Votum:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm: Psalm Jonas (Jona 2,3-10):
Als ich in Not war, schrie ich laut.
Ich rief zum Herrn und er antwortete mir.
Aus dem Innern des Totenreichs rief ich um Hilfe.
Da hast du mein lautes Schreien gehört.
In die Tiefe hattest du mich geworfen,
mitten in den Strudel der Meere hinein.
Wasserströme umgaben mich.
Alle deine Wellen und Wogen – sie schlugen über mir zusammen!
Da dachte ich: Jetzt bin ich verloren,
verstoßen aus deinen Augen.
Wie kann ich je wieder aufschauen,
um deinen heiligen Tempel zu sehen?
Das Wasser stand mir bis zum Hals.
Fluten der Urzeit umgaben mich. Seetang schlang sich mir um den Kopf.
Zum Grund der Berge bin ich hinabgestiegen,
in das Reich hinter den Toren des Todes.
Sie sollten für immer hinter mir zugehen.
Du aber hast mein Leben aus dem Abgrund gezogen,
du Herr, du bist ja mein Gott.
Als ich am Ende war, erinnerte ich mich an den Herrn.
Mein Gebet drang durch zu dir, bis in deinen heiligen Tempel.
Ja, wer sich an Nichtigkeiten klammert,
verliert seien einzigen Halt im Leben.
Ich aber will dir mit lauter Stimme danken,
Schlachtopfer will ich dir darbringen.
Auch meine Gelübde werde ich erfüllen.
Hilfe findet sich beim Herrn!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gebet:
Du Gott des Lebens, deine Stimme ruft uns auf deinen Weg, und dein Wort gibt uns täglich neuen Mut. Lass uns auch heute auf das hören, was du uns sagst, in den Liedern, die wir singen, in den Worten, die wir hören, in den Gebeten, die wir sprechen. Hilf uns, dass wir dich und unseren Nächsten lieben und auf dein Wort achten. Dies bitten wir im Namen deines Sohnes Jesus Christus, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und wirkt in Ewigkeit. Amen.
Lied: Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist (EG 277)
Kervers:
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
1. Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge, und dein Gericht ist tief wie das Meer. Menschen und Tieren willst du, Herr, ein Helfer sein.
2. Was deine Güte ist, lehr mich begreifen, und deine Wahrheit mach mir bekannt; denn ich verstehe nichts, wenn du es mir nicht sagst.
3. Täglich umgeben mich Worte und Stimmen, aber ich höre gar nicht mehr hin; denn deine Stimme höre ich nicht mehr heraus.
4. Wenn ich nichts hören kann, hilf mir dich rufen; hilf mir dich hören, wenn du mich rufst; hilf mir gehorchen, wenn du mich berufen willst.
5. Dein Wort ist Wahrheit ist unsre Bewahrung; aus deinem Leben leben wir auch; und wir erkennen erst in deinem Licht das Licht.
Predigtwort mit Predigttext (Jona 1,1-2,2.11) von Vikarin Anja Kamper
Ist mein Lebensweg vorherbestimmt? In manchen seltenen Momenten, wenn ich alleine bin, wenn alles still um mich ist, könnte ich sie hören, die Stimme, die mir zuflüstert, wie es wirklich um mich bestellt ist. Bin ich noch auf dem richtigen Weg, bin ich mir treu geblieben? Um diese Stimme nicht hören zu müssen bleibe ich meistens sehr geschäftig, oder stelle ich einfach das Radio ein bisschen lauter. Damit bin ich nicht allein. Diese Reaktion ist so alt wie die Menschheit selbst. So hörte auch Jona nicht gerne, was die Stimme ihm zu sagen hatte:
Es geschah das Wort des HERRN zu Jona, dem Sohn Amittais: Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen. Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem HERRN nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. Als er ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er Fährgeld und trat hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weit weg vom HERRN. Da ließ der HERR einen großen Wind aufs Meer kommen, und es erhob sich ein großes Ungewitter auf dem Meer, dass man meinte, das Schiff würde zerbrechen. Und die Schiffsleute fürchteten sich und schrien, ein jeder zu seinem Gott, und warfen die Ladung, die im Schiff war, ins Meer, dass es leichter würde. Aber Jona war hinunter in das Schiff gestiegen, lag und schlief. Da trat zu ihm der Schiffsherr und sprach zu ihm: Was schläfst du? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken. Dass wir nicht verderben. Und einer sprach zum andern: Komm wir wollen losen, dass wir erfahren, um wessentwillen es uns so übel geht. Und als sie losten, traf’s Jona. Da sprachen sie zu ihm: Sage uns, um wessentwillen es uns so übel geht? Was ist dein Gewerbe und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du und von welchem Volk bist du? Er sagte zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte den HERRN, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat. Da fürchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm: Was hast du getan? Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir denn mit dir tun, dass das Meer stille werde und von dir ablasse? Denn das Meer ging immer ungestümer. Er sagte zu ihnen: „Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer still werden und von euch ablassen. Denn ich weiß, dass um meinetwillen dies große Unwetter über euch gekommen ist.“ Doch die Leute ruderten, dass sie wieder ans Land kämen; aber sie konnten nicht, denn das Meer ging ungestüm gegen sie an. Da riefen sie zum HERRN und sprachen: Ach, HERR, lass uns nicht verderben um des Lebens dieses Mannes willen und rechne uns nicht unschuldiges Blut zu; denn du, HERR, tust, wie dir’s gefällt. Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still und ließ ab von seinem Wüten. Und die Leute fürchteten den HERRN sehr und brachten dem HERRN Opfer und taten Gelübde. Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leib des Fisches drei Tage und drei Nächte. Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches. … Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.
