Votum:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen
Psalm: WW 901 - Psalm 1
Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen /
noch tritt auf den Weg der Sünder *
noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
noch tritt auf den Weg der Sünder *
noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
sondern hat Lust am Gesetz des HERRN *
und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!
und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!
Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, *
der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,
der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,
und seine Blätter verwelken nicht. *
Und was er macht, das gerät wohl.
Und was er macht, das gerät wohl.
Aber so sind die Gottlosen nicht, *
sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.
sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.
Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht *
noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, *
aber der Gottlosen Weg vergeht.
aber der Gottlosen Weg vergeht.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
und von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen
Gebet:
Gott,
deine Liebe trägt mich,
und wenn ich zu fallen drohe, fängt sie mich auf.
Dein Wort stärkt mich -
Ich höre gute Gedanken, die mich froh machen,
Ich lese Dinge, die mich irritieren
und mich so aus dem Alltagstrott herausholen.
Deine Gerechtigkeit gibt meinem Leben eine Orientierung.
Sie macht mich frei
und ermutigt mich, mich auf andere Menschen einzulassen.
und ermutigt mich, mich auf andere Menschen einzulassen.
Amen
Lied: Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen – WW 173
Kehrvers:
Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn, dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn, dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
1. Dein Reich in Klarheit und Frieden, Leben in Wahrheit und Recht. Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
2. Dein Reich des Lichts und der Liebe lebt und geschieht unter uns. Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
2. Dein Reich des Lichts und der Liebe lebt und geschieht unter uns. Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
3. Wege durch Leid und Entbehrung führen zu dir in dein Reich. Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
4. Sehn wir in uns einen Anfang, endlos vollende dein Reich! Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.
Lesung des Predigttextes: 5. Mose 30,11-14
Das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
Gedanken zur Bibellesung von Pfarrerin Severine Plöse:
„Morgen kann alles ganz anders sein. Aber das soll uns heute nicht darin hindern zu leben.“ Diese Botschaft ruft Mose dem Volk Israel zu, das an der Schwelle zum gelobten Land steht. Den Jordan müssen sie noch überqueren, dann sind sie in dem Land, das Gott ihnen versprochen hat, als sie aus Ägypten, aus der Sklaverei, aufgebrochen waren. Nach 40 Jahren in der Wüste erwartet sie nun etwas ganz Neues. Viele freuen sich, sind erleichtert, dass es endlich soweit ist. Aber die Vorfreude hält sich in Grenzen, denn vor allem sind da eine Menge Sorgen und Fragen: Wie wird es sein, wenn Mose nicht mehr da ist? Wie können wir unsere Grenzen erkennen? Unsere Möglichkeiten sehen? Wie wissen wir, wie wir gut leben, was Gott für unser Leben will, wenn Mose es uns nicht mehr sagt?
Die Antwort damals ist einfach und schwierig zugleich.
Heute – sagt Mose – das „Heute“ ist mal als erstes wichtig. Lasst Euch nicht von dem lähmen, was morgen sein könnte und dann vielleicht doch nicht ist, oder auf jeden Fall ganz anders aussieht. Heute gilt es zu leben - mit allem, was möglich ist und eben auch mit allem, auf was wir verzichten müssen.
Was morgen ist, wissen wir noch nicht.
Und, sagt Mose weiter: Euer Herz weiß eigentlich, wie das geht, „gut“ zu leben – es kennt Grenzen und Möglichkeiten.
Das Herz steht für uns heute meist für das Gefühl.
In der hebräischen Sprache aber ist mit dem Herz vor allem der Verstand gemeint. Allerdings ist das kein herzloser Verstand – daran erinnert die Rede vom Herz.
In der hebräischen Sprache aber ist mit dem Herz vor allem der Verstand gemeint. Allerdings ist das kein herzloser Verstand – daran erinnert die Rede vom Herz.
„Mit Verstand“ ist etwas noch lange nicht gesagt oder getan, wenn es „rechnerisch richtig“ ist, wenn die Theorie oder das Kalkül stimmen. Verstand, das ist eine Sache des Kopfes und des Herzens.
Wir brauchen beides, um zu verstehen, warum etwas ist wie es ist.
