johannes vom Wirken Jesu erzählt. Es ist ein schwungvoller, fröhlicher Auftakt. Kein Bericht von einer Bußpredigt wie bei den anderen Evangelisten. Keine Erzählung von einer Versuchung in der Wüste.
Im Johannesevangelium wird von Anfang an deutlich: Gott lädt uns ein zu seinem Fest und seine Zuwendung ist umfassend. Ihm geht es darum, dass Leib und Seele heil werden. Hören, Schmecken, Fühlen, … - alles gehört dazu.
Aber doch ist da auch ein Schatten: Es ist nicht genug Wein da, die Stunde ist noch nicht gekommen, harsche Worte werden gewechselt, Unsicherheit ist spürbar, ...
Es ist nicht alles gut. Aber dass es, Gott sei Dank, am Ende gut werden wird, das ist auch jetzt schon sichtbar und schmeckbar.
Dafür steht die Hochzeit zu Kana. Sicher, nur ein Zeichen. Aber ein Zeichen für die Fülle, die Gott uns mitten im Leben schenkt.
Amen
Lied: In dir ist Freude in allem Leide – EG 398, 1.2
1. In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ! /
Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; /
hilfest von Schanden, rettest von Banden. / Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet,
wird ewig bleiben. Halleluja. / Zu deiner Güte steht unser G'müte, /
an dir wir kleben im Tod und Leben; / nichts kann uns scheiden. Halleluja.
2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; /
du hast's in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. /
Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle /
zu dieser Stunde. Halleluja. / Wir jubilieren und triumphieren, /
lieben und loben dein Macht dort droben / mit Herz und Munde. Halleluja.
Fürbitten und Vaterunser:
Gott des Lebens,
lass mich sehen, was jetzt dran ist. -
Was ich tue, was ich besser lasse.
Was ich jetzt brauche, um gut über die Runden zu kommen.
Lass mich hören, wie Du neu mit uns anfängst,
dass ich selbst jeden Tag neu anfange zu leben.
Lass mich schmecken, wie Du das Leben reich machst -
von der Fülle Deiner Liebe, dem Reichtum Deiner Gnade
und dem Wunder des Lebens.
Lass mich erzählen von Dir hier mitten in dieser Welt,
so dass Dein Reichtum größer wird – jeden Tag.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude – EG 66, 1.2.8
1. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude; A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde, erzählet's den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.
2. Jesus ist kommen, nun springen die Bande, Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden; er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande; Jesus ist kommen, nun springen die Bande.
8. Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben. Hochgelobt sei der erbarmende Gott,
der uns den Ursprung des Segens gegeben; dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod.
Selig, die ihm sich beständig ergeben! Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.
Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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