Sonntag Zuhause - 12. Sonntag nach Trinitatis

Gottesdienst am 30. August 2020

Musikvorspiel – Begrüßung – Votum
 
Psalm
Lobet den Herrn! Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding, *
ihn loben ist lieblich und schön.
         Der Herr baut Jerusalem auf*
         und er bringt zusammen die Verstreuten Israels.
Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind,*
und verbindet ihre Wunden.
         Er zählt die Sterne*
         und nennt sie alle mit Namen.
Der Herr ist groß und von großer Kraft,*
und unermesslich ist seine Weisheit.
         Der Herr richtet die Elenden auf*
         und stößt die Frevler zu Boden.
Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten,*
die auf seine Güte hoffen.
        
Gebet
Du bist voller Zuneigung zu uns Menschen, großer Gott, dafür danken wir dir.   Mitten im geschäftigen oder langweiligen Alltag fällt es uns wie Schuppen von den Augen – die Welt ist schön, und wir leben gern darin. Und das mitten in all der Ungerechtigkeit und dem Leiden, das wir meist viel besser sehen. Dass wir immer wieder unsere Scheuklappen der Mutlosigkeit, der Verzweiflung, des Zorns, der Angst und des Misstrauens ablegen können, dass unsere Seele auftanken kann
bei dir, das bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen
 
Lied: „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“         EG 665, 1
Wir haben Gottes Spuren festgestellt auf unsern Menschenstraßen,
Liebe und Wärme in der kalten Welt, Hoffnung, die wir fast vergaßen.
Zeichen und Wunder sahen wir geschehn in längst vergangnen Tagen,
Gott wird auch unsre Wege gehn, uns durch das Leben tragen.
 
Lesung des Predigttextes (1. Korinther 3, 9-17) 
9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. 10 Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 11 Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 12 Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, 13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es ans Licht bringen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. 14 Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. 15 Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch. 16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 17 Wenn jemand den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören, denn der Tempel Gottes ist heilig – der seid ihr.
 