Wir brauchen beides, um zu verstehen, wie andere Menschen reden und handeln.
Wir brauchen beides, um gut miteinander umzugehen.
Heute, sagt Mose, setze heute Deinen Verstand ein – Kopf und Herz, dann findest Du heraus, wie es sich gut lebt.
Richtschnur, oder „Gebot“, wie Mose es nennt, kann dabei das sein, was die Alten von Gott erzählt und aufgeschrieben haben – die Texte der Bibel, die wir heute in unserer Bibel zusammengefasst haben. Sie erzählen von den Erfahrungen, die Menschen vor uns mit Gott gemacht haben. Wo sie Grenzen erfahren haben, wie sie Möglichkeiten entdeckt haben. Die alten Texte erzählen von den Erfahrungen, die Menschen vor uns gemacht haben. Denn es ist ja so: Wir müssen nicht alle Fehler selbst machen, nicht alle Lösungen alleine finden. Es gibt alte Erfahrungen, die uns heute helfen können. Das sind keine Patentlösungen. Auch über diese Erfahrungen müssen wir diskutieren – eben mit Verstand.
Morgen kann alles ganz anders sein. Aber Leben ist heute – womöglich jeden Tag anders. Immer wieder müssen wir neu schauen, immer wieder neu diskutieren, wie es gehen könnte. Unser Verstand - Kopf und Herz, Gottes Wort - die Erzählungen der Alten, können uns dabei helfen.
Sicher: Manchmal wird es auch falsch sein, was ich tue, manchmal bin ich zu müde, zu verletzt, zu schwach, zu übermütig, …, manchmal setzt der Verstand eben aus.
Aber dann gibt es morgen wieder ein Heute. Dann gibt es einen neuen Tag, an dem wir wieder miteinander darum ringen können, wie wir gut leben können – heute, jeden Tag neu. Amen
Lied: Manchmal kennen wir Gottes Willen – EG 642
1. Manchmal kennen wir Gottes Willen, manchmal kennen wir nichts.
Erleuchte uns, Herr, wenn die Fragen kommen.
2. Manchmal sehen wir Gottes Zukunft, manchmal sehen wir nichts.
Bewahre uns, Herr, wenn die Zweifel kommen.
3. Manchmal spüren wir Gottes Liebe, manchmal spüren wir nichts.
Begleite uns, Herr, wenn die Ängste kommen.
4. Manchmal wirken wir Gottes Frieden, manchmal wirken wir nichts.
Erwecke uns, Herr, dass dein Friede kommt.
Fürbitten und Vaterunser:
Heute leben wir Gott.
Daran zu denken, hilft,
weil wir uns nicht um das Morgen sorgen müssen,
weil wir uns nicht um das Morgen sorgen müssen,
aber es ist auch anstrengend, weil jeder Tag anders ist.
Lass uns anerkennen, welche Grenzen uns gegeben sind.
Lass uns aber auch sehen, was Du möglich machst, Gott.
Schenke uns Geduld -
sie wird in diesen Tagen wieder besonders strapaziert.
Schenke uns Verstand -
wir brauchen ihn, um Situationen im Alltag richtig einzuschätzen.
Schenke uns ein warmes Herz -
wir brauchen es, um einander im Blick zu halten,
um das Leben im Blick zu halten.
um das Leben im Blick zu halten.
Auch Mut brauchen wir -
er hilft uns auszuhalten, dass wir verschieden sind.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor Dich bringen. - Stille -
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser, …
Lied: Gelobt sei deine Treu – WW 141, 1-2
1. Gelobt sei deine Treu, die jeden Morgen neu uns in den Mantel deiner Liebe hüllt, die jeden Abend wieder, wenn schwer die Augenlider, das schwache Herz mit Frieden füllt.
2. Wir wolln dem Namen dein im Herzen still und fein lobsingen und auch laut vor aller Welt. Nie hast du uns vergessen, schenkst Gaben unermessen, tagtäglich deine Hand uns hält.
Segen:
Der Herr, segne dich und behüte dich,
Der Herr, lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,
Der Herr, hebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden. Amen
Der Herr, lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,
Der Herr, hebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden. Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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