Ist mein Lebensweg vorherbestimmt? Die Jonaerzählung antwortet auf diese Frage sowohl mit einem ja, als auch mit einem nein: Ja, mein Lebensweg ist vorbestimmt, insofern der für mich beste und wahrhaftige Weg bereits in mir angelegt ist. Ich brauche nur auf die Stimme hören. Andererseits bin ich aber nicht gezwungen auf die Stimme zu hören. Ich kann sie ignorieren und mein eigenes Ding machen. Das kann ich Wochenlang, jahrelang tun. Aber die Jonageschichte erzählt auch davon, dass das, was ich ignoriere auf lange Sicht immer schmerzhafter für mich werden wird. Mit der Zeit werde andere Menschen in meine Probleme mit hineingezogen und höchstwahrscheinlich wird mich irgendwann alles doch einholen. Anstatt wegzulaufen, zeigt mir Jona eine Alternative auf: Mit Gott sprechen. Auf die eine oder andere Weise wird er antworten, auch wenn ich eigentlich nur mit ihm rede, weil ich mich in eine ausweglose Situation manövriert habe.
Amen.
Amen.
Lied: Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt (EG 628)
1. Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt damit ich lebe. Halleluja.
Ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst damit ich frei bin. Halleluja.
Kervers: Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern, die Menschen werden singen, bis das Lied zu Himmel steigt. Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Frieden auf Erden.
2. Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist, damit ich handle. Halleluja. Ich lobe meinen Gott, der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.
Halleluja.
3. Ich lobe meinen Gott, der mir die Tränen trocknet, damit ich lache. Halleluja. Ich lobe meinen Gott, der meine Angst vertreibt, damit ich atme. Halleluja.
Fürbitten und Vater unser
Lebendiger Gott, Schöpfer aller Dinge, du sprichst zu uns. Deine Stimme führt uns. Sprich! Lass die Welt auf deine Stimme hören.
Lebendiger Gott, deine Stimme mahnt uns. Sei du nicht stumm, wo Menschen in Kriege ziehen oder von Kriegen heimgesucht werden, gefangen in umkämpften Städten. Sei nicht stumm, wo Menschen fliehen, verzweifelt auf der Suche nach Schutz. Lass auch uns nicht stumm sein.
Lebendiger Gott, Deine Stimme tröstet uns. Dein Wort richtet uns auf. Deine Gegenwart heilt. Wir bitten dich für die Menschen, die dir vertrauen: Für deine weltweite Kirche, für die Verfolgten, für die Kranken in unserer Gemeinde, für alle, um die wir uns sorgen.
Lebendiger Gott, du sprichst zu uns. Deine Stimme ruft uns. Sprich heute und alle Tage zu uns durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder.
Lebendiger Gott, du sprichst zu uns. Deine Stimme ruft uns. Sprich heute und alle Tage zu uns durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder.
Erhöre Gott, was wir in der Stille vor dich bringen – Stille –
In der Verbundenheit mit allen Christen beten wir: Vater unser …
Lied: Von Gott will ich nicht lassen (EG 365, 1.3.4.5)
1. Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir, führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land.
3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaff's, wie's ihm gefällt!
4. Es tut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist. Er meint's gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein' eingebornen Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret. Lobt Gott im Himmelsthron!
5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt; das ist ein sel'ge Stunde, darin man sein gedenkt; denn sonst verdirbt all Zeit, die wir zubringn auf Erden. Wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit.
Segen:
Herr, segne uns und behüte uns,
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
Herr, lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig,
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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