Ansprache von Pfarrerin i.R. Eisenbach-Heck:
Liebe Gemeinde, Bauarbeiter auf einer Großbaustelle? Genau das sind wir! Gottes Mitarbeiter! Wir stehen alle in demselben Dienst auf Gottes Baustelle. Seine Gehilfen und Handlanger, Arbeiter und Diener am Reich Gottes.
Nicht immer wissen wir genau, was zu tun ist, um den Bauplan umzusetzen. Oft braucht es eine lange und mühevolle Suche nach dem richtigen Material. Manchmal scheitert man auch, nimmt das falsche Material: Dann bricht etwas Gebautes ein. Oder das Wasser kommt durch das Flachdach in die Wohnzimmerdecke….
Wo Menschen zusammenarbeiten, gibt es auch unterschiedliche Ansichten, Spannungen, Neid und Konflikte, ja sogar Parteienbildungen: wie in der Gemeinde in Korinth. Gehöre ich zur Fraktion des Apollos oder des Paulus? Das trieb die Menschen damals um. Bin ich Neuzugezogene oder Alteingessene? Konservativ oder fortschrittlich? Sie merken – das zieht sich auch bis heute durch. Paulus fordert auf nicht an solchen oberflächlichen Merkmalen hängenzubleiben, sondern tiefer zu schauen. Von der Fassade hin zum Fundament.
 „Ihr seid Gottes Bau!“ Wie das gehen kann, beschäftigt uns in unseren Gemeinden und in unserer Kirche. Denn unsere Kirche - auch als Gemeinschaft - ist nie fertig. Ständig sind wir zum Weiterbauen und Umbauen aufgerufen. Wie soll die Kirche von morgen aussehen? Stockt nicht der Weiterbau, wenn Materialien oder Arbeiter fehlen? Wie kann der Weiterbau gelingen? Nicht nur finanziell, sondern vor allem geistlich?
Hier spricht uns Paulus zu: "Ihr seid bereits Gottes Bau!" - Egal wie gut in
euren Augen der Bau voranschreitet - lebt von dieser Zusage. Nehmt euch Zeit zum genauen Wahrnehmen, Suchen und Hören. Bevor ihr einfach drauflos baut, seht hin und hört genau zu – Gott und den Menschen vor Ort! Ein anspruchsvoller Prozess!
Aber da, wo Gott uns in den Dienst nimmt, entlastet er uns auch:
"Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus."  (1. Kor 3, 11)
Liebe Gemeinde, das Fundament unserer Gemeinden steht schon. Wir müssen es nicht erst schaffen.  Paulus sieht sich zwar als Grundsteinleger – aber auch den legt er in ein bereits bestehendes Fundament!  Das ist Jesus Christus selbst.
Jesus Christus, in dem Gott Mensch wurde, als Fundament - nichts Starres, Lebloses. Ein lebendiges Fundament, beweglich, unberechenbar – ist das nicht beängstigend? Auf etwas bauen, das in Bewegung ist? Dadurch selbst in Bewegung kommen? Oder lieber abspringen, damit der Boden wieder fest wird unter den Füßen? Jesus als Fundament unserer Gemeinde, und in unserem persönlichen Leben. Seinem Wort und seinem Vorbild Raum  geben, in dem, was wir entscheiden, wie wir miteinander umgehen, wie wir unser Leben gestalten. Wie wir diejenigen wahrnehmen, die am Rand stehen und sich nach gelingendem Leben sehnen. Wie wir mit denen umgehen, die sich verbittert abgewandt haben?
Das Fundament, auf dem wir bauen, baut uns auch immer wieder auf. Ermutigt, tröstet, versöhnt – durch sein Wort und die Zeichen seiner Nähe. Die wir derzeit manchmal schmerzlich vermissen im Gottesdienst!
Bin ich selbst aufgebaut, dann habe ich auch neue Kraft zum Weiterbauen. Aber ich bin nicht die Bauherrin – das ist Gott. Wir alle sind Handwerker und Mitarbeiter, jede an ihrem, jeder an seinem Platz. Im griechischen Text steht dafür das  Wort synergein, zusammen an etwas arbeiten. Synergieeffekte  - die entstehen, wenn nicht einer alles zu machen sich verpflichtet fühlt, sondern wenn viele miteinander ihre Fähigkeiten und Kräfte bündeln. Manches an der Arbeit wird unvollkommen bleiben. Anderes wird keinen Bestand haben:  ist leicht brennbar wie Holz, Heu und Stroh im Feuer. Aber anderes wird bestehen bleiben. Gott entscheidet, was Bestand haben wird – und diese Erkenntnis kann brennen wie Feuer. Doch auch hier ist der Nebensatz wichtig: Selbst wenn die Arbeit der Prüfung nicht standhält und mich diese Erkenntnis fast umbringen will: Gott schützt mich, ich bin nicht verloren!
Das darf ich mir immer wieder auf der Zunge zergehen lassen, was Gott mir
zusagt: „Setze dich nicht selbst unter Druck, aber behalte das Fundament im Auge.“ Gott will dich als seine Mitarbeiterin, seinen Mitarbeiter! Auf die er und die anderen sich verlassen können.
 
Vielleicht ist gerade nur eine kleine Hütte oder Kapelle dran. Gerade ein Dach über dem Kopf, ein paar Stühle und Christus in eurer Mitte. Baut weiter in eurem Stil und Tempo. Mit euren Gaben. Bleibt aber in Gemeinschaft, kooperiert, denn ihr gehört zusammen, ihr seid Gottes Bau. Er baut an eurer Gemeinschaft! 
Ja, ihr seid selbst ein lebendiger Stein in diesem Bau. Ein Tempel Gottes, in dem Gottes Geist wohnt.“  Achten wir doch darauf, dass Gottes Geist sich bei uns wohlfühlen kann. Amen
 
Lied: „Ist Gott für mich“                                                 EG 351, 1+3
Ist Gott für mich, so trete gleich alles wieder mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich.  Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der feinde und Widersacher Rott?
Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, dass ich finde das ew’ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert.
 
Fürbitten und Vaterunser
Komm, heiliger Geist, du Geist der Wahrheit, die uns frei macht. Du Geist des Sturmes, der uns unruhig macht. Du Geist des Mutes, der uns stark macht. Du Geist des Feuers, der uns glaubhaft macht. Komm heiliger Geist, du Geist des Liebe, die uns einig macht. Du Geist der Freude, die uns glücklich macht. Du Geist des Friedens, der uns versöhnlich macht. Du Geist der Hoffnung, die uns gütig macht. Komm, heiliger Geist…………..
In der Stille bringen wir vor Dich, was uns persönlich bewegt. Stille
Miteinander und füreinander beten wir: Vater unser
 
Lied:  „Ist Gott für mich“                              EG 351,13
Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.
 
Segen
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden. Amen