Votum:
Im Namen Gottes - des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Hymnus aus dem Römerbrief - EG 762
Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,
sondern hat ihn für uns alle dahingegeben -
wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?
Gott ist hier, der gerecht macht.
Wer will verdammen?
Christus ist hier, der gestorben ist,
ja vielmehr, der auch auferweckt ist,
der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.
Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes?
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Mächte noch Gewalten,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur
uns scheiden kann von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gebet:
Herr, unser Gott. Danke, dass wir an diesem Morgen vor dich kommen dürfen.
Öffne nun unsere Herzen und unsere Ohren für dein Wort.
Wir bitten dich, gib jedem von uns das, was er oder sie gerade braucht:
Ermutigung, Trost, Vergewisserung, Veränderung, Weisung für unser Leben.
Sprich dein Wort in den Bereich unseres Lebens hinein, wo es notwendig ist.
Erneure und erhalte uns durch dein Wort.
Amen.
Öffne nun unsere Herzen und unsere Ohren für dein Wort.
Wir bitten dich, gib jedem von uns das, was er oder sie gerade braucht:
Ermutigung, Trost, Vergewisserung, Veränderung, Weisung für unser Leben.
Sprich dein Wort in den Bereich unseres Lebens hinein, wo es notwendig ist.
Erneure und erhalte uns durch dein Wort.
Amen.
Lied: Auf und macht die Herzen weit - EG 454,1-5
1. Auf und macht die Herzen weit, euren Mund zum Lob bereit!
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
2. Gottes Wort erschuf die Welt, hat die Finsternis erhellt.
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
3. Gottes Macht schützt, was er schuf, den Geplagten gilt sein Ruf.
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
4. Gottes Liebe deckt die Schuld, trägt die Sünder in Geduld.
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
5. Gottes Wort ruft Freund und Feind, die sein Geist versöhnt und eint.
Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
Predigtwort: Römer 12,1-2
Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.
Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Predigt - von Prädikantin Mirjam Gronbach
Liebe Gemeinde, was ist für Sie Gottesdienst? Besonders in Zeiten von Corona entstehen darüber so mancherlei Debatten: Digitaler oder Präsenzgottesdienst, mit Musik oder ohne, mit allen oder nur ausgewählten liturgischen Traditionen, kurzer oder langer Predigt, als Zeit, um Gott mit Lob und Dank zu dienen oder, um uns von Gott dienend beschenken lassen... Ich bin mir sicher: Jeder von uns hat seine festen Vorstellungen darüber, was eigentlich einen Gottesdienst ausmacht - wie er sein oder auch nicht sein sollte.
Wenn ich meinen Schülerinnen und Schülern die Frage nach einem "vernünftigen Gottesdienst" stelle, bekunden sie oft: Das, was im Gottesdienst geschieht ist traditionell, zumeist schön und gut, aber es habe wenig mit ihrem sonstigen Leben zu tun. Und so geht es auch Anderen: Was im Gottesdienst gehört und erlebt wird, kann nur schwer mit Schule, Beruf und Familie in Einklang gebracht werden. Die frommen liturgischen Gebärden verstummen oft im Alltag und so mancher lebt außerhalb des Gottesdienstes ohne oder gar in Ablehnung gegen Gott.
Schon die alttestamentlichen Propheten Amos, Micha und Jesaja haben dieses Problem zu ihrer Zeit angeprangert: Kultisches Tun wird zum Vorwand, zur geistlichen Tarnkappe, um sich dem Anspruch Gottes, Glauben auch im Alltag zu leben, entziehen zu können. Auch Paulus bezieht sich in seinem Brief an die Römer auf diese Situation und schreibt: Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.
Liebe Gemeinde, Paulus gibt den Menschen seiner Zeit, aber auch uns heute, auf die Frage nach der Bedeutung des Gottesdienstes eine klare Antwort: Gottesdienst ist nicht nur jene nach festen liturgischen Ordnungen ablaufende Stunde am Sonntagmorgen, Gottesdienst ist auch nichts, was sich nur hinter Kirchentüren abspielt. Das ganze Leben eines Christen ist Gottesdienst!
Paulus gebraucht starke Worte für seine Forderung nach einem "vernünftigen Gottesdienst": Wir sollen uns, unseren Leib, als ein "Opfer" hingeben. Ein Opfer ist immer etwas Ganzheitliches, etwas Unteilbares. Darum können wir unser Leben als Christen auch nicht aufteilen in einen Teil Kirchlichkeit, in der der Glaubende zu Gott gehört und andererseits in einen Anteil in dem Gott abgeschaltet wäre und nichts zu melden hätte, in dem wir uns inkognito privatisierend in der Weltlichkeit verlieren dürften.
Mit diesem Wort vom Leib, vom ganzen Leben als Opfer meint Paulus, dass wir unsere ganze Existenz Gott schulden. Nicht unseren Mitmenschen, nicht der Gesellschaft, nicht der sozialen Struktur sind wir etwas schuldig und verpflichtet, sondern Gott - ihm schulden wir unser Leben.
Dieses Gefühl - vor Gott - schuldig zu sein, weckt in uns sicherlich zunächst unangenehme Gefühle. So verbinden wir Schuld zumeist mit unangenehmen Opfern, nicht vorhandenem Trost, ausbleibende Hoffnung. Doch Gott bietet uns eine neue Perspektive: Er selbst schafft Erlösung für alle Menschen! Jesus Christus hat mit seinem Tod für unser aller Leben bezahlt. Er hat sich für uns hingegeben - für jeden von uns - als Gabe und Opfer zugleich. Von dieser "Barmherzigkeit Gottes" spricht Paulus in unserem Predigtwort. Allein durch Gottes Gnade gehören wir zu ihm. Wir dürfen also entlastete, entschuldete, befreite Menschen sein und uns dort einsetzen lassen, wo er uns braucht. Als Christenmenschen sich mit ganzem Leib, mit ganzem Herzen, Mund und Händen Gott hinzugeben - das ist für Paulus "vernünftiger Gottesdienst".
Dafür bedarf es, laut Paulus, auch immer wieder der "Erneuerung unseres Sinnes", der Überprüfung dessen, was wirklich "Gottes Wille" mit uns ist. Sprechen wir nur aus Tradition das Glaubensbekenntnis, oder aber aus ganzheitlicher Überzeugung? Leben wir Gottes Wort nur hinter verschlossenen Kirchentüren oder auch im Alltag? Liebe Gemeinde, lassen wir uns von Gottes Barmherzigkeit erlösen und tragen wir seine Botschaft in Wort und Tat hinaus in unsere Welt. Lassen sie uns seinem Aufruf und unserer Jahreslosung "seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist" (Lk. 6,36) folgen und so vernünftigen Gottesdienst unseres Lebens feiern.
Amen.
Amen.
Lied: Allein deine Gnade genügt – WW 102
Refrain: Allein deine Gnade genügt, die in meiner Schwachheit Stärke mir gibt.
Ich geb dir mein Leben und was mich bewegt. Allein deine Gnade genügt.
Ich geb dir mein Leben und was mich bewegt. Allein deine Gnade genügt.
1. Ich muss mich nicht länger um Liebe bemühn, ich habe Vertrauen zu dir.
Du hast meine Sünde getilgt durch dein Blut und Gnade ist für mich genug. Refrain
Du hast meine Sünde getilgt durch dein Blut und Gnade ist für mich genug. Refrain
2. Das Blut Jesu lässt mich gerecht vor dir stehn, es hat alle Schuld gesühnt.
Die Gnade hat über Gericht triumphiert, und nun bin ich frei in dir. Refrain
Fürbitten (nach "Meine engen Grenzen" WW 178) und Vater unser
Herr unser Gott, wir bringen all unsere engen Grenzen und unsere kurze Sicht vor dich und bitten dich:
Wandle sie in Weite. Herr, erbarme dich.
Wandle sie in Weite. Herr, erbarme dich.
Wir bringen vor dich: All unsere Ohnmacht in Zeiten von Corona, alles was uns schwächt und lähmt.
Wandle es in Stärke: Herr, erbarme dich.
Wandle es in Stärke: Herr, erbarme dich.
Unser verlorenes Vertrauen auf dich, Herr, unsere Ängstlichkeit bringen wir vor dich.
Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich.
Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich.
Herr, wir bringen unsere tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit vor dich.
Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich.
Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich.
Alles, was uns bewegt legen wir in deine Hand, Herr, und bitten:
Herr, erbarme dich. Miteinander und füreinander beten wir: Vater unser...
Herr, erbarme dich. Miteinander und füreinander beten wir: Vater unser...
Lied: Vertraut den neuen Wegen – WW 395, 1-3
1. Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.
Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.
2. Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit! Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo wer uns will und braucht.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo wer uns will und braucht.
3. Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.
Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Amen.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Amen.
EG: Evangelisches Gesangbuch; WW: Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
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